Stories

September 2004

Zur Labengründung von S.A.D. Music und dem damit verbundenen Zusammenschluss mit der Promotionfirma Brainstorm, standen uns die beiden Geschäftsführer Robert Knapp (S.A.D. Music) und Deville Schober (Brainstorm) Rede und Antwort...

Cheers! Für all diejenigen, die Eure Webseiten S.A.D. Music und Brainstorm noch nicht besucht haben, stellt Euch doch mal kurz vor!

S.A.D.: Mein Name ist Robert Knapp. Ich bin 36 Jahre alt. Meine Hobbys sind Kissenschlacht und Luftgitarre. Bei S.A.D. bin ich verantwortlich für die Unternehmensbereiche Produktmanagement und Öffentlichkeitsarbeit, insofern bin ich auch für das neue Musiklabel s.a.d. music zuständig.

Brainstorm: Mein Name ist Deville Schober, ich bin der Geschäftsführer von Brainstorm Music Marketing. Brainstorm ist für die Promotion von Deftones, Rammstein, Radiohead, Yellowcard, H-Blockx, etc. zuständig. Privat bin ich ein stolzer Familienvater, Mountainbiker, Snowboarder, Skifahrer, Rockmusic-Freak und Meistergriller.

Ihr erwähnt in Eurer Firmenphilosophie etwas von "der ganzen verfehlten Politik der Musik-Majors". Was ist eurer Meinung nach eine / die richtige Politik?

S.A.D.: Das Gegenteil von dem Tun was die Majors gerade veranstalten. Auf den Punkt gebracht, heißt das für uns "Qualität rauf und Preise sowie Kopierschutz runter", dann wird auch wieder gekauft.

Unter welchen Gesichtspunkten nehmt Ihr Bands unter Vertrag? Gibt’s stilistische Grenzen oder seid Ihr grundsätzlich für jede Musikrichtung offen?

S.A.D.: Wir haben uns für s.a.d. music darauf verständigt, in nächster Zeit, dem Bereich "Alternativ" treu zu bleiben. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

Brainstorm: Wichtig sind für uns Bands, die wissen, dass ihre Aufgabe Entertainment ist. Es sind genügend langweilige Live-Acts auf der Straße, die dieses Prinzip nicht verstanden haben.

Ich habe letztes Jahr das erste Cloudberry-Album (www.cloudberry.de) in Eigenregie veröffentlicht und dazu quasi auch mein eigenes Label (Vertrieb ALIVE) gegründet. Einige Erfahrungswerte sind, dass es grundsätzlich nicht damit getan ist "nur" ein Label zu haben. Eine gute Infrastruktur sollte auch vorhanden sein um einigermaßen erfolgreich wirtschaften zu können. Was könnt Ihr Bands "bieten" um einen erfolgreichen Start zu haben? Ich denke hier an Sachen wie Kontakte zu Bookingagenturen, Vertrieben, evtl. Sponsoren usw.

S.A.D.: S.A.D. ist ja kein NoName. Wir verfügen im Softwarebereich, von wo wir kommen, durchaus über Majorstrukturen die wir für s.a.d. music nutzen können. Dazu gehören internationale Vertriebskanäle, nationale Listungen bei allen wichtigen Händlern, Pressekontakte und vieles mehr. Ganz ohne Background treten wir als nicht an, S.A.D. verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung im Medienvertrieb.

Ihr schreibt wiederum in eurer Philosophie etwas vom "Durchsetzen der Rechte des Künstlers". In wie weit nehmt ihr als Label Einfluss auf das Endprodukt der Band / des Künstlers? Wie weit genießen eure Acts künstlerische Freiheit?

S.A.D.: Es macht keinen Sinn einen Koch zu mieten, um dem dann zu erzählen, wie er die Suppe würzen soll. Könnte man auch gleich selber an den Herd stehen. Genau so wenig Sinn macht es, einen Künstler zu signen und ihm zu erzählen, wie er seine CD einspielen soll. Insofern machen bei uns die Künstler die Musik und wir das Geschäft, bisher klappt das ganz gut so.

Eure Intention mit den 12 Euro Verkaufspreis finde ich eine gute Sache! Denkt ihr grundsätzlich, dass die zurückgehenden Platten- und CD-Verkäufe als (einen) Grund überteuerte Preise haben? Wird eurer Meinung deswegen zuviel kopiert und gebrannt?

S.A.D.: Es gibt für illegale Kopien viele Faktoren. Einer der Faktoren, den man als Plattenfirma beeinflussen kann, ist der Preis des Produktes. Musik ist sicherlich viel zu teuer. Besonders deutlich wird das im Vergleich von Musik-CDs zu Video-DVDs. Eine Kinofilm kostet mehrere Millionen und trotzdem steht die DVD für 7,99 Euro im Laden und die Branche feiert Erfolge. Das sollte einem zu denken geben. Wir finden 12 Euro ist ein guter Anfang...

Seht ihr das Internet bzw. mp3s und Tauschbörsen eher als Freund oder Feind der Industrie? Ich persönlich muss sagen, dass ich mir auch des Öfteren Songs downloade und dadurch viele neue gute Bands kennen lernen durfte über die ich anders vielleicht nie gestolpert wäre!

S.A.D.: Wir sehen das so: Tauschbörsen sind eine hervorragende Möglichkeit für unbekannte Bands, ihre Demos unters Volk zu bringen. Für die Verbreitung kommerziell produzierter Studioaufnahmen sind Tauschbörsen ungeeignet, weil die Gegenleistung fehlt. Das geht eben nicht zusammen "Qualität" und "Kostenlos". Wir können nicht unser Geld und die Künstler ihre Zeit investieren und nichts bei rum bekommen. Wer kommerzielle Songs über Tauschbörsen anbietet, macht sich strafbar. So einfach ist das.

Thema Kopierschutz: Ich gehe auf ein Festival wo einer eurer Acts spielt. Mein Kumpel neben mir fragt: "Hey, finde die gar nicht so übel, kannste mir mal was von denen brennen?" Was sagt ihr dazu?

S.A.D.: Antwort: "Mein Brenner ist gerade kaputt, aber die Band verkauft nach ihrem Auftritt CDs. Da hab ich beim letzten Konzert meine Scheibe auch gekauft." Eine alternative Antwort wäre auch: "Hey, deine Freundin ist gar nicht so übel, kannste mir..."!

Wenn man euch als Band / Künstler Demos zukommen lassen möchte, an welche Adresse soll / kann / darf man sich wenden?

S.A.D.: Demos immer an Brainstorm oder an uns. Stichwort "s.a.d. music" draufschreiben und dann wird das hundertpro angehört.

Zum Schluß, was sind eure persönlichen Top 3 - "Alben des Jahres" bis jetzt?

S.A.D.: Ich hab sie ja schon gehört: 0eigh15Teens "Feels Good To Be Sad", dann Alev "We Live In Paradise" und ganz klar die neue Megaherz.

Brainstorm: Green Frog Feet "Score", Spiderbait "Tonight Alright" und Jelly Planet "Yellow Sunshine Explotion"

Verena Kuhn / Marco Pleil






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