Konzerte

Grave Digger
Astral Doors, Stormhammer

12.Februar 2005

Bis zum ersten Auftritt des Abends hatten wir schon einiges erlebt. Zunächst sind wir nach dem Interview mit den Astral Doors aus dem Tourbus nicht mehr rausgekommen, bis wir nach scharfem nachdenken zusammen mit der Band die richtige Entriegelungs- / Öffnungskombination herausgefunden haben. Danach begann es noch vor Einlass übelst, wie aus Kübeln zu schütten, sodass wir noch einige Minuten im Auto verbrachten. Die Strecke dorthin dürfte nach dem Unwetter in neuester Rekordzeit zurückgelegt worden sein.

Drinnen angelangt dauerte es dann auch nicht mehr lang, bis der erste Auftritt des Abends anstand. Dem großen Erfolg der Astral Doors Scheiben müssen auf dieser Tour auch die Jungs von Stormhammer Tribut zollen. Obwohl schon wesentlich länger im Geschäft, starten sie jeweils als Opener. Änderte aber auch nix daran, dass die Band dem Publikum während des Gigs ordentlich einheizte. Klischee Metal wird wohl mancher sagen, Spaß an den Gigs nennen es andere. Frontmann Tommy war von den hinteren Reihen wohl kaum zu erblicken, da er ständig auf einem Podest vor der Bühne zu finden war und so in ständigem Kontakt mit den Fans stand. Die beiden Gitarristen verstanden es ebenfalls, dass Publikum zu begeistern und warfen sich während eines Songs gegenseitig ihre Instrumente zu. Im Mittelpunkt der Setlist stand natürlich das letzte Album „Lord Of Darkness“. Hiervon wurden u.a. ,Gates To Mystery’ ,dass geniale ,Medusa’s Head’ und der Titelsong gespielt, bevor die Show mit der Bandhymne ,Stormhammer’ zu ende ging. Alles in allem erledigten die Münchener ihre Aufgabe als Einheizer mit Bravour und bereiteten dem Publikum einen kurzweiligen Auftritt.

Nach einer kurzen Umbausphase betraten die Astral Doors die Bühne und rockten mit ,Pride Of Christ’ gleich ordentlich los. Was schon beim ersten Song auffiel, war die wesentlich, stimmlich bessere Performance, von Patrik, als dies noch auf Wacken der Fall war. Kann auch an der Zeltakustik der W.E.T. Stage gelegen haben; in jedem Fall bewies Patrik an diesem Abend, dass er auch live seine gewaltige Stimme sehr gut rüberbringt. Dennoch wirkte der Frontmann in einige Szenen etwas steif auf der Bühne. Überhaupt merkte man der Band an, dass es die erste Tour ist. In punkto Show hatten die Jungs von Stormhammer etwas mehr zu bieten. Nichtsdestotrotz machten die Astral Doors ihr Interviewversprechen war und begeisterten das Publikum mit ihren großartigen Rock Hymnen. Auf den erwähnten Opener folgte das geniale ,Time To Rock’. Selbst eine stimmungsvolle Halbballade wie ,Of The Song And The Father’ erzeugte bei so manchem Gänsehautfeeling was mit Sicherheit auch an dem sehr guten Keyboardsound lag. Dies kam nachdrücklich auch bei ,Evil Is Forrever’ zur Geltung, dass mit einem verlängertem Intro begann. ,Slay The Dragon’ gehört trotz der jungen Live Historie mittlerweile schon zum festen Repertoire und ließ auch an diesem Abend wieder die Fetzen fliegen. ,Cloudbreaker’ läutete zugleich auch das Ende der Show ein. Bis auf eine kleine unverschuldete Panne (der Verstärker gab kurzzeitig den Geist auf, Grave Digger hatten späte rauch damit zu kämpfen) bestätigte die Band auch live die durchschlagende Wirkung ihres Songmaterials.

Zwei Bands hatten ihren Job zur Zufriedenheit des Publikums erledigt, fehlte nur noch der Headliner. Bis zu diesem Zeitpunkt schien die Halle ziemlich leer zu sein. Grund dafür war, dass der Großteil der Leute sich in der ganzen Halle verteilt hatte. Als dann HP Katzburg in seinem Todeskostüm auf die Bühne kam und die ersten Töne von ‚The Last Supper’, dem Titeltrack der aktuellen Scheibe, anspielte war es plötzlich richtig voll vor der Bühne. Nach und nach füllte sich auch die Bühne bis endlich der Meister selbst, Chris Boltendahl, unter Begeisterungsstürmen ans Mikro trat. Seine Stimme war ein Reibeisen wie eh und je mit dem er die Leute in Aufruhr versetzte. ‚Desert Rose’ folgte in der chronologischen Reihenfolge des Albums dem Anfangsbrecher. Erst danach richtete Chris einige Worte an das Publikum. Direkt nach den Liedern kam es immer wieder zu „Grave Digger“ Rufen mit denen die Band gebührend gefeiert wurde und für die die Band sich herzlich bedankte. Das Konzert war nicht vom aktuellen Silberling geprägt, sondern eher wie eine Zeitreise durch die alten Alben aufgebaut. ‚Excalibur’, ‚The House’ und ‚Headbanging Man’ zeugten davon, dass die Band auch die alten Songs richtig gut eingeübt hatte und den Fans fehlerlos präsentieren konnte. Die Zeit flog mit Titeln wie ‚Knights Of The Cross’, ‚Grave In The No Man’s Land’ und ‚Lionheart’ dahin. Gute Stimmung war angesagt und alle waren ausgelassen. Ein breites Alterspektrum stand im Zuschauerraum, das von Teenies bis hin zu den altgedienten Metallern der 80er reichte. Bangen bis zur Nackenstarre war wohl die Mission, die viele Leute an diesem Abend erfüllen wollten, entsprechend viele Haarschöpfe wurden durch die Luft geschwungen, während die Totengräber zur Abwechslung mal Songs von ihrem letzten Album „Rheingold“ spielten. ‚Twighlight Of The Gods’ war das letzte Stück bevor die Band das erste Mal die Bühne verließ. Grave Digger Kenner wussten, dass die Jungs niemals ein Konzert mit diesem Song beenden würden… Der nächste Knaller, den viele erwartet hatten, namentlich als ‚Rebellion (The Clans Are Marching…)’ bekannt, kam als zweiter Titel der Zugabe, allerdings gingen auch nach diesem Song die 5 Herren von der Bühne. Erneut kamen sie auf Grund der Rufe der Zuschauer auf die Bühne um ihren Job zu beenden, denn einen Song erwarteten alle sehnsüchtig. Doch bevor dieser Song gespielt wurde, bedankte sich Chris noch mal für den tollen Abend und es gab ‚Rheingold’. Mittlerweile waren eineinhalb Stunden vergangen und die Fans wollten nur noch eins: ‚Heavy Metal Breakdown!’ Das sollten sie bekommen und zwar in einer gestreckten Version um den Abend gelungen ausklingen zu lassen.

Oliver Bender / Winfried Bulach 






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