Konzerte

German Metal Attack III
Grave Digger, Heavatar, Nitrogods & Wolfen

21.November bis 21.November 2014


„Konkurrenz belebt das Geschäft“ - leider bewahrheitete sich dieser Spruch am Freitag nicht. Eine verhältnismäßig übersichtliche Truppe hatte sich eingefunden um sich die wochenendliche Prise Metal zu holen. So mancher wird sich wohl ein paar Kilometer weiter zu SAXON und Konsorten aufgemacht haben, so dass die Halle – gerade zu Beginn -  doch recht leer wirkte.

Das Unterhaltungsprogramm des Abends wurde von den Kölnern von WOLFEN eröffnet, die tapfer gegen die löchrigen Reihen anspielten. Geboten wurde ein, wenn auch kurzer, Querschnitt durch die Historie, von „Pure Culture“ über „Y2K“ bis hin zum neuen Album. Nach einer halben Stunde ging es flugs ab in die Umbaupause.

Als nächstes durften die NITROGODS Speyer mit Rock 'n Roll versorgen. „At least I'm drunk“, „Damn Right“, oder das Thunderhead-Cover „Take it to the Highway“ sorgten dafür, dass das Publikum schon merklich auftaute. Zu „Lipsync Stars“ ließ man es sich nicht nehmen, persönlich den Beweis für den Liveauftritt mit einem kleinen Livejam für Speyer zu erbringen. Den krönenden Abschluss gab schließlich „Whiskey Supernova“, mit dem sich die sympathischen Jungs verabschiedeten. Wenig verwunderlich, dass sich nun die ersten Gäste daran erinnerten, dass man auf einem Konzert war und die ersten (vergeblichen) Zugaberufe anstimmten.

Die Power-Metaller HEAVATAR konnten entsprechend schon auf gefülltere Reihen blicken, auch wenn die Halle gerade im hinteren Bereich immer noch dürftig gefüllt war. Man legte ordentlich los, „Abracadabra“, „All my kingdoms“, „Luna Luna“ oder „Born to fly“ sorgten dafür, dass das Publikum deutlich auftaute. Entsprechend dankte Fronter Stefan Schmidt auch allen, die sich nicht zu Saxon verirrt hatten, sondern hier die Halle füllten. Nach „Long way home“ gab es zum Abschluss noch den Kracher „Elysium at dawn“. Erwartungsgemäß gab es auch hier Zugaberufe, auber mit Blick auf die Timetable ging es prompt in den – umfangreichen -  Umbau.

GRAVE DIGGER klotzten bereits bei der Bühnendeko erwartungsgemäß mächtig ran. Immerhin eine halbe Stunde musste man sich gedulden, ehe die Intromusik startete. Entsprechend frenetisch wurde auch der Auftritt des Sensenmanns Hans-Peter Katzenburg, der noch ein wenig schocken durfte, ehe es hinter die Keyboards ging. Leider entgingen mir die ersten beiden Tracks, zu beschäftigt war ich im Fotograben um gegen die Lichteffekte anzukämpfen, die man dem Publikum entgegenwarf. Aber auch danach ging es furios weiter: „Witchhunter“, „In the dark of the Sun“ und „Ballad of a hangman“ heizten die Stimmung ordentlich an, ehe man mit „Season of the witch“ einen Song vom neuen Album brachte. Erwartungsgemäß wurde von den Fans lautstark „Rebellion“ gefordert, doch Chris gebot Einhalt: man könne das schon spielen, aber die Fans wüssten ja, wann man den Song sonst spiele und dann sei halt Schluss. Also nahm man doch lieber mit „Wargod“ Vorlieb – im Fall von zumindest einem Fan offenbar zu sehr, denn vor dem nächsten Stück gab es eine kurze aber deutliche Absage gegen Krawall, verbunden mit der Ansage, dass man jeden Unruhestifter an die frische Luft setzen würde. Danke, Chris, solch klaren Worte würde man sich öfter wünschen. Es folgte „The curse of Jacques“ und „Hammer of the Scots“, ehe man mit „Tattooed Rider“ wieder zu neuerem Material überging. Den Abschluss wollte man aber offenbar nicht dem Zufall überlassen: „Excalibur“ und „Knights of the Cross“ bildeten gewissermaßen das Crescendo, ehe es zum ersehnten „Rebellion“ ging. Das wurde entsprechend ausgewalzt, aber ehrlich: das Publikum hätte es auch nicht anders gewollt.
Glücklicherweise mussten nun die Zugabe-Rufe nicht ungehört verhallen. „Demon's Day“ und „Grave Desecrator“ führten zum schlussendlichen (und sehr passenden) „Heavy Metal Breakdown“. Nach einer akustischen Belagerung (sprich: weiteren Zugaberufen) haben die Jungs
zumindest noch eine Kurzzugabe zu „Heavy Metal Breakdown“ geboten, ehe es endgültig von der Bühne ging.

Was bleibt zum Abschluss zu sagen? Es ist immer schön, zu sehen, dass man als Fan ernstgenommen und respektiert wird. Und das haben an diesem Abend alle Künstler unter Beweis gestellt. Denn angesichts der Zuschauerzahlen war da sicherlich genug Potential für Enttäuschung und Frust. Vor der Bühne hat man davon nichts mitbekommen, Respekt.
Ansonsten bleiben nur erfreuliche Dinge im Gedächtnis haften: eine hilfsbereite Security, die ihren Job macht und sich nicht als Halbgott in Uniform versteht, ein moderater Getränkepreis und ultrakurze Schlangen, Sitzgelegenheiten hinter dem LJ-Pult, die praktisch den kompletten Abend (!) frei waren, kein Gedränge auf dem Weg zum Fotograben und ein Graben den ich nur mit 2 (!) Kollegen teilen muss. Insgesamt also ein angenehmes Wohnzimmerfeeling.
Würden nicht die Bands drunter leiden, hätte ich nichts gegen noch mehr Konzerte dieser Art einzuwenden.

 

Die Bilder hierzu findet ihr wie üblich auf unserer Bilderpage www.evilrockshard-gallery.net!

Eure Einmann-Roadcrew
KoJe






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