Konzerte

Debemur Morti Productions
Labelspecial

01.Dezember 2009

Da das in der Blackmetal-Szene sehr bekannte Label Debemur Morti es nun geschafft hat, einen starken Vertriebspartner für sich zu gewinnen, hier in Gestalt von Soulfood, gibt es ein kleines Labelspecial für dieses.

Gezeigt wird ein kleiner Rund-um-Blick was diese zu bieten haben und welche Künstler sich unter anderem hinter bei diesem Label beheimatet sind. Für diesen Zweck wird es zu ein paar Acts Kurzrezensionen geben. Einige der hier besprochenen Platten sind sogar topaktuell, manche sind schon in den Läden erhältlich.

Zum Schluss wird es dann noch ein Interview mit dem Besitzer des Labels geben, sobald es geführt wurde. Nun wollen wir aber mit den Bands beginnen:

Starten wollen wir mit den allseits bekannten und in aller Munde befindlichen Herren von RUINS, von denen zum einen ein älteres Werk nochmals in den Fokus gerückt wird, bevor auf der Reziseite das aktuelle Album besprochen wird, eine Art Double Penetration, wenn man so will...Die Two Men-Army von RUINS haben mit ihrem Debüt "Cauldron" einen wahrhaft infernalischen Brocken unter die Fangemeinde geworfen. Mit ihrer Spielart die sich der Elemente des Death- als auch Blackmetals bedient, wobei beim letzteren die atmosphärische Ausprägung als auch das mencholische zum Ausdruck gebracht wird und der Deathstil in den Vocals, deren Darreichung und den Taktsequenzen  seine Gestalt findet. Mit gelegentlichen Soli und einem manchmal schleppenden Charakter rüber kommt ist dieses Album aller Ohren wert. Düster, rabiat, atmosphärisch und melancholisch mit Wutausbrüchen...Ein sehr abwechslungsreiches und für ein Debut sehr ausgewogenes Album. Gerade der Drive der auch in den langsameren Takten zu spüren ist, gepaart mit dem Groove...Fett!

Die Drei-Mann-Kombo von ARCHGOAT, selbstredend Blackmetal, zeichnen sich durch die Genre typischen Trademarks aus, im Sinne von Artwork, Covergestaltung, Eigennamen, z.B. Angelslayer, fortgesetzt in der musiklaischen Umsetzung. Blackmetal alter Schule könnte man sagen, ein Stück Nostalgie, ist auch nicht wirklich überraschend, die Band besteht seit 1989. Versehen ist das ganze Labum mit einem amtlichen Underground-Sound, was die Produktion angeht. Zermürbend, hasserfüllt, Wechsel zwischen Black, Death und Thrashdrumming. Ein absolutes für Blackmetaler der ersten Stunde, Blackmetal Puristen und natürlich auch für den Rest, denn die Kunst des Arrangierens der Songs bleibt nicht auf der Strecke, trotz der lebensverachtenden Ausrichtung wird auf Struktur innerhalb penibel geachtet und auch die Dramaturgie innerhalb der Songs ist sehr gut heraus gearbeitet. Ein fettes und ambitioniertes Album, auch mit der ein oder anderen Überraschung versehen.

Bei KROHM haben wir eine One-Man-Army zu begrüßen, die sich der Traurigkeit, Misanthropie und Depression widmet. Dies alles in einem Blackmetal-Gewand verpackt, ergibt Krohm, der vorher schon Member der Band Evoken war und trotz aller Ähnlichkeiten handelt sich nicht um eine skandinavische sondern amerikanische Band. Im Vordergrund stehen die Lyrics und somit auch die Vocals, das Wummern des Double-Bass ist lediglich im Hintergrund gehalten, stattdessen ist die Leadguitar sehr präsent mit ihren disharmonischen Ansätzen und alles im Mollbereich gehalten, der Drive den das Doublebass erzeugt wird verschleppt, auf eine ganz bizarre Art. Auch von der Länge der Stücke ist man sich dem Old-School-Black treu geblieben, kein Song unter sieben Minuten. Sehr intensives Album, mit einigen Überraschungen aber auch unglaublich düster und nihilistisch veranlagt. Inhaltlich eine sehr, sehr harte Kost aber die künstlerische Gestaltung wiederum ist sehr gut.

Bei ARCKANUM, einer Band die dem Blackmetal zugehörig ist, wiederum ahndelt es sich um eine One-Man-Army, um Shamaatae - alle Instrumente und Vocals, jedoch ist dieses schwedische Stück Blackmetal eine sehr muntere Komposition, Drive und Groove gepaart mit Raserei, mal thrashig dann wieder deathmetallastig. Teilweise auch verspielt, gerade bei den Gitarrenparts, den Soli, also ein sehr abwechslungsreiches Album. Theamtisch hat man sich mit den Antikosmischen Gedanken auseinanderzusetzen und vor allem mit der Gnosis, da der Shamaatae bekennender und praktizierender Gnostiker ist. An dieser Stelle muss gesagt werden, dass ich es mit dem alten Fritz halte: Jeder nach seiner Fasson. Musikalisch jedenfalls ein sehr abwechslungsreiches Album, kein Dauergeholze, Vocals sind verständlich und gelegentliche Gitarrenausflüge regen zum Air-Guitar-Spielen an. Weiter so...

Bei INFESTUS haben wir eine Two-Men-Army, Andras für alle Instrumente nebst Lyrics und Dagon der sich für die Vocals zuständig sieht aber auch den Lyrics. Musikalisch ganz klar Blackmetal, mit einer tief schwarzen Aura versehen, einer melancholischen Begehung, wütendes Schlachtwerk, harte und brachiale Gitarren, Riffs in verschiedenen Tonarten, aber meist im Moll angesiedelt, geschickte Breaks und die Dramaturgie zu steigern. Sehr abwechslungsreich und sehr gute Kompositionen im Allgemeinen. Zum Inhalt lasse ich die Band zu Wort kommen, ich könnte das Ansinnen und die Thematik nie so auf den Punkt bringen wie die und dies auch noch so kurz: "Getrieben von stets morbider Faszination ist dieses Album dem überragenden Wunsch des Vergehens gewidmet. Eingehend auf den erhabenen Moment des Dahinscheidens, dem Übergang zwischen Leben und Tod, wird diese ketzte, nur Sekunden andauernde Phase des Ablebens exzessiv verlängert um die Grenzen der Zeit aufzuheben und somit qualvolle Aspekte der letzten Gedanken bewusst und voller Hingabe auszukosten." Muss man mehr sagen? Ich denke nicht...

Mit V.E.G.A. ist eine Band am Start die die Grenzen auslotet in dem scheinbar unvereinbare Stile kombiniert werden, neben Blackmetal kommt dazu noch Industrial, Dark Wave-Einflüsse, Dark Ambient...Also ein komplett abgefahrenes Album, welches eine sehr harte Kost ist. Die Vocals meist im Growl bis Screambereich angesiedelt, mit gelegentlichen Überraschungen, in dem klassisches Blackmetal serviert wird, a la Skandinavien. Dann immer mal wieder ein Instrumental, welches einen in eine beklemmend bizarre Gefühlswelt entführt. Dazu noch die Titel der Songs, mal in Englisch, dann auf Deutsch. Ein total abgefahrenes Album, mit mannigfachen Überraschungen und Wendungen, Ausprägungen, teils psychodelic angehaucht, mit einem kleinen Martial-Einfluss, quer durch alle Töpfe, bei denen man dachte man könne sie nicht verbinden, hier haben wir den Beweis. Einfach nur durch und abgefahren dieses Album...

OCTOBER FALLS mit ihrem Album "The Womb Of Primordial Nature" stehen für Dark Metal mit gelegentlichen Ausflügen zum Doom haben eine erquickend frische Art, die doch teils recht schweren Lyrics zu vertonen. Man bedient sich dabei eines variablen Drummings, dem Wechsel von cleanen zu verzerrten Gitarren, eingängigen und wieder erkennbaren Riffs um die Welt der Natur, der Wölfe etc. in Szene zu setzen. Der Spagat zwischen Musik und Lyrics ohne in den Paganbereich abzudriften ist meisterlich gelungen. Auch wenn dieses Album lediglich vier Songs umfasst, aber trotzdem auf eine Spielzeit von über 30 Minuten kommt. Wenn man sich diese Scheibe anhört fällt einem nur ein Satz ein: Who the fuck is Amorphis...Ein richtig geiles Album, abwechslungsreich, ambitioniert und sehr einnehmend. Superb!

Zu guter letzt bevor der Rundgang, der Überblick über die verschiedenen Spielarten, die sich unter dem Dach von Debemur Mortis befinden, beendet ist folgt noch...

VI mit ihrem Album bzw. EP "De Praestigiis Daemonum" zeigen die Franzosen wo und wie der Blackmetal in Frankreich verortet ist. Diese Two-Men-Army allen voran mit Balrog, der auch noch bei Aosoth und bei Aborted spielt. Letztere dürfte wohl den meisten bekannt sein. Hier bringen sie den Blackmetal auf den Punkt, können aber die skandinavischen Wurzeln nicht verleugnen. Hartes Riffing, zermürbend kreischende Gitarre, infernalisches Drumming, mit gelegentlkichen Ausflügen zu einer schnelleren Variante des Black’n Roll. Jedoch hat man sich nicht der Nostalgie verschrieben, auch ein Chor findet Einzug, sehr befremdlich anmutend, einen gemischten Chor zu Hören, aber gleichzeitig eine riesige Wendung. Ebenso überraschend ist, dass alle Songs auf französisch gesungen werden. Ambitioniert, muss ich wiederum sagen, man darf gespannt sein, wenn dein Total Album veröffentlicht wird. Sehr guter Old-School anmutender Blackmetal mit den Genre üblichen Trades...

Dies war der Rundgang, bald wird an dieser Stelle noch das Interview stehen, wo sich Philipp von Debemur unseren Fragen gestellt hat...Bis dahin, Stand your Ground!

Car Sten






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