Konzerte

Jägermeister Rock Liga
Christina Stürmer, Dorfdisko, AK4711

22.Februar 2006

Die Rock:Liga eines namhaften deutschen Alkoholika bzw. dessen Hersteller rief zu einem Spieltag in Darmstadt zwischen Christina Stürmer, AK4711 und Dorfdisko auf. Die Gruppe 4 der Liga kam zu ihrem dritten Spieltag in der Centralstation zusammen um zu entscheiden, ob AK4711 noch eine Chance gegen Tabellenführer Christina Stürmer hat, die beide vorherigen Spieltage für sich entscheiden konnte.

AK4711 sollte den Abend eröffnen und vorlegen was Stimmung und Show angeht. Mit einer federbedeckten, rosa Lichterkette an jedem Mikroständer, einer rosa Lampe und einem rosa Wecker auf der Bühne war die Bühnenaufmachung zur Band passend hergerichtet worden. Dann war es so weit und die 4 Damen kamen auf die Bühne. Es ging auch gleich mit der Musik los und der Titel hätte nicht passender gewählt werden können, denn die Eröffnung des Rock:Liga-Spieltages machte ‚Rock'. Die erste Single gleich zu beginn bringen ist etwas riskant, doch schließlich musste die Band alles auf eine Karte setzen um zu punkten. Das Publikum honorierte das entsprechend und kam bereist früh in Wallung. Die freche Art der Mädels überzeugte schnell beide Geschlechter vor der Bühne und leitete gekonnt zu ‚Liebe ist nicht weil sondern trotzdem' über. Die Stimmung schwächelte etwas, aber der Romantik Level der anwesenden Paare stieg zusehends. Dies sollte noch öfter vorkommen, da seltsamerweise der Rock bei AK4711 etwas in den Hintergrund gerückt wurde. Danach kam die offizielle Begrüßung der Band, die im Stil einer Stewardessen Sicherheitseinführung choreographiert war, was für manches Schmunzeln auf den Lippen der Besucher sorgte. Nach ‚Sexappeal', ‚Ich mach dich' und ‚Stimme der Vernunft' kam endlich wieder ein Rocktitel, die Paare hatten schließlich genug Zeit um zu Schmusen und zu Knutschen. Der sozialkritische Song ‚Kein schöner Land', den AK4711 vor kurzem in einer dubiosen Fernsehsendung (von und mit Stefan Raab) präsentierte, kam endlich wieder ins Gehör von anspruchsvollem Publikum. Das wesentlich aussagekräftigere Stück ‚Geld' wurde gleich hinterher geschoben und markierte die Hälfte der Show. Die Menge in der Centralstation war weiterhin guten Mutes und ging richtig mit. Der Titeltrack ihres Debüts "Erste Hilfe" wurde als Swing-Version präsentiert, was dem anwesenden Redakteur weniger gefiel, denn das Original gehörte zu den besseren Songs der CD. In einer Discopop-Version kam ‚Macht nix' kurz vor Schluss des Gigs dran. Das Publikum wurde von den Vier animiert mitzuwirken und mit den Fingern den Takt zu schnippen, was der Großteil auch tat. Leider war das Ganze nach dem nun folgenden ‚Ich will küssen' auch schon zu Ende, doch man kann mit Gewissheit sagen, dass AK4711 das eine oder andere Tor geschossen haben wird.

Die Kölner Truppe Dorfdisko durfte als nächste auf das Spielfeld der Rock:Liga, um ihr Können dem zahlreich erschienen Publikum zu präsentieren. Deutschsprachige Rockmusik mit zeitgemäßen Texten war die Devise des Vierers, um ordentlich Tore zu schießen. Im Publikum waren auch Vater und Bruder des Sängers Daniel Roth, die ebenso frenetisch die Band anfeuerten wie die zahlreichen Fans des Underdogs. Nur ein Album namens "Viel zu stürmisch, viel zu laut" und eine EP ("Unterwegs") haben die Jungs bisher produziert, so dass fast sämtliche Songs der beiden Erstlingswerke zum Zuge kamen. Ob nun ‚Unterwegs…', ‚Lass uns Helden sein' oder ‚Wunderbar' alle Songs fanden Anklang und wurden stellenweise sogar mitgesungen, was fehlte war lediglich die Laola (das gewisse Etwas in der Show, das die Glut entfacht). Wollen wir mal sehen ob die Kölner Schlusslichter heute gegen stark aufspielende AK 4711 und dem scheinbar übergroßen Gegner Christina Stürmer punkten können.

Der große FC Christina Stürmer schickte sich an die Tabellenführung auszubauen. Mit ‚Vorbei' ging's auch gleich recht offensiv zur Sache, bevor das Spiel mit ‚Kind des Universums' und ‚Engel fliegen einsam' doch stark abflachte (Balladen können eben keine Spiele entscheiden). Als dann die großen Hits ‚Ich lebe' und ‚Immer an Euch geglaubt' zum Einsatz kamen war es jedem im Saal klar, dass sich die Alpenrepublik wohl auch in diesem Match durchsetzen wird. Zwar konnten die Topstürmer das Publikum überzeugen, aber am Spielaufbau haperte es doch sehr, denn die Show kam recht monoton rüber. Es schien sich dennoch das selbe Ergebnis wie an den beiden Spieltagen zuvor abzuzeichnen, auch wenn AK 4711 4 Tore gelangen. Am Ende gewinnt immer Österreich, jedenfalls in dieser Ausgabe der Rock:Liga. Hier noch mal das amtliche Endergebnis:

  1. Christina Stürmer (3 Punkte / 0 Tore)
  2. AK4711 (2 Punkte / 4 Tore)
  3. Dorfdisko (1 Punkt / 1 Tor)


Winfried Bulach / Nils Manegold 






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