Konzerte

Saxon
Dream Evil, Metalium

30.September 2004

Donnerstagabend und man war bereit für einen metallischen Abend als man in Neu Isenburg ankam. Vor der Halle konnte man hören, dass die erste Vorband bereits begonnen hatte. Kurz vor Acht war man dann drin und stand vor der Bühne um den letzten Song von Metalium mitzubekommen, die wohl schon eine halbe Stunde gespielt hatten. Danach gab es die obligatorische Umbaupause in der das Metaliumbanner entfernt wurde und einige Änderungen am Schlagzeug vorgenommen wurden.

Mein erster Gedanke nach Sichtung des Dream Evil Sängers war: ist das noch der Gleiche Niclas Istfeldt? Die Band supportete bereits Hammerfall auf deren letzter Tour, in Erinnerung geblieben ist hierbei ein unscheinbarer Frontmann, der zwar ordentlich sang, aber auch ein wenig schüchtern und verloren auf der Bühne wirkte. Und jetzt? Neue Frisur, Haare blondiert, Sonnenbrille und forsches Auftreten. Das erschien schon um einiges selbtsicherer und wirkte sich auch auf die Performance positiv aus. Gesanglich hat er auf den Alben bereits bewiesen was er drauf hat und das bringt er auch live mühelose rüber. Neu ist auch der zweite Gitarrist Mark U Black, der Gus G. an den Saiten ersetzt. Zugleich auch der einzige langhaarige, ansonsten regieren bei den Schweden modische Kurzhaarfrisuren. Der Gig startete mit ,M.O.M’ (oder ausgeschrieben ‚Man Or Mouse’), mit einer der stärksten Songs des aktuellen Releases „The Book Of Heavy Metal“ und als Dampfwalze bestens geeignet für den Start. Von der ersten Scheibe wurde lediglich ,Chasing The Dragon’ gespielt, ansonsten verteilte sich die Setlist recht ausgewogen auf die Alben. Neben schlagkräftigem Headbangig Material wie ,Into The Moonlight’ und ,Children Of The Night’ gab es auch treibende Songs à la ,Chosen Twice’ zu bewundern. Neben dem neu gestylten Sänger war vor allem Drummer Snowy Shaw ein Blickfang, dessen Schlagzeug auf einem erhöhten Podest stand und somit die Arbeit des ehemaligen Sinergy Schlagwerkers gut einsehbar war. Shaw war es auch vorbehalten, einen kleinen Scream Contest ein zuleiten, dessen Sieger ein Band T-Shirt nun sein eigen nennen darf. Komplettiert wurde die Setlist von ‚Book Of Heavy Metal’ und ‚Made Of Metal’, dass queenmäßig mit ‚We Will Rock You’ eingeläutet wurde. Obwohl das Publikum während des Gigs etwas reserviert schien, war es nichtsdestotrotz ein guter Auftritt der Schweden, die ihre Pflicht als Einheizer mehr als erfüllten.

Endlich! Es war so weit und kurz nach neun wurde das Licht ausgeschaltet. ‚The Return’ wurde als Intro gespielt, währenddessen stiegen Biff und der Rest von Saxon auf die Bühne und lösten bereits zu diesem Zeitpunkt eine lautstarke Resonanz des Publikums aus. Das Saxon seit 10 Tagen ein neues Album namens „Lionheart“ auf dem Markt haben, machten sie gleich zu Anfang klar, denn das erste Lied hatte eben genannten Titel. Danach kam ein schneller, lauter und kraftvoller Songdoppelpack, der aus ‚Power And The Glory’ und ‚Motorcycle Man’ bestand, wobei Letzterer frenetisch gefeiert wurde. Dass man auf der Lionheart Tour zu Gast war, merkte man durch all die neuen Songs die vom neuen Album gespielt wurden. ‚Beyond The Grave’, die kommende Singleauskopplung, war schon Track Nummer zwei vom aktuellen Werk. Dann ging es wieder zurück zu den Klassikern. ‚Never Surrender’ und ‚Broken Heroes’ standen bei den Fans hoch im Kurs, weil sie gerade recht kamen um mitgesungen zu werden. Nach einer Ballade, die wohl als Ruhepause gedacht war, hauten ‚20000 Feet’ und ‚Strong Arm Of The Law’ erst richtig rein. Langsam leerten sich die Zuschauerlinien vor der Bühne, da das Konzert wohl doch etwas zu viel für die etwas schwächeren oder stark alkoholisierten Leute war. ‚To Live By The Sword’ und ‚Witchfinder General’ wurden durch den guten alten ‚Heavy Metal Thunder’ unterbrochen, vor dem Biff die Menge noch gefragt hat, was sie jetzt spielen sollen. Eben genannte Songs waren die letzten beiden Titel vom neuen Album die gespielt wurden, wobei, außer zwei, alle Songs von „Lionheart“ präsentiert worden waren. Als letzter Titel vor einer kleinen Pause kam selbstverständlich ‚Crusader’. Der Dauerbrenner unter den Saxon Songs brachte alle Menschen in der Hugenottenhalle zum Singen und eine massive Bewegung bahnte sich ihren Weg durch die Leute.

Nach der Pause brachte Doug ein langes Gitarrensolo um dem Rest der Band noch etwas Zeit zum Ausruhen zu verschaffen. Das Ende des Solos war der Anfang von ‚Wheels Of Steel’. Im Song, das ist bei Saxon so Brauch, gab es eine Pause die durch ein Singalong gefüllt wurde. Diesmal durfte das Publikum ganze sechs Mal nachsingen, bei manchen Zuschauern war das auch nur ein Grölen, was Biff vorexerzierte. Das Ganze sollte eine ansteigende Sangeslautstärke haben, die dazu führte, dass wohl der Block um die Halle mitbekam was hier passierte. Das Konzert war zu diesem Zeitpunkt fast beendet, doch drei Titel aus den alten Zeiten gaben die Engländer noch zum Besten. ‚Solid Ball Of Rock’ wurde in ‚Princess Of The Night’ und dem letzten Werk des Abends ‚Denim And Leather’ eingebettet. Zwei volle Stunden Saxon Power reichten allen Metallern die an diesem Abend zugegen waren und man ging vergnügt nach Hause.

Oliver Bender / Winfried Bulach 






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