Konzerte

Born Guilty
Second Heat

29.November 2008
Champ's, Frankenthal

Rock in der Provinz, so könnte man das Motto dieser Veranstaltung nennen. Im kleinen aber feinen Musikclub Champ's in Frankenthal kam es am Samstag, dem 29.November 2008 zum Zusammentreffen zweier ambitionierter Bands aus dem Raum Vorderpfalz: Second Heat nennt sich eine Gruppe, die sich vor allem an Covers aus dem Hard'n'Heavy Sektor sehr erfolgreich versucht. Die Jungs um Frontmann Günter Horn und Gitarrist Christian Stalla holten bei Songs von Judas Priest, Gary Moore und Ozzy Osbourne alles aus sich heraus. Instrumental war ebenfalls alles zum Besten bestellt. Die Songs wurden authentisch dargeboten, ließen aber auch die notwendige individuelle Note nicht vermissen. Nach etwa 50 Minuten war dann viel zu früh Schluss und die Band verabschiedete sich unter dem stürmischen Applaus der leider viel zu wenigen Zuschauer.

Nach etwa zwanzig Minuten Umbaupause enterte mit Born Guilty der Top Act die Bühne. Diese neue Formation, die sich anschickt mit Eigenkompositionen im straighten Hardrocksektor auf sich aufmerksam zu machen, hatte ihren ersten kompletten Gig in der Bandgeschichte zu bestreiten. Entsprechend hoch war die Nervosität zu Beginn des Auftritts. Doch schon nach den ersten Tönen des Introriffs zu 'Worse Than The Devil' war klar, wohin der Marsch gehen würde: knackige Rocksongs ohne Schnörkel, professionell vorgetragen und fett herunter gerotzt. Dazwischen gab es immer kleine Anekdoten, die vom Gitarristen und Bassisten, den beiden Sängern von Born Guilty, vorgetragen wurden. Besondere Highlights waren der mit einem sehr groovigen Riff versehene Stampfer 'Nasty Habits', die Bottleneck Bluesnummer 'Dirty Old Man', das beißend sarkastische 'Sweet Me' und 'The Right Stuff', ein fetter Blues, der das Zeug dazu hat, als Grundlage für ausgedehnte Jams verwendet zu werden.

Spätestens mit der Band Hymne 'Born Guilty' waren alle Dämme beim Publikum gebrochen und die beiden Rausschmeißer 'Back To School' und 'No Time (To Waste My Time)' heizten dem Publikum noch einmal so richtig ein. Nach satten 100 Minuten ohne Durchhänger war das Debut dieser hoffnungsvollen Band beendet. Die andauernden "Zugabe"-Rufe wurden mit einer weiteren dreckigen Bluessession beantwortet. Danach fiel dann endgültig der Vorhang. In dieser Form haben es Born Guilty in der Hand, von Redaktionslieblingen zu echten Hausnummern des straight gespielten Hardrocks zu werden. Gut!

Chris Tian (Gastautor)






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