Konzerte

Wishbone Ash
Jimmy Bowskill

28.Januar 2010

Es ist mittlerweile ein alljährliches Ritual, dass die Twinguitar-Legende Wishbone Ash im Rex in Lorsch reinschaut und ihre südwestdeutschen Fans verwöhnt. Bei widrigsten Witterungsbedingungen mit Glatteis, Eisregen und all den anderen Unannehmlichkeiten des Januars, machte sich dennoch eine große Schar von Classic Rock Fans auf den Weg, Wishbone Ash bei der Tour zum 40jährigen Bestehen zu bestaunen. Und der Weg hat sich weiß Gott gelohnt!

Zunächst betrat Jimmy Bowskill mit seiner Rhythmusgruppe die Bühne. Der 18-jährige Kanadier bot mit seinen sehr stark an britische Bands der 70er Jahre wie Humble Pie oder Led Zeppelin angelehnten Songs einen grundsoliden Auftritt, auch wenn der Funke nicht so ganz überspringen wollte. Das lag vielleicht am Gitarrensound, der einfach viel druckvoller hätte ausfallen müssen. Das merkte der Künstler dann auch leider am CD-Stand, da er trotz aller erwiesener musikalischer Klasse, kaum etwas von seinen mitgebrachten Tonträgern unters Volk bringen konnte.

Mit der quasi instrumentalen Eröffnungsnummer 'Vas Dis' vom legendären "Pilgrimage"-Album ging es ungewohnt jazzig los und die Maßstäbe für die gesamte Veranstaltung waren gesetzt. In den nächsten knapp zwei Stunden boten die Mannen um Urgitarrist Andy Powell ein Feuerwerk an Hits durch die Jahrzehnte, wobei natürlich die 70er Jahre - und hier natürlich vor allem das Jahrhundertwerk 'Argus' - den Schwerpunkt des Rückblicks darstellten. Aber auch die Gegenwart wurde würdig repräsentiert. Wie zu erwarten, wurden allerdings die 80er Jahre und die Technophase, die ja nun mit dem klassischen Wishbone Ash Sound gar nichts zu tun hatten, komplett ausgespart. Dafür fanden aber auch Nummern wie 'Front Page News' wieder ihren Weg in die Setlist.

Die Gitarrenarbeit der beiden Klampfer stand natürlich wie immer im Zentrum, wobei die Rhythmusgruppe gewohnt solide zur Sache ging und die immer stilvollen Gitarrenexzesse in einen würdigen Kontext setzte. Das Ende der Veranstaltung deutete sich mit einer gut zehnminütigen Version des Wishbone Ash Klassikers schlechthin, 'Phoenix', an. Danach kamen noch 'Blowin' Free' und 'Ballad Of The Beacon' als letzte Zugaben und der Deckel war auf einem mehr als befriedigenden Konzertabend. Müssen so alte Bands immer noch auf Tour gehen? Diese Frage wurde wieder einmal mit einem glasklaren und überzeugenden "Natürlich!" beantwortet. Und warum? Nun, weil es unter den jungen Bands solch eine Musik gar nicht gibt. Die Twin Guitars sind eben hier immer noch absolut state of the art!

Frank Scheuermann






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