Konzerte

Scorpions

24.Mai 2003

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des „Allgemeinen Deutschen Automobil Clubs“, wurde in Stuttgart eine riesige Geburtstagsparty u.a. mit dem Formel Eins Fahrer Ralf Schumacher, den Rattles, den Scorpions und vielen weiteren Gästen arrangiert. Über 80.000 Gratulanten folgten dem Ruf des ADAC und feierten den ganzen Tag rund um den Schlossplatz vor und auf der Open Air Bühne.

Die Scorpions können noch nicht auf ihren 100. Geburtstag anstoßen. Seit ihrer Gründung 1965 und ihrem Debütalbum „Lonesome Crow“ im Jahre 1972, sind die Hannoveraner jedoch nicht mehr aus der Musikwelt wegzudenken. Unvergessen sind die zahlreichen Erfolge des Quintetts. Obwohl es in den letzten Jahren etwas ruhiger um sie wurde, zählen sie nach wie vor zu einer der besten Live-Bands weltweit. Dementsprechend Groß war meine Vorfreude auf den heutigen Abend, da ich die Scorpions das letzte Mal im Januar 1991 gesehen habe und die Berichte der letzten US-Tour im Paket mit Whitesnake und Dokken auch nur Gutes verhießen.

Gleich beim Opener ‚Bad Boys Running Wild’ und dem nachfolgenden ‚The Zoo’ wird schnell deutlich mit welcher Spielfreude und Engagement die Hannoveraner zu Werke gehen. Sichtlich beeindruckt von der Kulisse - immerhin befinden sich zu diesem Zeitpunkt gut und gerne 60.000 Menschen auf dem Schlossplatz - läuft insbesondere Sänger Klaus Meine zur Höchstform auf. Es dürfte schon ein paar Jährchen her sein, wo man in Deutschland vor solch einer Kulisse aufspielen durfte. Wie ein Wiesel flitzt der kleine Sangesbarde auf der Bühne entlang. Besonders auffällig rocken Rudolf Schenker und der neue Bassist um die Wette, während Leadgitarrist Mathias Jabs gewohnt cool sein Brett bearbeitet. Die gesamte Truppe strotzt vor Spielfreude und haut einen Klassiker nach dem anderen raus. Egal ob ‚Lovedrive’, ‚Always Somewhere’ oder ‚No One Like You’, das Programm lässt keine Wünsche offen und bietet eine Vollbedienung. Die Scorpions nutzen die Gunst der Stunde und schicken die Fans auf eine Zeitreise. Wobei gerade ‚Holiday’ am besten von den Fans aufgenommen und begeistert mitgesungen wird. Besonders erwähnenswert sei noch das aggressive Schlagzeugsolo von James Kottak, zu dessen Finale sich der verrückte Fellgerber eine leere Flasche Pils auf dem Kopf zertrümmert. Wer’s braucht…! Gott sei dank hatte er beim nachfolgenden Song ‚Blackout’ nicht denselbigen. Rudolf Schenker kommt mit dem üblichen Mullbindenturban und Gabel-Brille - entsprechend des Covers der legendären Scheibe - auf die Bühne. Der „Erste Preis“ für die unmöglichsten Gitarren kann er an diesem Abend für sich verzeichnen. Die bei ‚Blackout’ eingesetzte futuristische Gitarre mit qualmenden Auspuff ist Geschmackssache. An seine „Silberpfeil-Flying-V“ mit eingelassenem Silberstern im Korpus und Kopfplatte kann man sich gerade so gewöhnen. Doch den Vogel schießt der Gibson-Liebhaber mit der „Accoustic-V“ ab! Da aber ansonsten nichts zu bemängeln ist, möchte ich den Abend kurzum als „Sehr geil“ bezeichnen! Im Zugabeteil gibt es dann noch ‚Wind Of Change’, wobei insbesondere das extra aus Russland angereiste Pärchen neben mir auf seine Kosten kommt und freudig ihre Nationalflagge schwenkt. Nach ‚Still Loving You’ und dem letzten Stück ‚Rock You Like A Hurricane’ folgte dem musikalischen Feuerwerk auf der Bühne, ein bombastisches Höhenfeuerwerk, welches den Stuttgarter Nachthimmel hell erleuchten lässt. Super Show, Super Stimmung! Auf die nächsten 100 Jahre ADAC!

Frank Hameister 






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