Konzerte

Sum 41
Reel Big Fish

28.Februar 2002

Die Chartstürmer von Sum 41 traten mit Support von Reel Big Fish ihre erste Headliner Tour durch Europa an und machten dabei am 28.Februar 2002 im Wiesbadener Schlachthof halt. Als wir dort eintrafen sah es aus wie immer, leere Bierdosen bzw. Flaschen lagen überall verstreut vor der Halle, also alles um einen gelungenen Abend einzuläuten. Eines ist mir allerdings aufgefallen, es war nicht das übliche Publikum heute Abend anwesend sondern viele pubertäre Jugendliche, die mal schnell zu einem Punkrockkonzert müssen, weil Mama und Papa es ausnahmsweise mal erlaubt haben, aber nun gut. Den Anfang des Abends machten Reel Big Fish, die mit ihrer Skacore Show die Halle zum beben brachten und nebenbei ihre "neuste" (neu ist sie zwar, aber keine neuen Songs / Best Of und das bei gerade mal zwei Longplayern) CD live vorstellten. Mit Songs wie 'Beer', 'The Set Up' oder 'I Want Your Girlfriend To Be My Girlfriend Too' brachten sie die Jugend von heute zum abtanzen, so dass die meisten schon vor Sum 41 ausgepowered waren. Kurz vor Ablauf ihrer 40 Minuten Spielzeit, brachten sie die Cover-Version von A-Ha's Megahit 'Take On Me', was letztendlich den Schlachthof in ein Tollhaus verwandelte und als sei dies nicht schon genug, da packten sie noch einen schnellen Song drauf und waren seither nicht mehr zu sehen. Nun wurde sich von den Anstrengungen der ersten Pogorunde erholt und auf den Headliner Sum 41 gewartet.

Wie nicht anders zu erwarten war stürmten auf einmal alle zu jungen Leute nach vorne um ihren Idolen ganz nah zu sein. Nun war es endlich Zeit für den Auftritt der vier kanadischen Punkrocker. Die Show fing an wie ihr letzter Longplayer "All Killer No Filler", zumindest die ersten zwei Songs, ehe meine Ohren das Unmögliche wahrnahmen, die Jungs kamen doch tatsächlich auf die Idee einen kleinen Ausschnitt aus Slayers 'Raining Blood' zu spielen ehe sie mit ihrem letzten Hit 'Motivation' fortfuhren. Es schloss sich eine etwas längere Pause an, da Frontmann Bizzy D auf einmal Hunger bekam und in seine Gitarre biss, was er allerdings geschickt als grandioses Gitarrensolo deklarierte. Es ging weiter mit einem älteren Song gefolgt von 'Never Wake Up' und 'All She's Got', welches sie mit Maidens Klassiker ‚The Trooper’ ausklingen ließen. Es folgen neben den ständigen Unterbrechungen á la "Ich bin ein guter Drummer und spiel mal ein Solo" und "Wer ist denn der bessere Gitarrist von uns" noch der Klassiker 'Yo Rock' ehe sich mit 'Fat Lip' das Ende näherte. Nach fünf Minuten Pause, die man zwischendurch sowieso durch das ständige Gelaber hatte (wäre Bizzy D mal im Interview so redegewandt gewesen), folgte die Zugabe mit 'Rhythms' und 'Pain For Pleasure', die ziemlich mager ausfiel, inklusive Zugabe knapp über eine Stunde auf der Bühne (abzüglich der Sprüche). Als Fazit der Show bleibt mir leider nur zu sagen, dass Reel Big Fish voll und ganz zu überzeugen wussten und Sum 41 in den Schatten stellten, denn sie brachten die Halle richtig zum beben und bestachen durch einen guten Sound, den man bei Sum 41 stellenweise vermisste.

Nils Manegold 






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