Konzerte

Status Quo
Uriah Heep

23.November bis 23.November 2013

Es warschon ein denkwürdiger Abend in der Harmonie in Heilbronn. Zwei Giganten der 70er Jahre trafen zusammen, die in ihrer Karriere mehr als 160 Millionen Scheiben verkauft haben.

Das Konzert wurde von Uriah Heep mit dem großartigen "Overloád" von der 2009er Scheibe "Wake The Sleeper" eröffnet, womit die fünf Mitglieder der britischen Band gleich zu Beginn sicherstellten, dass es sich keineswegs um ein reines Oldiefestival handeln würde. Mit unglaublicher Spielfreude machten die Mannen um Mick Box klar, dass sie das lieben, was sie tun. Die Arrangements sitzen, die zum Teil fünfstimmigen Harmoniegesänge klappen wie noch nie und selbst Fans, die wie ich, immer zu Konzerten der Band in der Gegend reisen, werden durch kleine Veränderung, überraschende Stopps und variierte Soli überrascht. Das Publikum merkte sofort, was für eine unglaubliche Band hier auf der Bühne stand, und fraß dem Fünfer von Beginn an aus der Hand. Absolutes Highlight war "Between Two Worlds von "Sonic Origami", das den verstorbenen Bandmitgliedern Gary Thain und David Byron gewidmet ist, und das von den Fans frenetisch abgefeiert wurde. Neben den unverzichtbaren Klassikern "Easy Livin'", "Lady In Black", "Gypsy" und "Look At Yourself" brachte man auch seltener gespielte Juwelen zu Gehör ("Traveller In Time", "Sunrise"), dazu noch "I'm Ready" vom aktuellen Output "Into The Wild". Den Übersong "July Morning" brachte Bernie Shaw mit einer Gesangsleistung zu Gehör, wie selbst ich sie noch nie gehört habe. Reine Gänsehaut. Nach viel zu kurzen 60 Minuten und der Zugabe "Lady  Black" war allen in der Halle klar, dass dies keine Vorgruppe, sondern ein mindestens gleichwertige Topact war.

Um 21.30 betraten dann die Dampfhammer-Boogie-Veteranen von Status Quo die Bretter. Gleich mit den beiden ersten Songs "Caroline" und "Paper Plane" hatten sie das Publikum auf ihrer Seite. Auch wenn Uriah Heep auf allen Positionen instrumental deutlich besser besetzt sind als Status Quo, verstanden es die Drei-Akkord-Götter, die Zusachauer auch dank der recht simpel gehaltenen Songstrukturen zu begeistern. Mit "Looking Out For Caroline" und "Go Go Go" von der aktuellen Scheibe "Bula Quo" wurde das Tempo hoch gehalten, auch wenn Francis Rossi augenzwinkernd anmerkte, dass das Publikum wohl keine neuen Nummern hören möge, sie sich dadurch aber nicht davon abhalten lassen würden. Im zweiten Teil wurden dann, wie bei Status Quo üblich, die Hits, die man nicht komplett unterbringen konnte, in einem Medley verheizt. Das waren dann unter anderem "What You're Proposing" oder "Railroad". Der einzig unnötige Teil war das Drumsolo, da es nur mittleren Standard bot und ein Drumsolo von Überschlagzeuger Russell Gilbrooke von Uriah Heep vermutlich interessanter gewesen wäre. Aber es war vermutlich sowieso nur eingebaut worden, um Rossi, Parfitt und Bown eine kurze Verschnaufpause zu gewähren. Einen Song, den ich nicht gebraucht hätte, der aber trotzdem dankbar angenommen wurde, brachte man ebenfalls im Mittelteil der Show: "In The Army Now". Da war das witzige "The Oriental" von der großartigen "Heavy Traffic" schon ein anderes Kaliber. Zum Ende hin wurde die Schlagzahl mit "Roll Over Lay Dow" und "Rockin' All Over The World" noch einmal erhöht.

Mit dem Cover der Steamhammernummer "Junior's Wailing" und "Bye Bye Johnny", einem quasi-Chuck Berry-Cover war dann auch der Zugabenteil beendet.

Nach gut zweieinhalb Stunden reiner Musik konnten die Zuschauer sehr zufrieden nach Hause gehen, in dem Wissen, einen wundervollen Abend mit handgemachter Musik erlebt zu haben. Würde man das Konzert als Wettstreit zwischen den beteiligten Bands sehen, dann hätten Uriah Heep aufgrund des deutlich höheren musikalischen Niveaus eindeutig die Nase vorne gehabt. Aber egal, wie man das auch immer sieht: Ein toller Abend in Heilbronn!

Frank Scheuermann






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