Konzerte

PartySan 2012

09.August bis 11.August 2012

Es war soweit die Pforten der Hölle öffneten sich, Schlotheim war das Ziel und als Fan für Extreme-Metal folgte man diesem Frohlocken. Donnerstag war es und als man endlich dort, so nah vorm Ziel kam der Stau. Wie alljährlich mussten und wurden die Autos kontrolliert, was zu diesem Stau führte, der sich im Laufe des Tages noch verlängern sollte. Nicht in die rekordverdächtigen 16 km vom Breeze, aber immerhin. Nachdem alles danach geregelt war, öffnete auch das Festivalgelände...

Als dieses geschah konnte man feststellen, dass einige Metaller ihre Hausaufgaben gemacht hatten, denn Headliner war am Donnerstag Bolt Thrower und diese Band verkauft nur dort Merch, wo sie auch spielen. Kein EMP, kein sonstiger Katalog  verkauft deren Merch. Dadurch rannten einige Fans quer übers Gelände um die Merchsachen von den Briten zu ergattern. Diese hatten ein eigenes Zelt aufgebaut und bis es Abend war, war alles weg!

Donnerstag

Bei all dem Merchwahn, wurde fast der Opener des Festivals vergessen: DEAD CONGREGATION
Die Jungs hatten ein endlos anmutendes Intro, dazu noch Soundprobleme, welche nie gänzlich geklärt wurden und zur Freude aller die diese Band nicht kannten, keine Songansagen oder von welchem Album der jeweilige Song stammt. Trotz allem boten sie eine gute Show in ihrem Deathmetal, Knüppel aus dem Sack, aber einzelne Songs voneinander zu unterscheiden, das ist was anderes. Aber die Griechen boten im Gegensatz zu ihren gewählten Volksvertretern eine gute Show.

Danach war es IN SOLITUDE die immer zahlreicher werdenden Fans zu beglücken. Die Jungs aus Schweden stellen eine Art Gegenpol des Donnerstagsbillings dar. Mit ihrem Heavy Metal der ein wenig schwermütig rüber kommt aber durch Hooks und Riffs und vor allem den Fronter zu überzeugen weiß, hatte man recht schnell die Fans in der Tasche. Aber auch hier gab es keine Ansage der Songs, somit kann ein voller Arbeitsnachweis nicht erbracht werden...

Anders sah die Gemütslage bei NECROS CHRISTOS aus, okkult Death Metal aus Germany, dieser hatte wirklich viele Fans versammelt die sich diese Show nicht entgehen lassen wollten. Songs wie ‚Flame of Master Shiva‘, ‚Doom of Kali Ma‘ oder ‚Pyramid of Shakti Love’ nur mal als kleine Anleitung. Die alttestamentlichen Texte oder Kabbala-Texte sind wunderbar integriert. Dazu noch die Breaks, Tempoverschleppungen, das alles machte schon richtig Laune.

Aber an NIFELHEIM kamen die Herren nicht ran. Die Jungs sind eine Klasse für sich. Alleine schon die extreme Kleidung, mit ihren 200er Stahlnägel-Armbänder und allen anderen Varianten und Größen von Nieten, dazu noch der geile Sound und ihr Fronter, Pelle Gustavson. Dieses Black Metal machte richtig Laune. Ihre Evil-Songs sind auch szeneweit bekannt, insofern überraschen die Songtitel nicht wirklich, auch wenn mit einem schönen Black’n’Roll-Stampfer begonnen wurde ‚Evil is Eternal‘ dazu gab es dann noch Possessed by Evil‘, ‚Demonic Evil‘ oder auch ‚Black Evil‘. Man hatte Spaß mit den Jungs deren letztes Release leider schon ein paar Jahre zurück liegt.

Überraschenderweise war nun eine Band dran die gerade ihren dritten Gig zu verbuchen hatte, VALLENFYRE aus dem Königreich GB. Erklären lässt sich dies anhand der Bandaufstellung, wenn man sich ansieht welche Akteure wo spielen, eigentlich. Ja, eine Superstartruppe hat sich zusammen getan und spielten einen erfrischenden Mix aus Death und Doom. Geht nicht? Oh, doch… Dann hört euch die Songs an die u.a. gespielt wurden, fast alle von ihrem Album „A Fragile King“: ‚The Divine Have Fled‘, ‚Ravenous Whore‘, ‚Humanity Wept‘, ‚A Thousand Matyres‘, ‚Seeds‘ oder ‚Desecration‘.
Die Jungs machten richtig Laune. Der Basser, das war ein richtiger tu-nicht-gut auf der Bühne, immer unterwegs, fett.

Jetzt war es Zeit für ein tiefgehendes Ereignis in Gestalt von SOLSTAFIR. Der isländische Vierer segelt in ruhigeren, getragenen, atmosphärisch und emotional geladenen Gefilden, mit gelegentlichen Ausbrüchen im Black Metal, was im Allgemeinen ihre Wurzeln sind aber immer mehr vom psychodelic Einfluss ersetzt wird. Mit Songs wie ‚Fjara‘ oder Goddess of Ages‘ oder ‚Svartir Sandar‘, ja man wusste zu überzeugen, viele Fans hatten sich versammelt um diesem Gig beizuwohnen. Sie wurden nicht enttäuscht, die Band bot alles, die einsetzende Dunkelheit verhalf der Lightshow zu einem immer größer werdendes Instrument in Punkto Untermalung zu werden, Nebel, Spots, Strobo, variable Farben, man konnte schon in Verzückung geraten.

Nun machte sich eine gewisse Hektik bereit, einer der Aushängeschilder deutschen Thrashs stand an, Onkel Tom und seine Mannen, die SODOM-Buben. Ein etwas länger anmutender Soundcheck raubte Tom und Co. ein paar Minuten der Spielzeit, dazu kamen noch Soundprobleme während des Gigs, was sehr untypisch war, aber eben da war und behoben werden musste… All dies führte zu einer verkürzten Setlist, so dass am Ende lediglich um die 9 Songs zu Buche standen! Die Show zu beschreiben ist fast überflüssig, man kennt Tom, man kennt Sodom, geile Show, super Interaktion mit den Fans und wenn man sich im 30-jährigen Bandjubiläum befindet ist auch klar, dass aus fast allen Schaffensperioden etwas gespielt wurde, wobei manch ein Song eher zelebriert wird, man nehme ‚Sodomy and Lust‘, ‚M16‘, ‚Outbreak of Evil‘, ‚The Saw ist he Law‘, ‚Agent Orange‘ und mit Remember the Fallen‘ endete auch der Gig sehr abrupt, kein Outro, kein Servus wurde von mir vernommen, recht eigenartig, sorry Tom, aber das, naja...

Aber kaum einen kümmerte dies groß, denn BOLT THROWER standen an und man merkte richtig, dass die Herren und die Dame sehr selten in unseren Breiten zu sehen sind, denn so was wie Nervosität  und Vorfreude, diebische Vorfreude, machte sich breit. Im Jahre 2008 waren sie das letzte Mal auf dem PSOA, vier Jahre, aber nun endlich ist es wieder soweit… Geile Show, agil, guter Sound, aber ein wenig zu leise für den Headliner, für manche sogar der Headliner, aber immer noch zu leise… Denn es gab ‚The IVth Crusade‘, ‚War‘, ‚Remembrance‘, ‚World Eater‘, ‚For those once Loyal’, ‘Where next to conquer’, ‘Cenotaph’, ‘The Killchain’, ‘Powder Burns’, ‘Salvo’ und natürlich ‘No guts no Glory’ und als letzter Song ‘When cannons Fade’. Jedes weitere Wort erübrigt sich beim Anblick dieser Setlist, oder? Nicht jeder Song ist aufgeführt aber diese Liste sollte euch zeigen, dass es geil war… Dank an den Veranstalter, dass dieser Act geholt wurde, richtig fett, der Gewinner des diesjährigen PSOA in meinen Augen!

Mit ‚When cannons Fade‘ war die Nacht natürlich nicht vorbei, es gab ja noch die Metaldisco, für diejenigen die noch fit waren oder glaubten es zu sein. Bis in die Puppen gingen die einzelnen Partys weiter und als die Sonne aufging, ging es wieder los und man musste feststellen, dass der Schlaf wieder nicht ausgereicht hat. Good Morning Kopfschmerz… Es ist Freitag, Tag zwei des diesjährigen PartySans...

Freitag

Als Opener sollten die Herren von MALIGNANT TUMOUR fungieren, die mit ihrem rotzigen und durch aus schnellen Motörhead-Sound richtig Laune machten verbreiteten. Auf die Ohren gab u.a. ‚Satan Rise‘ und ‚We are Metal‘. Bei Letzteren wurde zuvor die Fanbase noch aktiviert, so dass ein richtig vergnügter Haufen vor der Bühne war.

Danach war es an den Australiern von ASSAULTER die Massen zu aktivieren und das ist dem Dreier durch aus gelungen mit ihrem Black/Thrash Metal. Natürlich hat man in den eigenen Reihen auch Kompetenz, mit einem Vertreter von Destroyer666. Die Jungs waren richtig variabel und straight und verdammt geil! Thrash mit Songs à la 'Titan' oder 'Cry Aloud' machten richtig Spaß...

IRON LAMB sind eigentlich erfahrene Deathmetaller aus verschiedenen Kombos doch heuer haben sie sich dem Punk verschrieben...Nun gut, alte Laster lassen sich nur schwer verbergen aber an diesem Tag sind sie der Farbpunkt auf der Setlist und durchbrechen die schwarze Wand. Aber das Echo aus Fangemeinde ist sehr verhalten. Die Herren gaben alles, hätten wohl mit ihren eigentlichen Formationen wesentlich mehr gepunktet.

GOSPEL OF THE HORNS hatten nun die Chance sich viele neue Fans zu erobern. Dieser deutsch-australische Black/Thrashmix sollte nun wieder Fahrt aufnehmen und das gelang ihnen und wie. Das einzige was man ihnen vorwerfen kann ist die Unterschiedlichkeit der Songs, viele hörten sich zu gleich an. Natürlich gibt es Unterschiede, aber… Es gab 'Land Back', 'Strength Through Fear‘ oder dem Bandsong 'Gospel Of Horns' auf die Ohren.

Danach waren ENTRAIL an der Reihe, ein schwedisches Deathmetal-Schlachtschiff. Die Jungs sind richtig abgegenagen und haben die Fans total überzeugt egal ob es ‚The slithering below‘, ‚Unleashed Wrath Taken‘, ‚Crawling Death‘, Evil obsession‘, ‚End of all Exiostence‘, ‚Eaten by the Dead‘ oder der Bandname als Song ‚Entrails‘. Die Jungs machten richtig Spaß und obwohl schon etwas älter, sind sie super!

Danach kamen die Jungs von SKALMÖLD an die Reihe mit ihrem ruhigeren Pagan von Island. Die Abgeschiedenheit einer solchen Insel, die auch sonst nicht viel zieht, macht sich dann musikalisch schon bemerkbar und unterscheidet sich dann von all dem was man sonst mit dem Thema Pagan/Viking verbindet. Die Jungs spielen ihre folkloriostischen Motive voller Inbrunst aber mit schwindenden Besucherzahler, da es eben nicht straight Double-Bass gibt, sondern komplexe Strukturen. Im Gepäck ihr aktuelles Album „Baldur“, von dem sie einige Songs spielten, nicht alle, da ihnen da die Zeit fehlte.

Mit GENERAL SURGERY kam ein Schwedenlazarettschiff an die Reihe, mit blutigen Kitteln auf der Bühne, blutverschmierten Gesichtern standen sie da und zelebrierten ihr Gemetzel im Grind! Mit Songs wie ‚If these walls could talk‘ oder von ihrer kommenden EP „Like in Heaven…“ machten sie den Leuten so richtig Beine, denn wie es bei Grind üblich ist, gab es einen Circle-Pit, der auch der Band richtig gut gefiel. Geiler Auftritt, leider zu kurz!

DARK FORTRESS, eine deutsche Black Metal Kombo, schickte sich an die Fans zu begeistern mit ihrem variablen Blackmetal von infernalischen Songs bis hin zu atmosphärischen Stampfern. Das untypische Keyboard macht sich aber unheimlich gut bei den Jungs, aber da keine Songs angesagt wurden kann man auch nichts vermelden, man ist eben evil und pfeift auf verkaufte CDs. Der Funke wollte auch nicht so recht überspringen zu den Fans, was den ganzen Auftritt recht durchschnittlich machte.

Agiler, freudiger, richtig Bock hatten IMMOLATION, die US-Boys die ziemlich lange im Underground furore machten aber endlich mal dort rauskommen sollten, das Zeug dazu haben sie definitiv, wie hier und heute zu hören war. Aber auch hier gab es kaum Songansagen bis auf ‚What they bring’  oder ‚Under the supreme‘ oder ‚No Jesus, no Beast‘ gab es keine Ansagen. Jedoch wurde Werbung für das erscheinende Album im Jahre 2013 gemacht. Man nutzte seine Chance und ging richtig ab, man spürte richtig, dass die Jungs bock hatten, was die Fans sehr freute und selbige auch abgingen!

GHOST BRIGADE fielen ein wenig aus der Deathkulisse heraus und spielten ihren was auch immer, da dieser Stil so eigenständig ist und kaum in eine Schublade passt. Groovig, progressiv, technisch anspruchsvoll und variabel vorgetragene Lyrics mal ruhig mal Gekreische, kamen die Herren zu meiner Überraschung doch sehr gut an. Auch Songansagen kann ein Set Bestand haben. Aber als Lauschprobe probiert es mit diesen gespielten Songs: 'Lost In A Loop', oder 'Clawmaster'.

Der Pre-Headliner des Abends war NILE und als alle Soundprobleme gelöst waren ging es auch los und wie… Nicht seit kurzem weiß man, dass das Mastermind hinter Nile sich der Ägyptologie verschrieben hat und somit war klar, dass es wieder einen extravaganten Ancient Egyptian Death Metal Abend geben wird der Fans vereinen und teilen wird, den einen gefällt es, den anderen nicht. Jedenfalls spielten die Jungs aus verschiedenen Schaffensperioden Songs wie ‚Sacrifice into Sebek‘, ‚Defiling the Gates of Ishtar‘, ‚Supreme Humanism of Megalomania‘, ‚Permitting the noble Dead…‘, ‚Enduring the eternal Molestation of Flame‘ oder ‘Hall of Saurian Entombment’. Dazu gab es noch eine fette Lightshow die ihr Übriges dazu beitrug, dass dies ein geiler Gig wurde. Auch die Interaktion zwischen Fans und Band passte, da der Fronter Karl Sanders, immer wieder animierte und die Fans holte u.a. durch einen Deathmetal GEsangskontest mit und für die Fans, Thema war die Deathmetal Voice. Ein rund um geiler Gig.

Dann war es soweit der offizielle Headliner IMMORTAL stand an und es gab die obligatorische Umbauphase mit einer kaum enden wollenden anmutenden Soundprobe, als man glaubte es sei überstanden begann es nochmals von vorne. Die Fans wurden langsam sauer und gaben ihren Unmut kund – half aber nix. Mit einer gefühlten Verzögerung von 2 Stunden ging es los. 2003 aufgelöst, 2007 Re-Union und 2011 und 2012 auf vielen Bühnen zu sehen, mit den selben Stargetue wie heuer in Schlotheim, verkürzte Gigs und das Gefühl, das es „runter gespielt“ wurde. Ich habe die Band im letzten ¾ Jahr 3 mal gesehen und Maße mir dieses Urteil zu. Auf die Ohren, mit all dem Posing, dem hin und her laufen, die Gitarre hoch, links, rechts, nach unten zeigend, die Zunge heruas strecken wie bei Kiss gab, wen wunderts, ‚Sons of Northern Darkness‘, ‚Darkness Arise‘, ‚Beyond the Northern Waves‘, ‚At the haert of Winter‘, ‚The call oft he Wintermoon‘, ‚in my Kingdom Cold‘, ‚Tyrants‘ oder eben das Lied von Immortal: ‚One by One‘. Wie gesagt eine Best-of-Setlist, aber das getue der Band… eines Headliners absolut unwürdig. Da hätte man evtl. doch tauschen sollen – mit Bolt Thrower!

Tentstage

Die Mainstage des Freitags ist bedient, jetzt fehlt noch die Neuerung im Jahre 2012: Die Tentstage wurde bespielt von Nachwuchs Bands die aber schon einiges an Bühnenerfahrung haben, viele Bands haben auch schon Releases zu verbuchen. Damit es keine klassische 2-Bühnen-Festivalatmosphäre aufkommt, spielen diese Bands immer in den Umbauphasen auf der Mainstage, so ca. 20 Minuten… Eine gute Chance eine größere Masse an Fans anzusprechen bzw. neue zu gewinnen.

Es ging von Death zu Black und wieder zurück, all enthalben egal ob es HARADWAITH waren, die sich in Nebel versteckten und ihre typische True Norwegian Black Metal inspirierte Show abzogen und ihr Album „Creating Hell“ präsentierten oder TORMENTED die mehr sind als Newcomer sind und Songs im Kasten hatten wie ‚Rotten Death‘ oder ‚Graveyard Lust‘ mit denen sie die Fans in Verzückung setzten und ein Feuerwerk abbrannten. Hätten die gewusst, dass Immortal sich so bitten lassen, wäre ein noch geilerer Gig entstanden.

DECEMBER FLOWER, OBSCURE INFINITY, CHAPEL OF DISEASE und VIVUS HUMARE reihten sich einfach nur ein in die Reihe der Bands die richtig abgingen, ihren Sound der Masse kund taten, die Lightshow nutzen wie man sie nutzen konnte. Jedoch hätten 5 Minuten mehr den Bands gut getan, denn kaum begonnen musste man wieder die Bühne verlassen. Passiert es einem dann wie bei Chapel, dass das Sample nicht eingespielt werden will, vergeht eine halbe Ewigkeit und reduziert die Spielzeit, manch ein  Headliner ist froh drum, die Bands die diese Bühne rockten, die hatten Bock und denen tat das in der Seele weh...

Evtl. ist es in der Zukunft denkbar, da sich in meinen Augen diese Stage bewiesen hat, wie die Fanzahlen gezeigt haben dürften, dass man eine Band auf der Mainstage einspart und diese Einsparung den Bands im Zelt an Spielzeit zu Gute kommen lässt.

Und danach wurde die Tentstage wieder zum Austragungsort der Metaldisco...

Der letzte Tag bricht an, kaum im Zelt schon wird man wieder durch die ein oder andere Heimzeltanlage geweckt, juhu es ist Samstag...

Eröffnet wird der Reigen von RECTAL SMEGMA, dem Nachrücker für Rompe Prop, selbe Liga, Porngrind. Die Jungs spielten wie es sich für Grind gehört, aber verbreiteten so eine gute und ausgelassene Stimmung, dass sich sehr schnell ein Circle Pit bildete und immer mehr Fans sich vor der Bühne versammelten. So viele Fans beim Opener habe ich hier noch nicht gesehen. Songs wie ‚Ja it smgema‘, ‚Fuck Face‘, ‚Daddy’s Bitch‘ oder ‚Braindead‘ alles Songs die richtig abgingen. Es gab Zugabe-Rufe und – Achtung – sie wurden erfüllt. Die erste Band die eine Zugabe spielen durfte. Die Fans waren entzückt und die Band überrascht. Auf mich wirkte die Szenerie auf der Bühne folgender Maßen: Also die Stagebeauftragte geht zum Sänger und sagt sie dürfen noch 3 Minuten spielen. Der Sänger geht zum Schlagzeuger und sagt ihm das, der nickt, zum Basser, der nickt auch nur der Gitarrist der zuckt mit den Schultern und fragt den Sänger, was sie spielen wollen, sie hätten alles gespielt… Der Sänger sagt ihm, spiele deine Power-Riffs und folge dem Schlagzeug, ich improvisiere.. So oder so ähnlich muss es gewesen sein, denn die nächsten beiden Songs, ja denen fehlte etwas… sei es die Linie oder die „echten“ Vocals oder das bekannt sein als Song… Aber die Jungs waren fett und die Fans hat dieses Szenario nicht gestört.

Danach waren die TRASH AMIGOS dran die ihr neues Album im Gepäck hatten „Hijos de la Chingada“, mit Paints in schwarz und weiß, dazu noch die obligatorischen Sombreros und Ponjos aus Decken ging es dann ab, mit ihrem Thrash der mit einigen progressiven Riffs bestückt ist. Jedoch konnten sie nicht so überzeugen, da ihnen die Rectal Smegdma ein riesen Brett vorgelegt hatten...

Danach war es CATTLE DECAPITATION ein Brett abzuliefern, da die Erwartung der Fans diesbezüglich schon vorhanden war und es waren nicht wenige die diese Band sehen wollten. Im Gepäck und viele Songs davon gespielt haben die Jungs vom neusten Album „Monolith of Inhumanity“, sei es der Opner davon mit ‚The Carbon stamede‘, ‚A living breathing piece of defecating meat‘, ‚Foprced gender reassignment‘, ‚Lifstalker‘, ‚Your disposal‘ oder ‚Projectile Ovulation‘ dazu kamen noch ein ältere Songs. Alles in allem ein fetter Gig, der allen Beteiligten gut tat… Die Death Grinder aus den USA überzeugten...

Nun war es an der Zeit für eine weitere Band die man entweder mag oder nicht, dazwischen gibt es nichts: NOCTE OBDUCTA mit ihrem deutschen Black Metal aber eben ihrer gehörigen Portion Eigenständigkeit, Komplexität und Eigenwilligkeit, mit ihren Keys, dem so untypischen für BM. Wie es eben auch üblich ist, sind die Songs dann schon etwas länger, was sich auf die Anzahl der Songs auswirkt, so gab es „nur“ ‚Es fließe Blut‘, ‚Lehre‘, ‚Prinzessin der Nacht‘, ‚Fick die Muse‘, ‚Fleisch‘ und ‚Nektar‘ auf die Ohren, aber diese Songs kamen richtig fett rüber. Agil, spielfreudig, mit den Fans ab und an scherzend, aber keine Songansagen… Sonst ein sehr sympathischer Auftritt Jungs, der ihenen selbst auch Spaß gemacht hat.

Danach sollte es zünftig weitergehen mit ARCHGOAT, einem finnischen Dreigestirn im Black Metal Moll. Man muss ihnen auf die Rechnung setzen, dass sie spielten, aber auch nur spielten, es fehlte das gewisse etwas, der Drive, der Esprit, es mag viel verlangt sein so etwas von einer Blackmetal Kombo zu verlangen, aber die Herren wollen ja auch ihre CDs verkaufen. Man hat sich mehr erwartet als nur ein runter spielen. Lieblos war es… Auch bei ‚Whore of Bethlehem‘… Hieß der Song nun ‚In the Restaurant‘ oder nicht? Keine Songansage die man verstehen konnte, somit wieder das Problem „Welche CD kaufe ich von den Herren, ach gut, dann nehme ich die von Cattle Deacapitation…“ Danke, aber so nicht...

Ein Lichtblick tat sich auf, die Jungs von WARBRIONGER schickten sich an Schlotheim zu rocken, nachdem Balingen schon so ein Erfolg war. Unverhofft treten sie früher als geplant auf, da eine andere Band Probleme bei der Anreise hatte. Ihre Eigenständigkeit zeichnet sich immer mehr heraus, ihre gute Show, die Stageperformance, der Sound alles super und macht wirklich Laune. Auch bei den Songs, variabel und doch direkt, immer so wie man es gerade brauchte. Die Fans quittierten dies mit Bangen und Applaus. Als Songs gab u.a. ‚Living Weapon‘, ‚Severed reality‘, ‚Wake up…Destroy‘, ‚At the Crack of Doom‘, ‚Shoot to kill‘, ‚Shattered like Glass‘, ‚Demonic Ecstasy‘, ‚Total War‘ oder auch ‚Living in a Whrilwind‘, ‚Combat Shock‘, ‘We are the Roadcrew’. Wie man liest ein fettes Set und so war es auch.

Auch TOXIC HOLOCAUST wurden vorgezogen, da diese eine besagte Band immer noch nicht da war. Das machte nichts, die Jungs zockten eine geile und sehr agile Show. Der Fronter, Joel, der auch für den Sechs-Saiter verantwortlich ist, bot eine riesen Show und war fast permanent unterwegs. Dazu gab es noch einen guten Sound und sehr freudig aufgelegte Fans. Als Songs bot man ‚War is Hell‘ als Opener, ‚666‘, ‚In the name of Sience‘, ‚I am diseased‘, ‘Agony of the Damned’, ‘The Lord of the Wasteland’ oder auch ‚Bitch‘. Dazu gesellte sich die Aufforderung zum Circle Pit, was auch prompt ausgeführt wurde. Somit gab es wieder zwei Gewinner, Fans und Band.

Nun war es endlich soweit, die verschollene Band war da und bereit für ihr Set: RAGNAROK.
Manch ein Fan hatte den Gig verpasst, da er nicht mitbekam, wer wann spielte, trotzdem waren Scharen von Fans da um dem Gig beizuwohnen. Die Jungs zockten in True Norwegian Black Metal Manier ihre Show, ohne irgendetwas mit den Fans zu haben, eben True BM, aber auch die Songs wirkten lieblos ohne Elan gespielt. Nur Piants und das Geröchel reichen nicht aus, was wohl ein Grund für die eigentlich etwas frühere Spielzeit. Man spielte hauptsächlich neueres Liedgut, welches ein wenig verschnörkelter ist und nicht mehr so treibend, aber es gab auch die Klassiker u.a. In Nomine Satanas‘. Letztendlich ein durch- bis unterdurchschnittlicher Gig.

Erfreuen durfte sich die Ohren und Augen wieder an INCANTATION mit ihrer Art des Death Metals, die geistigen Väter vieler aktuellen Heroen dieses Genres. Sie spielten eine geile Show, man merkte dass sie Spaß und Bock hatten hier und heute da zu sein. Ihre Erfahrung kam ihnen natürlich auch zugute, man wusste wie man zu überzeugen hatte bzw. konnte. Mit Songs wie ‚Oath of Armageddon‘, The Ibex Moon‘ oder ‚Dying Divinity‘ sind nur rein paar Songs mit denen man die Masse verzückte und eine gute Show bot, die Lightshow, dann auch langsam zum Tragen kam.

Mit INSOMNIUM kam ein kleiner Stilbruch, da diese Band melancholisch-atmosphärischen Deathmetal apielte, was viele Breaks, kaum durchgängige Blasts beinhaltet und wahrscheinlich gerade deshalb so gut ankamen, mal abgesehen vom guten Sound und der Performance zu allen Songs wie u.a. ‚Downed with the Sun‘ oder ‚The Elder‘ oder ‚Killjoy‘. Aber eben ihre komplexen Strukturen, Arrangements innerhalb und auch die Setzusammenstellung allgemein überzeugten.

Danach war es Zeit für einen Dino, im positiven Sinne, TANKARD. Wie leitete Gerre es nochmals ein? „30 Jahre Tankard und kein Erfolg!“ Das ist Ironie und Spaß zugleich und ebenso ging der Gig ab, aus allen Schaffensperioden wurden Songs mit den Fans zelebriert, aber der neuste Longplayer wurde auch nicht vernachlässigt mit ‚A Girl called Cerveza‘ dazu noch ‚Slipping from sucking reality‘, ‚Stay thristy‘, ‚Chemical Invasion‘, Rectifier‘, ‚Night on the Moon‘ und was gar nicht fehlen darf ‚Empty Tankard‘ und da es schon vor Beginn des Gigs gefordert wurde ‚Freibier‘. Leider vergingen die 45Minuten viel zu schnell, Onkel Gerre und Co konnten wieder voll überzeugen, die Lightshow kam recht richtig fett und agil waren sie alle auf der Bühne, was die Fans freute und zu heftigen bangen führte. Danke an Tankard!

Vom Thrash zu Black, aber Melodic bitte schön. NAGLFAR waren an der Reihe das Schwarze Blut zu vergießen. Fronter und Mastermind Christofer W. Olivius, gab wieder alles und bot aus den verschiedensten Alben Songs an, welche freudig aufgenommen wurden, ein fetter Sound rundete diesen Auftritt ab. ‚Pale Horse‘, ‚Spoken Words of Venom‘, ‚The Darkest Road‘, ‚The perpetual Horrors‘, ‚I am vengeance‘, ‚The Brimstone Gate‘ oder der letzte Song ‚Harvest‘ zeigten warum Naglfar live eine Macht darstellen, auch wenn dieser Gig nur einer von vieren in diesem Jahr darstellt. Vielsagend kam durch die Boxen „Naglfar is back!“… Mal schauen ob das auch für die Bühnen dieser Welt gilt… Man darf hoffen, denn dieser Gig macht richtig Spaß und Laune auf mehr...

Der Headliner und gleichzeitig der Abschluss auf der Mainstage für das Jahr 2012 stellten BEHEMOTH dar. Endlos mutete die Umbauphase an, zu dem wurde es auf Grund des klaren Nachthimmels auch langsam wirklich kalt und vom Boden her zog die Kälte in die Glieder ein. Ob es die Vorboten von Behemoth waren oder doch nur Kälte liegt im Auge des Betrachters. Letztlich fand der Umbau ein Ende und Nebel füllte die Bühne, die Darsteller bezogen Stellung und nach einem Intro ging es los… infernalisch, laut, schnell, treffsicher, dazu noch die Pyroeinlagen, misanthropisch, antichristlich, verachtend, hasserfüllt und erhaben zu gleich posierten sie für Fans und Linsen und zogen eine Show ab mit Songs wie ‚Christians to the Lions‘, ‚Moonrise Spell‘, ‚No sympathy for fools‘. Man bot eine riesen Show, zeigte warum man die letzte Band des Tages, des Festivals war, weil man so in Erinnerung bleiben wird. Fette Show, danke Jungs, bis zum nächsten Mal!

Tentstage:

Auch am Samstag wurde die Tentstage bespielt, dieses Mal schon ab 10Uhr von den Jungs von The Cashleys mit ihren auf Johnny Cash getrimmten Cover-Nummern quer durch die Rock- und Metallandschaft. Aber ab 17.10Uhr sollten dann wieder tiefere, derbere Klänge erklingen: REVEL IN FLESH, MORTJURI, ZERO DEGREE, KALI-YUGA und VENENUM schickten sich an ihre Mucke zu verbreiten. Wie schon am Freitag erfreute sich diese kleinere Bühne während der Spielpausen großer Beliebtheit und alle Bands konnten neue Fans gewinnen. Sei die erquickend aufspielenden Jungs von Revel in Flesh mit ihrem Death a la Entombed, Benediction und ähnlichen wobei hier ihr Cover ‚Subconscious (T)Error‘ ausdrücklich werden muss oder Venenum, die einen fetten Sound hatten und wuchtig-fett rüber kamen mit ihrem ‚Bewitched Craft‘, der Dunkelheit und dem Nebel macht diese Band richtig Atmosphäre und drückt! Die Melodic Deather von Zero Degree mit ihre Songs vom aktuellen Album „Surreal World“ gespielt wurden so wie z.B. ‚Whispering Age‘ oder ‚The Fog‘. Jede einzelne dieser Bands hat Spaß gemacht und somit die Nominierung gerechtfertigt. Fehlt nur n och, dass nächstes Jahr diesen Bands mehr Zeit gegeben wird um sich intensiver präsentieren zu können.

Letztendlich...muss man wieder sagen, schade dass es so schnell vorbei war. Für Langeweile gab es durch die 1,5 Stages keine Zeit. Geile Bands, abwechslungsreich wie immer. Die Preise im fairen Rahmen. Super Stimmung, super Security, die sich wieder durch ihre Menschlichkeit bewiesen hat aber auch durchgriff wo es geboten war.
Hoffentlich setzt sich die Tentstage durch und jede Band bekommt mehr Spielzeit. Die Organisation hat wieder gepasst, die Freude und der Spaß an der Mucke konnte durchkommen.
Das Flunkyball-Turnier machte auch Spaß auch wenn man nur zuschaute.

Die RoadCrew sagt Danke und bis zum nächsten Jahr. Ihr seid geil und das Festival ist geil, bis zum nächsten Jahr, nur noch ca. 360 mal davon träumen… dann geht’s wieder los

Eure RoadCrew Car Sten und Sybille






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