Konzerte

Frei.Wild
Matt Gonzo Roehr, Spitfire

02.November 2012

Da waren wir nun, in Mannheim am Maimarktgelände, bei strömenden Regen und genauso nicht enden wollenden Strömen von Menschen die dasselbe Ziel vor Augen hatten wie wir. Frei.Wild auf ihrer "Feinde deiner Feinde"-Tour live zu sehen, dem Ganzen bei zu wohnen. Jedoch war damit eine schier unendliche Wartezeit am Eingang verbunden, es ging voran nur fiel dies nicht so auf, da immer gleichviel Menschen nachrückten die Ankamen. Als wir es endlich geschafft hatten auf das Gelände zu kommen stand als erstes der Frei.Wild-Truck da, welcher ein Treffpunkt für Fans ist, wo man Kontakte knüpfen kann, einen Schnack halten mit den Leuten die im Truck sind, sich mit ersten Merch ausstatten usw. Weiter ging es Richtung Halle, eiligen Fußes, wir hatten schon viel Zeit am Eingang verloren und wir kamen genau richtig an um die letzten Takte der Openerband Spitfire zu erhören bevor diese sich mit anständigem Beifall versehen von der Bühne verabschiedete.

Als nächstes war der ehemalige Onkel dran, Matt Gonzo Röhr, im Gepäck seine gerade mal drei Wochen alte EP und der Titeltrack sollte auch gleich der Opener des Abends werden 'Alles ändert sich'. Direkt danach folgte auch ein Song von dieser EP, die nebenbei bemerkt richtig fett ist. 'Das Feuer' und dann kam es was viele Fans sich erhofft hatten...Matt fing an: "Wir machen mal eine Zeitreise und arbeiten uns von der Gegenwart zurück ins Jahr...hmmm...1984...oder doch noch nicht soweit...Mal sehen wie gut der Chor hier ist. Ihr kennt den Song alle und los geht's..." Es folgte 'Finde die Wahrheit', nachdem die Schockstarre überwunden war hatten einige ältere Fans Pippi in den Augen und aus weit mehr als 10.000 Kehlen kam das worauf sich auch der Protagonist freute, der unverkennbare, einzigartige Fanchor der Vergangenheit. Die Fans waren aus dem Häuschen und forderten 'Mexico', aber da hat Gonzo Einhalt geboten, er hat erst mal gecheckt wer von den Anwesenden die Onkelz noch live gesehen hat und wer Novize ist. Das Ergebnis könnte man mit 25 Prozent Erfahrenen und 75 Prozent Novizen freundlich umschreiben, somit gab es einen Test in Punkto Textsicherheit, die Band begann in einer sehr moderaten Geschwindigkeit die Melodie zu spielen und die Fans sangen den Text...Eine Entscheidung für oder gegen wurde aufgeschoben, Gonzo war aber begeistert.

Nach diesem Test folgte 'So sind wir' und wieder tobte der Mob. Danach erst mal ein Statement "Ich würde mich nie wagen hier auf zu kreuzen ohne einen Onkelz-Song zu spielen. Dabei sei aber gesagt, dass es Menschen gibt die mir vorwerfen ich würde diese Songs nachspielen. Ich habe die Songs mitkomponiert und geschrieben, so sieht die Sachlage aus, Freunde. Möchte ich nur mal so gesagt haben." 'Auf gute Freunde', danach kamen 'Wir sind und näher' und 'Hop oder Top, Sekt oder Selters'. Dann noch eine Aussage von Gonzo bezüglich dessen was über Frei.Wild in den Tagen zuvor herein gebrochen ist, dass die Fans sensationell sind, die Anschuldigungen haltlos und er dachte dass es mit dem Ende der Onkelz auch damit aufgehört hätte aber es jetzt gerade so weiter geht. Damit lasse ich es an dieser Stelle zu diesem Thema gut sein, es nervt einfach nur noch. Es folgte passend zu diesem Thema, eine geile Setlistung, 'Wir ham' noch lange nicht genug'‘ und zum Schluß der Song der schon vor verschlossenen Türen am Eingang oft angesungen wurde 'Mexico'. Der Song wurde ein wenig verlängert damit die Stelle zum Tanzen ausgiebiger gefeiert werden konnte. Leider war danach Schluss, keine Zugabe, aber trotzdem eine geile Show, mit einem super gut aufgelegten Gonzo. Die Halle kochte jetzt schon, aber jetzt war erst der Headliner dran, Fei.Wild schickten sich an die Bühne zu rocken...

Nach einer recht kurzen Umbauphase war es auch dann so weit, die Heroen, die Protagonisten an der Grenze zur Legende...Die Lichter gingen aus, das Intro beginnt, die Spots in Dunkelblau erleuchten und da sind sie, Philipp, Zegga und Co. nehmen ihre Plätze ein und mit einem Knall der den Vorhang fallen lässt und eine Wand aus Verstärkern auf weist, in der Mitte die Drums eingebettet, späterhin sah man, dass das Drumset höhenverstellbar ist und somit mal auf gleicher Höhe mit den Saiteninstrumenten und dann mal erhöht ist, schon eine Augenweide. So ein bisschen Slayer-Flair kam in mir auf als die Wand von Verstärkern sah, nur dass diese Jungs Fanbezogen sind und das spürte man von Anfang an.

Begonnen wurde wie es sich gehört mit dem Opener des aktuellen Albums 'Wir reiten in den Untergang', gefolgt ohne Pause oder ähnliches von 'Hoch hinaus'. Schon von Anfang hatten Philipp und Co. die Fans in den Händen. Die Fans nahmen jede Geste, jeden Aufruf zum Singen oder Tanzen förmlich wie ein Schwamm auf. Es stand fest, auch wenn es vorher niemand in Frage stellte, dass es ein harmonischer, geiler Abend werden würde. Danach sollte 'Frei.Wild' folgen. So passend als es ob es ein Regisseur geschrieben hätte passte der nun folgende Song für die Gesamtsituation der Band in den letzten Tagen, die Band hat wohl selbst nicht gedacht wie perfekt dieser Song mal passen würde: 'Wer nichts weiss, wird alles Glauben'! Zu 'Sie hat dir 'nen Arschtritt gegeben' wollte Philipp den besten Fanchor der Welt hören, so laut sie konnten sollten sie singen und sie taten wie gewünscht, ein Gänzehautfeeling, geil! Danach ging es 'Allein nach vorn'.

Auf einmal kamen aus verschieden Ecken Leuchtstäbe geflogen, ziemlich viele, die Fans nahmen diese auf, eine passend organisierte Aktion, da zum nächsten Song diese und/oder Feuerzeuge benötigt wurden, einer der melancholischsten Songs der Band, 'Die Zeit vergeht', am Ende dieses Songs saß Philipp alleine mit seiner Akustikgitarre auf seinem Hocker auf der Bühne und sang mit den Fans diesen Song allein zu Ende. Darauf folgte der Dank an die Fans für ihre Treue, dass sie sich nicht haben beeinflussen lassen von der negativen Berichterstattung bezüglich Frei.Wild und ihr vermeintliches Gedankengut in den Tagen zuvor. Philipp hat das  ein wenig ausführlicher getan als hier geschrieben, mir ist die Diskussion zu wider, darum belasse ich es hierbei. Es folgte: "Und nun bringen wir euch unsere Heimat nach Mannheim!". Klar was folgte, 'Südtirol', gefolgt von 'Feinde deiner Feinde'. Es fanden immer wieder Flammeneinsätze auf der Bühne statt, eine fulminante Lightshow setzte die Jungs als auch die Songs so was von geil in Szene, richtig aufwendig wie ich es bisher recht selten gesehen habe. Weiterhin gab es noch 'Wer weniger schläft ist länger wach', 'Irgendwer steht Dir zur Seite', 'Unendliches Leben'. Dann wünschte er sich, dass sich ein großer Circle-Pit bilden solle, nicht diese diversen kleinen, ein großer. Ebenfalls bat er die Mädels Platz zu machen, es wäre einfach sehr schade wenn sie etwas abbekommen würden, der Song hierzu war ‚Weil du mich nur verarscht hast‘. Dazu wurden dann noch Papierherzen in die Luft geblasen, richtig süß diese Geste...Es sollten dann noch unter anderen diese Songs folgen 'Unser Wille', 'Mach Dich auf' oder 'Ein Meer aus Rosen'. Die Jungs boten eine geile Show, die Fanverbundenheit kam zum Tragen, Agilität, Echtheit, Spaß, Witz und Esprit. Man kann nur zum Schluss kommen, dass es ein geiles Konzert war.

Schwach hingegen sah es an den Bewirtungsständen aus. Diese waren hoffnungslos unterbesetzt, der Nachschub klappte auch nicht so wie man es sich vorstellte. Die Herrschaften hinter den Tresen mussten sich viele Unverschämtheiten anhören wegen der langen Wartezeit, aber zerreißen können die sich auch nicht. Die Preise waren hier im normalen Rahmen, wie man es von solchen Veranstaltungen kennt, keine Überraschungen.

Ein Lob an die Security, diese teilte fleißig Wasser an die Leute in den ersten Reihen aus, auch so war die Security wie man sie sich wünscht im Hintergrund haltend nur wenn es drauf ankommt anpackend, freundlich und hilfsbereit.

Man könnte sich für die Zukunft eventuell ein anderes System für den Merchstand überlegen, das Geschiebe und Gedränge war streckenweise grenzwertig, da gibt es bestimmt andere Möglichkeiten, die auch ein schnelles Bedienen ermöglichen. Allgemein schienen mir die Preise für die T-Shirts ein wenig erhöht. Für ein Tourshirt 20 € ist schon ein Wort, da legt man lieber ein wenig mehr drauf und holt sich ein Kapu oder einen Zipper, da stimmt dann wieder die normale/bekannte Kalkulation mit 35-40 €. Auch die CDs waren in meinen Augen teurer als andern Orts. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Preise bei der Gegengift-Tour ähnlich geartet waren.

Alles in allem war es ein geiler Abend, mit super Bands, geilen Fans, selbst der Regen hatte am Ende ein Einsehen und ließ die Besucher trockenen Fußes nach Hause kommen. Hammer! Wenn ihr die Chance habt noch Tickets zu ergattern für eine der noch ausstehenden Shows, schaut zu dass ihr noch ein Ticket ergattert, es lohnt sich definitiv. Hopp Hopp, auf geht's...

Bis zum nächsten Mal, eure Roadcrew

KoJe / Car Sten






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