Konzerte

Metalfest 2012

07.Juni bis 09.Juni 2012

Zum ersten Mal fand das Metalfest Open Air auf der Loreley bei St. Goarshausen statt. Vor einer großartigen Kulisse feierten 10.000 Metalheadz mit dem Motto "In Metal We Trust" ein berauschendes Hard'n'Heavy Fest. Evil Rocks Hard war vor Ort.

Tag 1 / Donnerstag:

Schon die Anfahrt entlang des Rheins, begleitet von der Sonne durch das ruhige St. Goarshausen, stimmt optimal auf ein Festivalwochenende ein. Auf dem Loreleyfelsen angekommen, wurden die Tagesgäste (wozu auch wir zählten) nach der Parkgebührabgabe von 10,00 € auf einem noch kurzfristig freigemähten Feld eingewiesen. Um das Festivalgelände zu erreichen, war ein kurzer Fußweg von einer viertel Stunde zu bezwingen. Links und rechts der Fahrbahn befanden sich die weitläufigen Campingplätze. Eng an eng standen bereits am frühen Donnerstagnachmittag die Zelte und zeltähnlichen Schlafgemächer. Schon jetzt war bei den feiernden Metalheadz die Stimmung groß. Der Alkohol floss, die Boxen der mitgebrachten Anlagen waren aufgedreht und schon die ersten Bierleichen lagen am Boden. Ob diese Besucher die Bands des ersten Tages überhaupt mitbekamen, bleibt ein Rätsel.
Die Campingplätze waren vom Parkplatzbereich getrennt. Wir konnten uns vorstellen, wie nervig und zeitaufwendig das Schleppen des meist flüssigen Equipments vom Auto zum Zelt war. Jedoch war die Trennung von Camping- und Parkplatz genau wie die Parkgebühr von 10,00 € (für 3 Tage) vorab durch den Veranstalter bekannt gegeben worden.
Die Schlange an der Festivalkasse für den Kartenumtausch zu Bändern war ewig lang und führte quer in den Zeltlagerbereich hinein. Durch das lange Anstehen verpassten einige Besucher die ersten Bands des Tages. Im Nachhinein erfuhren wir, dass die Warteschlange noch bis ca. 16:00 Uhr andauerte. Ein, zwei Kassenhäuschen mehr hätten hier für weniger Wartezeiten und einen stressfreien Festivaleinstieg gesorgt.
Nach der Sicherheitskontrolle traten wir auf das Festivalgelände. Die Bühne liegt auf einem riesigen Plateau, nicht weit vom Loreleyfelsen entfernt. Ein toller Anblick: Eine halbrunde Freilichtbühne - Amphitheateratmosphäre - bester Blick von allen Winkeln und schattenspendende Bäume auf der oberen Wiese. Visavis des Eingangs befand sich die zweite Bühne, welche in einer Art Circuszelt untergebracht war. Typische Merchandise-Stände, allerhand Fressbuden und zahlreiche Getränkestände waren über das Gelände verteilt. Sogar ein Cocktailbar-Stand war vor Ort, der rege genutzt wurde. Eröffnet wurde die Hauptbühne Loreley durch die Frankfurter Band SAPIENCY und die ersten Wölfe des Festivals; TURBOWOLF. Noch spärlich war der Andrang an der Loreleybühne. Viele Metalheadz warteten noch immer vor der Kasse auf ihr Festivalbändchen. SKULL FIST machte dies nicht viel aus. Sie gaben trotz der relativ wenigen Fans auf der Stage um 14:00 Uhr ihr Bestes. Die Kanadier kamen beim Publikum trotz vieler schräger Töne des Sängers sehr gut an. Nach einer kurzen Umbaupause traten mit Keytars bewaffnet ALESTORM auf die Bühne. Sofort stieg die Stimmung. Die Ränge (bzw. Steintreppen) des Theaters füllten sich Zusehens. Alestorm rockten die Loreley und die ersten Crowdsurfer ließen sich von der Menge Richtung Bühne tragen. Mit grünen Nikes, bunten Hawaiishorts und den immer wechselnden Neonsonnenbrillen schmetterte Sänger Christopher Bowes mit seinen Schottenjungs einen Hit nach dem andern. Auf die Ohren gab unter anderem: ,Captain Morgan´s Revenge', ,Over The Seas' und ,Wenches & Mead'. Leider performten sie nicht ihren Kurzkracher ,You Are A Pirate'. Die Banner im Hintergrund zeigten - wie könnte es auch anders sein - einen Totenschädel mit gekreuzten Knochen. Der Schädel jedoch hatte die Form einer alten Hörspielkassette. Irgendwie stylisch. Alestrom -  True Scottish Pirate and it Rocks! MOONSPELL spielte als nächstes auf der Hauptbühne und brachte die ersten aggressiven Parts mit. Aufgrund einer Verschnaufpause sahen wir die Metaler aus Portugal entspannt von Weitem. Auf der großen Wiese vor Fressbuden und Merchandise-Ständen konnten wir das Konzert vortrefflich genießen.
LEGION OF THE DAMNED folgten auf Moonspell. Der harte Ton hielt an und begeisterte die Fans. Das Amphitheater gab keine Möglichkeit für eine Wall Of Death oder einen Moshpit. Die Steinstufen machen dies unmöglich und auch viel zu gefährlich. Einige Besucher dürfte das geärgert haben. So flogen die Haare im Stehen, was den Wenigsten die Stimmung verhagelte. Bei Legion Of The Damned war das bisher größte Fotografenaufkommen zu beobachten. Während ihres Auftritts zogen sich - ganz Metalfestivallike - die dunklen Wolken zusammen. Ein paar Tropfen wurden zu einem Wolkenbruch. Unterstellmöglichkeiten gab es kaum. Wer nicht im Regenschutt weiterbangen wollte, quetschte sich einfach unter die bereits überfüllten Sonnenschirme.
Das Highlight am ersten Festivaltag war definitiv BLIND GUARDIAN. Die mit wenigen Kulissen zurechtgemachte Loreleybühne bot der Kultmetalband die passende Atmosphäre. Mit ,Scared Worlds' starteten Blind Guardian ihren von vielen Fans herbeigesehnten Auftritt. Wie immer sind die Jungs nicht die Bewegungsfreudigsten - das übernahm fast komplett das Publikum, welches durchweg begeistert war. Alle Hits der waren mit dabei. So auch der Bard´s Song, dessen Performence wie meist auf ihren Konzerten vom Publikum übernommen wurde.

Hier die Setlist:
Sacred Worlds
Welcome to Dying
Nightfall
Time Stands Still (at the Iron Hill)
Majesty
Tanelorn (Into the Void)
Valhalla
Lost in the Twilight Hall
Bright Eyes
Imaginations from the Other Side
The Bard's Song - In the Forest
Mirror Mirror


Der krönende Abschluss gehörte den Trashlegenden von MEGADEATH. Selbst haben wir diesen Auftritt nicht verfolgen können. Wir erfuhren jedoch, dass die Resonanz vor Ort nicht berauschend war. Bei den älteren Tracks gingen die Fans gut ab. Im Großen und Ganzen war Megadeths Auftritt dem Hörensagen nach leider nicht wirklich mega.

Auch hier die Setlist der Headliner vom Donnerstag:
Never Dead
Head Crusher
Hangar 18
She-Wolf
Trust
Dawn Patrol
Poison Was the Cure
Sweating Bullets
Ashes in Your Mouth
Whose Life (Is It Anyways?)
Public Enemy No. 1
Symphony of Destruction
Peace Sells
Encore:
Holy Wars... The Punishment Due
Silent Scorn

2. Tag / Freitag

Die erste Band am zweiten Festivaltag nannte sich HUNTRESS. Die Reihen waren für diese Uhrzeit schon reichlich gefüllt. Der Sound war wieder von Anbeginn bestens, die Stimmung gut und die Zuschauer gespannt auf die Show des amerikanischen Ex-Playmates Jill Janus. Die Sängerin, welche sich selbst als Hexe bezeichnet, sicherte sich die Aufmerksamkeit insbesondere durch ihr Aussehen und ihr Outfit. Mit einem mystischen Intro begannen Huntress ihre Performance der Songs ihres Debütalbums "Spell Eater". Schnell flaute die erste Euphorie ab, Begeisterung sieht anders aus. Huntress spielten insgesamt 30 Minuten, wobei Jill mehrmals - ohne Grund - von der Bühne verschwand. Zusätzlich fanden während des Auftritts Umräumarbeiten statt. Die Stimme der Sängerin empfanden wir als sehr anstrengend. Musikalisch jedoch war der Auftritt nicht schlecht (speziell die Instrumentalparts). Die Band erhielt daher ihren Applaus. Bei der darauffolgenden Band VADER wurden die Nackenmuskeln trainiert. Nach kurzer Verzögerung aufgrund einer Boxenproblematik zogen die polnischen Death-Metaler eine bombige Show ab. Nach 45 Minuten verließen Vader, passend zu ihrem Bandnamen, mit dem Star Wars Outro ,The Imperial March' die Bühne.
Die einen gehen mit Stars Wars, die nächsten beginnen mit Conan. ,The Anvil Of Crome' aus dem ersten Film mit Arnold Schwarzenegger leitete den Auftritt der Schweden von GRAND MAGUS ein, die uns in dem 45-minütigem Auftritt absolut begeisterten. Mit ihrer Mischung aus erdigem Hard Rock und klassischen Metal Riffs boten die Jungs einen Kick Ass Song nach dem nächsten dar, Stillstehen absolut unmöglich. Egal ob ,Hammer Of The North', Iron Will' oder ,Valhalla Rising'; das Trio überzeugte auf der ganzen Linie. Der gute Auftritt konnte auch durch den durchwachsenden Sound nicht wett gemacht werden. Definitiv sehenswert.
Ein großes WOW geht an die nächste Band: SALTATIO MORTIS. Wir kannten diese Band zwar, dennoch haben wir uns bisher nicht mit ihr befasst. Der Auftritt war grandios, was vor allem an Sänger Alea lag, den man mit Fug und Recht als Frontsau bezeichnen kann. Bereits zum ersten Song kam der Kung-Fu Fan mit einem Rad auf die Bühne gesprungen und lieferte auch im weiteren Verlauf mit Capoeira ähnlichen Sprüngen mit die anstrengendste Performance aller Bands. Der Auftritt überzeugte auch die anwesenden Metalheadz, die Saltatio Mortis in dem rundum gefüllten Amphitheater verfolgten. Alea nutze die Gunst die Stunde und drehte zum Schluss den Spieß um und wurde selbst zum Crowdsurfer!
Besser konnte die Stimmung kaum werden. Oder doch? Das Bühnenbild verriet es: POWERWOLF würden folgen. Diejenigen, die die Wölfe schon erleben konnten, war es klar; jetzt gibt's geilen Mitgröhl-Powermetal auf die Ohren! Wir haben diese Band - die sich selbst nicht zu ernst nicht - bereits so oft gesehen und für genial befundn, dass wir es kaum abwarten konnten, bis Attila mit seinem Wolfsrudel auf die Bühne kommt. Mit den Worten "Santani Santani" beginnt die Band ihren Opener " Sanctified With Dynamite". Die ersten Sekunden reichen aus, um das Publikum weiter anzuheizen. Powerwolf knüpfen nahtlos an Saltatio Mortis an. Leidenschaft und Spaß beim Auftritt - das sind die Wölfe. Die Jungs haben Bock drauf, das merkt man eindeutig. Man sah in den Gesichtern der Nichtwolfanhänger, dass auch bei ihnen der Auftritt ankommt und sie das Grinsen nicht unterdrücken können. Die Loreleybühne brannte. Attila hat seine "Gemeinde" im Griff. Powerwolf spielten ihre größten Hits wie ,Saturday Satan’, ,We Drink Your Blood’ und ,Prayer In The Dark’. Nachdem Attila nach seiner Frage, wer heute Morgen im Schlafsack eine Latte hatte, mit ,Resurrection by Erection' startete, hüpften zwei hübsche Frauen in Katzenkostümen auf die Bühne und tanzten um Attila passend zum Song mit 2 Lanzen herum (die Tänzerinnen gehörten zu der ebenfalls auftretenden Band Feuerschwanz). Atillas Sprüche kamen natürlich auch nicht zu kurz und brachten den nötigen Humor mit sich. Mal wieder ein perfekter Auftritt. Selbstverständlich segnete der Frontmann noch die Zuschauer im Amphitheater, bevor die Band die Bühne verließ. Zurück blieben bestens gelaunte Festivalbesucher und gewiss ein paar neue Powerwolffans.
Die Pagan-Metal Band ELUVEITIE folgte auf der Hauptbühne. Die Schweizer bewiesen, das Härte und Melodik bestens harmonisieren können. Ihre Kombination von keltischer Folklore mit Death Metal kommt beim Publikum gut an. Schon am gestrigen Tag konnte man sehr viele Besucher mit Eluveitie Shirts beobachten. Die Band ist beliebt, kein Wunder bei solch einer Liveperformance. Gestartet wird mit ,Helvetios' vom gleichnamigen aktuellen Album. Frontman Chrigel machte kund, absolut glücklich zu sein, trotz Stau noch rechtzeitig hier angekommen zu sein und spielen zu können. Bei der vergangen Rock Area auf der Loreley war genau das Gleiche passiert und der Auftritt abgesagt worden. Schade war, dass Eluveitie fast ausschließlich Songs aus dem neuen Album spielten.
Nach einer Ruhepause nahmen wir Kurs auf die zweite Festivalbühne: Das Zirkuszelt. FEUERSCHWANZ, die wir bereits im letzten Jahr in Saarbrücken live erlebten, standen als Nächstes auf unserem Plan. Wir freuten uns sehr auf diesen Auftritt, da es wieder Mitmachstimmung bedeutete. Doch leider war das Zelt bis zum letzten Platz gefüllt, es quillte wortwörtlich über. Enttäuscht ging es zurück zur Loreleybühne bzw. auf die Wiese, den Deathmetal Klängen von BEHEMOTH lauschen. Da wir diesen Auftritt nur teilweise und aus der Ferne sahen, bleibt ein Bericht hierzu aus.
Durch die schwarzen Konfettistreifen, die Behemoth abgefeuert hatten und dem eingetroffenen kurzen Regenschauer, war es im Fotograben eine ordentliche Rutschpartie geworden. Nicht nur für die Presse, auch für Tobias Sammet von EDGUY war die Sache nicht gerade einfach. Er ist ein Frontmann, der einfach nie stillsteht. Ab und an rutschte er eher über die Bühne, als das er rannte. Die rutschige Partie hatte aber nichts mit dem kleinen Mikropatzer zu tun. Plötzlich fiel es ihm aus den Händen und polterte zu Boden. Aber Sammet wäre nicht Sammet, wenn er dieses Mißgeschick nicht animationsmäßig überspielt hätte. Ob in concert oder auf einem Festival, Edguy haben einfach einen großen Unterhaltungs- und Spaßfaktor, speziell der Frontmann immer einen Spruch auf Lager. Auch schreckt er nie davor zurück, das Publikum spaßhaft zu beleidigen "Ihr Ficker!" Generell ist Herr Sammet immer am Brabbeln, was im weitem Rund des Theaters auch zu spürbarer Unruhe führte. Weniger Reden, dafür mehr singen, dass wär's! Denn das kann der Hesse. Nach dem Regen hatte die Band eine wirklich atemberaubende Kulisse: Das Amphitheater, die untergehende Sonne und einen wunderschönen Regenbogen über der Freilichtbühne. Wie sagte Tobi während der Show: "Dieser Ort hat was Magisches." Auch wenn die Jungs zweifellos einen guten Auftritt hinlegten, so war die Songauswahl vor allem für Fans der ersten Stunde eher enttäuschend. Lediglich ,Tears Of A Mandrake' versetzte einem in die alten Tage zurück, ansonsten kam der Auftritt einem Sammelsurium von Singleauskopplungen und chartverträglichen Songs gleich (u. a. ,Nobody's Hero' ,Robin Hood' ,Superhero' ,King Of Fools').
Headliner des Abends waren KREATOR. Aufgrund des fehlenden Equipments startete ihre Show verspätet. Kreator mussten die benötigten Utensilien bei Behemoth und Emergency Gate ausleihen, um ihre Show spielen zu können. Der Stimmung konnte die Verspätung aber kein Wässerchen trüben. Kreator brachten mit Songs aus allen Bandzeiten und vielen Lichteffekten die Bühne zum Beben. Ebenfalls gaben sie aus ihrer aktuellen Schreibe "Phantom Antichrist" einiges zum Besten. Ganze 75 Minuten feierten Sie mit ihren Fans auf der Loreley in die Nacht hinein.

Auch zu Kreator gibt es hier die Setlist:
Intro- The Patriarch
Violent Revolution
Hordes of Chaos (A Necrologue for the Elite)
Phobia
Phantom Antichrist
Extreme Aggression
People of the Lie
From Flood Into Fire
Terrible Certainty
Voices of the Dead
Coma of Souls
Endless Pain
Enemy of God
Pleasure to Kill
Terrorzone
Betrayer
Flag of Hate
Tormentor

3. Tag / Samstag

Begleitet von strahlendem Sonnenschein betraten wir das Loreley-Festivalgelände zum letzten Mal. Den Anfang an diesem Tag machten BURDEN. Die Rocker aus Rheinland-Pfalz sprangen für die erkrankte Band KRYPTERIA ein. Um diese Uhrzeit hielten sich noch viele Besucher auf den Zeltplätzen auf, andere machten es sich auf den Steintreppen des Theaters gemütlich und genossen den gut gelungenen Auftakt mit dem Stoner Rock von Burden. Die Band nahm die geringe Zuschauerzahl locker auf und so wurde der Gig vom Sänger gegen Ende folgendermaßen kommentiert: „Jetzt, wo ihr wach seid, hören wir auch schon wieder auf“. STEELWING folgten nach ca. einer viertel Stunde Umbau. Mittlerweile hatten einige Metalheads die Beine aus dem Zelt geschwunden und den Weg zur Loreleybühne gefunden. Das hautenge schwarz-gelbe Latexautfitt des Sängers Riley Ericksons ließ einen schmunzeln. ,Full Speed Ahead' war der Opener. Im Allgemeinen kam die noch blutjunge Band sehr gut an, wobei wir dem Auftritt nicht allzuviel abgewinnen konnten. Auch hierbei bleibt alles eine reine Geschmackssache, auch was Steelwings New Wave Of British Heavy Metal (NWoBHM) angeht.
Der nächste Auftritt wurde aggressiver. Die US - amerikanischen Trasher von DEATH ANGEL betraten die Loreleybühne. Im Nu waren die Reihen gefüllt. Die Haare flogen und die Pommesgabeln ragten in die Höhe. Auf Death Angel folgte die zweite Band mit einer Frontlady und die einzige Symphonic Metal Band auf dem Festival. Einfach hatten es EPICA daher nicht. Der Platz vor der Bühne war voll und der Applaus war trotz dem Außenseiterdarsein groß. Musikalisch waren Epica wieder top und auch der Sound zeigte wieder seine beste Seite. Manchmal hat man das Gefühl, dass Epica streng nach einem Konzept ihre Show abliefern. Nicht nur wegen den geschwundenen Mikrofonständern (das ist schon Kult), sondern was die Animation angeht. Dies machen bestimmt einige Bands so, doch hier fällt es besonders auf. Simones flirten mit Growlstimme und Gitarrist Mark Jansen ist immer das Gleiche, jedoch auch immer nett anzusehen.
Die Viking Folk Pagan Band ENSIFERUM aus Finnland war für uns eine absolute Überraschung. Kaum ein freies Fleckchen war auf den Steinstufen noch zu ergattern. Die Fans bangten, was das Zeug hielt. Die Partystimmung war groß. Ensiferum spielten unter Anderem ,Token Of time', und ,From Afar'. Mit ,Burning Leaves' performten sie einen neuen Song vom kommenden Album "Unsung Heroes". Auf der gegenüberliegenden Seite - abseits der Massen - sahen wir Festivalbesucher ausgelassen miteinander tanzen und springen. Ensiferum brachte definitiv die beste Stimmung bisher. Eine durchaus begeisterungsfähige Band, die wir gerne ein weiteres Mal live sehen wollen. Outro war ein finnisches Volkslied, bei dem die Fans weiter vergnügt tanzten.

Die Setlist vom Ensiferum Auftritt:
By the Dividing Stream
Twilight Tavern
Tale of Revenge
Ahti
Token of Time
Burning Leaves
From Afar
Lai Lai Hei
The New Dawn
One More Magic Potion
Iron

Da wir nicht noch ein weiteres Mal ein Konzert im Zelt verpassen wollten, begaben wir uns direkt nach Ensiferum zu Stage 2. Noch war der Platz vor der Bühne ungefüllt und wir stellten uns direkt in die erste Reihe. Wir wissen, bei MYSTIC PROPHECY lohnt es sich. Der Umbau dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Zusätzlich wunderten wir uns über die seltsamen Banner. Sah so gar nicht nach Mystic Prophecy aus. Nach ca. zwanzig Minuten Warten betrat Roberto (Frontmann) die Bühne und sagte mit Bedauern ihren bevorstehenden Auftritt ab, da ihr Drummer nicht aufgetaucht sei. Wir verlassen das Konzertzelt mal wieder enttäuscht und begeben uns in Richtung Biergarten, um das EM-Spiel Deutschland - Portugal stattdessen zu schauen. Doch der Weg zum Loreley Biergarten ist versperrt. Keiner weiß genau warum. Es wird noch dauern, bevor die Pforten geöffnet werden und die Massen an Schwarzgekleideten zum Public Viewing kommen. So lange wollen wir dann doch nicht warten, daher machen wir uns wieder auf den Weg zur Bühne: Fear Factory - nein - doch nicht. Es spielen KYUSS LIVES!, die kurzerhand mit Fear Factory getauscht haben. Dies wurde mittels einem kleinen Blatt am Eingangstor zuvor  mitgeteilt, kurzum: Niemand hat es mitbekommen, allen voran diejenigen, die sich bereits auf dem Festivalgelände befanden. Kyuss Lives! waren den meisten unbekannt, anspruchslos und weniger aufregend. Die Reihen leeren sich Zusehens. Fülliger wurde es in dem Moment, in dem die Bühne umgebaut wurde. Der Aufbau für die FEAR FACTORY Kulisse war einfach, denn sie ist nackt. Kein Schnickschnack, nur ein Banner. Routiniert spielt die Angstfabrik ihre Show, ohne Patzer ohne Highlights.
Die letzte Band auf der Hauptbühne stellte IN EXTREMO dar, die wir jedoch wegen den Gigs von Heidevolk und Brainstorm  nicht sehen konnten.
Bei HEIDEVOLK - die wir bisher auch nicht kannten - waren wir wieder positiv überrascht. Die Musik geht sofort ins Ohr. Ich habe noch nie eine Band gesehen, die selbst so viel und andauernd gebangt hat. Extrem sympathisch. Mark Splintervuyscht, Sänger der Band, kann wirklich großartig singen. Wir haben zwar die Texte aufgrund der niederländischen Sprache nicht verstanden, das machte aber der guten Laune durch Heidevolk keinen Strich durch die Rechnung. Einige Songs später beobachteten wir die Show von den wenigen Biertischgarnituren am anderen Ende des Zeltes. Crowdsurfing wurde über das ganze Festival groß geschrieben, doch so viele Surfer wie bei Heidevolk gab es bei keiner anderen Band. Da flog ein Mensch nach dem Anderen über die Hände der jubelnden Heidevolkanhänger. Nach ihrer sicheren Landung im Fotograben musste die Security helfen, um den Orientierungslosen den Ausgang - zurück in die Menge - zu weisen.
Der für uns letzte Festivalauftritt im Zelt war den Schwaben von BRAINSTORM vorbehalten. Wer von den Anwesenden bis dato noch nicht über den deutschen Spielausgang bei der EM Bescheid wusste, wurde spätestens von Sänger Andy B. Franck beim Soundcheck aufgeklärt. Statt des üblichen „Test Test“ gab es ein unmissverständliches „1:0“, 1:0“, sodass bei einigen die letzte Anspannung wich und man unbeschwert dem Auftritt entgegen fiebern konnte. Die Band eröffnete mit ,Worlds Are Comin’ Through’ und gab wie immer von Anfang an Vollgas. Frontmann Andy ließ ich auch von seinem Kabelmikrofon nicht stören, nutzte die kleine Bühne bis in alle Winkel aus und gab natürlich auch direkt an der Absperrung zu den Fans einige Parts zum Besten. Die bombastische Stimmung im Zelt übertrug sich unweigerlich auch auf die Band, die sichtlich Spaß an diesem Auftritt hatte; vor allem Basser Antonio wurde ohne Unterbrechung mit einem Dauergrinsen gesichtet. Die Songauswahl war vor allem für Fans der früheren Alben prädestiniert. Neben den Klassikern ,Doorway To Survive’ und ,Shiva’s Tears’ wurden auch ,Fire Walk With Me’ und Falling Spiral Down’ zum besten gegeben. Die aktuelle Platte "On The Spur Of The Moment" wurde lediglich mit 2 Songs berücksichtigt (,In The Blink Of An Eye' und ,Temple Of Stone’). Der letzte Song des Abends war wie nicht anders zu erwarten ,All Those Words’, der überwiegend von den Fans gesungen wurde und der Band einen gebührenden Abgang verschuf. 50 Minuten pure Power, Starker Auftritt!


Festival Allgemein
Unstimmigkeiten bei der Security und Crewmitgliedern zogen sich über das ganze Festivalwochenende. Da wusste der eine nicht, was der Andere tat. Unser Presseausweis beinhaltete laut Akkreditierung auch den Zutritt zum Pressebereich, der wurde uns jedoch am Eingang verwehrt. Abgesehen von unserem Fotopass waren wir ganz normale Festivalbesucher. Genaue Vorabinformationen sowie Absprachen mit den Mitarbeitern wäre hier zum Vorteil für alle Beteiligten gewesen. Von Besuchern, welche die Zeltplätze nutzten, erfuhren wir die Orientierungslosigkeit, welche bei fast jedem auf dem Festival herrschte. Die bereitgestellten Duschen wurden nicht durch die Security bewacht, wodurch auch Nichtbändchenträger kostenlos die Sanitäranlage nutzten. Das Warten auf eine freie Dusche kostete den Festivalbesuchern schon mal eine ganze Stunde.
Bei den Essen- und Getränkestände herrschte durchweg eine gute Stimmung. Die Bedienung wart stets freundlich und schnell. Die Essenauswahl war groß, die Preise aber überzogen, wenn man sie mit anderen Festivals vergleicht. Die Getränkepreise hielten sich im Rahmen. Mit Durchschnittlich 7 € hatten die Cocktails den Standard, den man aus den Cocktailbars kennt. Die typischen Festivalshirts waren wie immer sehr teuer. Das Motto-Shirt "In Metal We Trust" lag bei 25,00 €. Gekauft wurden sie in rauen Mengen.
Bei dieser Location ist es nicht nur für die Bands ein Erlebnis, die Masse an Besuchern endlich mal im Überblick zu sehen, sondern auch für die bangenden Fans. Die Besucher, die nicht scharf darauf waren, sich in die ersten Reihen zu quetschen und Haare ins Gesicht zu bekommen, gesellten sich an die Seiten des Theaters. Hier konnten sie ungestört und ausgelassen moshen. Andere genossen auf den Steintreppen in Ruhe die Konzerte.


Das Fazit
Die Bandauswahl war fantastisch, die Location grandios und der Sound überwiegende gut (je nach Bandtechniker). Es gab genügend Getränke - und Essensstände, wenn auch überzogen im Preis und die Qualität mittelmäßig. Leider zu viele Camper auf zu kleinem Raum. Dazu auch zu wenige Toiletten (speziell für die Männer keine Dixis auf dem Gelände). Die Crew war traurigerweise unaufgeklärt und es gab, wie es den Anschein hatte, keine Absprachen. Auf dem Festivalgelände hätte die Security intensiver die Augen offen halten sollen. Ein erneutes Festival auf der Loreley würden wir begrüßen, denn im Großen und Ganzen war es einfach Fucking Amazing!

In Metal we Trust!
Eure Evil Rocks Hard Metalfestbeobachter

Steffie und Oliver Bender

 






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