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#YOLO

Label: Napalm Records (2016)

Finsterforst bekannt für eingängige, äußerst unique Eigenkompositionen im Pagan-Metal, kommen hier mit einer EP, so wird es genannt, da „nur“ vier eigene Songs enthalten sind, der Rest Covers sind. Das Besondere ist größer, nicht nur das Covers enthalten sind, sondern auch von wem die Covers sind. Ganz abgesehen, wie diese neu interpretiert wurden. Blasphemie dürfte vielen Pagan-Fans als erstes in den Sinn kommen, jedoch passt es zur Band, das ist deren Verständnis von Spaß und wenn man sich mal drauf einlässt, dann hat man den auch und zwar im Übermaß…

Schon beim Opener ‚Bottle Gods‘, das mit dem Öffnen eine Bierdose eingeleitet wird, spürt man diesen Spaß. In Pagan gewandet kommt die Komposition daher, auch mit Ausflügen bei den Beats hin zu Blackmetal, ist alles so wie von „früher“ bekannt. Dann geht es aber mit den Unterschieden los, es ist eben nicht so ganz wie früher. Man wird Gypsy-Stilelemente finden oder ein kurzes Bluegras-Instrumental, eine sehr eigenwillige und ruhige ‚Wild Rover‘ Version. Von Fräulein Cyrus ihrem ‚Hangover‘ mal ganz zu schweigen. Ebenso hat man sich eines Songs von K.I.Z. angenommen ebenso von den Kassierer und dem toten King of Pop. Der Titeltrack hingegen ist ein sehr schön kritischer Song zur heutigen Zeit, ‚#YOLO‘, auch wenn dieser etwas von BigBand hat, teilweise an die 50iger und 60iger erinnert. Pure Raserei findet sich bei ‚Auf die Zwölf‘, des Weiteren ist der Wortwitz nicht zu verkennen. ‚Wrecking Ball‘ ist der ruhigste und nur im Midtempo verfasste Song, der aber so richtig unter die Haut geht …

Tipp: Hier kann man ganz klar sagen: Love it or leave it! Diese Scheibe wird die Fangemeinde evtl. massiv Spalten oder zumindest zu einem angeregten Gespräch mit der Band führen. Hier von mir gibt es ein GEIL, Hammeralbum. Hoffentlich wurden die Covers auch an die entsprechenden Adressen gesendet … selten so gelacht …Die Pommesgabel zum Gruße!!!

10/10

Car Sten