Reviews

Superbeautifulmonster

Label: Edel (2006)

Bif Naked ist bisher spurlos an mir vorüber gegangen. Das war durchaus ein Fehler, denn was die Dame mit indischer Abstammung so hinlegt ist aller Ehren wert. Im Bereich zwischen Alternative, Punk und Pop liefert sie eine überaus gelungene Melange ab, für die ehemalige No Doubt-Sängerinnen (wir wollen hier keine Namen nennen) mehr als dankbar wären. Auch Pink („Yeah You“) läßt durchaus ihre Spuren erkennen.

Musikalisch ist alles auf dem neuesten Stand, das Riffing der Begleitband ist akzentuiert und scharf, die Hooklines begeistern gleichermaßen Pophörer wie Menschen aus dem tiefsten Underground. Bif Naked strahlt mit „Superbeautifulmonster“ eine solche Reife und musikalische Autarkie aus, dass man es schier nicht glauben möchte. Dabei stehen ihr Balladen (ergreifend: ‚Everyday’; unglaublich: ‚Nothing Else Matters’ - Metallica-Cover) genauso gut zu Gesicht wie Punk-Hymnen (‚Let Down’).

Die atmosphärische Dichte (trotz aller stilistischer Inhomogenität) läßt sich vielleicht aus dem privaten Umfeld der bezaubernden Sänger begründen: da Bif schwer herzkrank ist, kann jeder Tag ihr letzter sein. Das führt zu einem intensiven Leben und komponieren. Bif nimmt keine Gefangenen und zieht ihr Ding durch. So bleibt mir nichts anderes zu wünschen, als dass sie noch möglichst lange solche Scheiben abliefern kann und ihr Gesundheitszustand vielleicht doch einmal eine Tour nach Deutschland zuläßt!

Frank Scheuermann






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