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Love Chains n Rockets

Label: SPV (2006)

Sub7even, da war doch mal was... Richtig, der ‚Weatherman’ war damals in den Charts und die Band spielte als Support auf der aktuellen Tour der Böhsen Onkelz. Das geniale selbstbetitelte Debüt, das 2000 auf den Markt geworfen wurde, war frisch, neu und unverbraucht. Es folgte das noch akzeptable „Free Your Mind“ bei dem En Vogue, von denen der Titel stammt, mitgearbeitet hat. Doch den Durchbruch brachte die Scheibe nicht, die Band ging in den Wogen des Musikbusiness unter. Nun, vier Jahre danach, sind Sub7even wieder da. Die Band hat sich einigen Besetzungswechseln unterzogen und ist bereit mit „Love Chains n Rockets“ durchzustarten.

‚Raw Like Sushi’ ist der Opener und gleichzeitig auch der beste Track der gesamten Scheibe. Rockiger und komplett ohne elektronische Spielereien geht Sub7even hier zu Gange. Ein, zur Eingängigkeit helfender, Backround Gesang im Refrain gibt dem Stück den letzten Schliff, verpasst ihm aber auch eine gehörige Portion Poppigkeit. Natürlich bringen die Poprocker nicht nur straighte Nummern, wie den Opener, sondern auch langsame Balladen für die Damenwelt. ‚Little Suicide’ ist eine dieser Balladen. Für eine Ballade ist das Stück gar nicht mal so schlecht, aber es passt irgendwie nicht zu dem neuen Image das Sub7even nun vertreten will. Sie wollten ihr altes Ich über Bord werfen und nur ihren Namen weiternutzen. Das neue Produkt sollte richtig rocken und die Band unabhängig machen. Der Schuss ging irgendwie nicht ganz in die richtige Richtung, denn was da aus den Boxen dringt ist nicht allzu viel rockiger als das Debüt, einzig die elektronische Komponente ist rausgeflogen. Leider hat die Band damit ihre einzige Identität aufgegeben. Bei „Free Your Mind“ war es zuviel Elektrokram, aber ganz ohne ist Sub7even auch nicht besser als zahlreiche andere Bands da draußen, die sich versuchen im Business zu etablieren.

Fans des Erstlings und auch von „Free Your Mind“ kann man nur abraten zuzugreifen. Mit dem alten Sub7even Stil hat die Scheibe nichts mehr am Hut. „Love Chains n Rockets” mag ja ein ganz akzeptables Rockalbum sein, aber es gibt auf dem Markt bessere Alternativen.

Winfried Bulach






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