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The End Of Sanity

Label: Shark Records (2004)

Aus dem Land das uns endgültig klargemacht hat, dass wir im Fußball eher die zweite Geige spielen und nach hause fahren müssen, kommen Hypnotic Face. Ihre Landsmänner sind technisch ja eine Augenweide, doch diese Herren müssen sich mit ihrer Musik nicht verstecken. Im Gegensatz zu den meisten anderen tschechischen Bands spielen sie jedoch astreinen US-Thrash in der Tradition von Megadeth und Metallica. Der Sänger hat von beiden Bands etwas und musikalisch gibt es sauberen eingängigen Thrash, der trotz einer etwas zu hohen Produktion zu überzeugen weiß. Bay Area Riffing gepaart mit sehr gutem Bassspiel, gerade in den ruhigen Passagen, macht immer Spaß. Und, je öfter man die Songs hört, desto mehr gewinnen sie an Wert, eingängig, teilweise mit akustischen Parts, wie es Metallica auf der „Master Of Puppets“ taten (‚The Devil Within‘), setzen sie sich im Ohr fest. Technisch müssen sich Hypnotic Face dabei nicht vor ihren Vorbildern verstecken, auch das Songwriting zeigt kaum Schwächen, manche Bridges könnten noch etwas flüssiger gespielt werden, aber dafür, dass es das Debüt der Band ist, darf man nicht meckern. Gerade das Gefühl für den Riff an sich ist ausgeprägt bei dieser Truppe, es kommen prägnante Refrains hinzu (‚In This War‘), so dass man direkt Lust auf ein Konzert bekommt. Wenn man die Eigenständigkeit auch durch genannte Referenzen einschränken mag, so zeigen sie dennoch bereits gute Ansätze sich auch eine eigene kleine Ecke zu schaffen, etwa indem man auch fast arabisch anmutende Melodien wie im Titelsong einbaut. Außerdem spielen Metallica und Megadeth noch solche Musik wie in den Achtzigern? Also, Chance geben, es gibt einfach 45min guten Thrash zu hören.

Christian Kremp






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