Reviews

House Of Lords
World Upside Down

Label: Frontiers Records (2006)

Hat das letzte Scheibchen von House Of Lords, „The Power And The Myth“ (2003) den Kollegen Rene nicht gerade aus dem Häuschen gebracht, so kann ich zunächst einmal Entwarnung geben. „World Upside Down“ wird zwar auch nicht als Aushängeschild des progressiven Thrashmetal gehandelt werden, aber diese Ausrichtung wäre den beteiligten Musikern auch eher unangenehm. Die Rückkehr von Mastermind Gregg Giuaffria, dem Keyboarder, Hauptsongschreiber und ehemals megaweißen Superposer der Mutter aller Poserbands, Angel, tut dem britischen Oberhaus der amerikanischen Bombastrocker sichtlich gut. Leicht progressiv angehauchte Strukturen mit typischen Ende-der-80er-Jahre-Heavy-Metal-Trademarks und schönen Melodien ohne Ende lassen erahnen, wie groß House Of Lords auch im Jahr 2006 in Japan noch sein können.

Zwar fehlen wichtige ehemalige Bandmitglieder wie Doug Aldrich, der eine Platte wie „Sahara“ von einer gutklassigen Hardrockscheibe ins Paradies der ewigen Unverzichtbarkeiten befördert hat, oder Ken K. Mary, der ehemalige Fifth Angel und Alice Cooper Drummer, der den entsprechenden Punch mit ins hochmelodische Spiel gebracht hat. Aber aus der Menge der gesichtslosen AOR-Bands ragen House Of Lords auch in dieser Besetzung noch meilenweit heraus. Das Handwerk ist - wie nicht anders zu erwarten - perfekt und manche Hausfrau würde sich beim Einkauf im Supermarkt von der Gitarrenarbeit irritieren lassen. Mehr subversives Potential kann man von einer Melodic Hardrock Band kaum verlangen. Wir hätten früher gesagt: Klassischer NM-F-M: Metal für Mädels! Aber gut!

Frank Scheuermann






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