Reviews

The Lynch-Lawyers

Label: Black Mark Production (2006)

Schaut man sich das Bandfoto auf dem Info-Beiblatt einmal näher an, käme man fast auf die Idee, es mit einem Foto der bekloppten Engländer von Akercocke zu tun zu haben. Genau wie die Insel-Freaks tragen auch die Esten Horricane Anzüge und stehen gemütlich plauschend an einem Leichenwagen. Legt man dann die CD ein, stellt man verwundert fest, dass auch die Musik selber gar nicht so sehr anders klingt als die von Akercocke. Gut, es gibt natürlich Unterschiede, aber vom Stil her ist man sich doch ähnlicher als beispielsweise im direkten Vergleich zu Akts wie Cannibal Corpse oder Morbid Angel. Ich persönlich hatte beim Hören zumindest immer eine Band im Hinterkopf: Emperor!

Allerdings kann man jetzt auch nicht behaupten, dass Horricane nach Emperor klängen. Während nämlich die Norweger symphonisch orchestrale Elemente in ihre Songs bauen, gibt’s hier schon mal eine Polizeisirene und andere wahnwitzige Elemente zu bestaunen. Doch trotzdem geistert immer wieder der kaiserliche Name durch das Oberstübchen des Rezensenten. Und was noch lustiger ist: die Musik braucht kaum den Vergleich zu scheuen, schließlich agiert die wohl härteste Band Estlands auf einem verdammt hohen Niveau und nimmt den Hörer mit einer wahrhaft schizophrenen Atmosphäre gefangen (siehe das unglaubliche ‚Fraction In Your Eyes’), wozu auch die hartmetallische Verwurstung des „Psycho“-Themes passt wie der Pickel auf den Arsch. Einfach verdammt geil, wie die Jungs zu Werke gehen!

„The Lynch-Lawyers“ hat auf jeden Fall das Zeug zum Geheimtipp und sollte von Fans von Emperor und Bands wie Myrkskog definitiv einem Hörtest unterzogen werden. Und ich freue mich, mal wieder einen Akt entdeckt zu haben, der es wert ist, im Auge behalten zu werden!

Michael Meyer






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