Reviews

Trail Are Ablaze!

Label: Kinky Star (2006)

„Trails Are Ablaze!” ist mal wieder so ein Album für Indie Rock / Posthardcore Querköpfe, die ihre Musik gern rockig, aber trotzdem Komplex und sperrig haben wollen. In der Presseinfo zur Platte werden Namen wie ...Trail Of Dead und Drive Like Jehu als Referenzgrößen angeführt, auch Fugazi könnte man dem Namedropping noch hinzufügen. Übrigens die Band um die es sich hier handelt heißt Hitch, kommt aus Belgien und rockt - zumindest wenn man etwas übrig hat für komplexe (Rock) Bands. Die Devise hier lautet Breakdowns, quere Rhythmen und interessante Basslines anstatt dicke Hose Riffs.

Hitch balancieren auf „Trails are Ablaze“ zwischen geordnetem Chaos (eigentlich ein Widerspruch in sich) und noisigen Ausbrüchen, das Organ von Sänger / Gitarrist Mich ist angenehm unaufdringlich, allerdings nicht farblos und auch die Texte kommen ohne Phrasengedresche aus. Der Opener ‚A Simple Plan’ ist auf jeden Fall ein starker Song und erinnert entfernt an Fugazi’s Album „The Argument“. ‚Last Night My Head Died...’ ist ein atmosphärisches Stück mit kleinen Noiseausbrüchen, bleibt aber eher unspektakulär. Dann doch lieber ‚Escape From Squaresville’ - Fugazi meets Queens Of The Stone Age oder so ähnlich, aber auf sechseinhalb Minuten hätte man den Track nicht ausdehnen müssen... Das letzte Stück ‚Stop Picking On The Fat Kid’ beginnt in bester Q And Not U Manier, mit zappeligen Drums und Handclaps. Sicherlich eines der Highlights des Albums.

Alles in allem haben Hitch eine gute Platte aufgenommen, die jedoch zeitweise etwas langatmig wirkt. Manchen Song hätte man nicht künstlich in die Länge ziehen sollen, wenn man ihn auch nach drei Minuten ohne Schwächen ausklingen hätte lassen können.

Martin Reiter






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