Reviews

Helldriver

Label: Wolverine Records (2005)

Helldriver kommen aus Hamburg und haben für sich die Stuntmusik entdeckt. Gegründet wurde die Band Ende 2003 wo sich Sänger/Gitarrist Swingo und Drummer Tomate trafen um eine Band zu formen, die auf den Erfahrungen von den Spätheimkehrern und Los Fabulous Bill Billys basieren sollte. Durch eine Anzeige fand man dann die fehlenden Mitglieder: Gitarrist King Uli und Bassist Per Sascha Zech. Ein Monat später stand man bereits als Support auf der Bühne und nun kommt das Debüt.

Da sich die Band stark an Rock’n’roll und Rockabilly orientiert, ist der Sound der Band leicht vorstellbar. ‚Lisa Marie’ hat, wie viele der Tracks, einen extrem lustigen Text, der dennoch eine echte Motivation hat. Es dreht sich um die Tochter von Elvis und ihr „Verbrechen“ mit Michael Jackson zusammen zu sein. Jeder Titel hat zusätzlich zu den beiden genannten Musikrichtungen noch Einflüsse aus den 60ern, 70ern und 80ern, ob es nun die Surfgitarre oder der Motown Soul ist, es passt alles zusammen. ‚Sonne’, beispielsweise, baut im Refrain die guten alten „Uh Uhs“ ein, wie auch die Boonaraaas das machen. Textlich ist der Song das genaue Gegenteil von Farin Urlaubs gleichbenanntem Stück, denn es ist optimistisch, fröhlich und lädt zum Tanzen ein. Die Einflüsse der Surfgitarre, wie sie Altmeister Dick Dale perfekt zu spielen vermag, hört man ganz deutlich im Titel ‚Gummitiger’. Das Stück ist ein Instrumental und ähnelt damit dem Songrepertoire von Mr. Dale ziemlich stark. Der Anfang von ‚Langweilig’ erinnert entfernt an eine gewisse Band aus Seattle die Anfang der 90er eine ganze Musikwelle losgetreten hat, bis ihr Sänger von uns ging. Faszinierend wie die Band es auch hier schafft, den Grunge Stil in das Rockabilly Format zu bringen ohne das dabei Langeweile entsteht. Der letzte Titel der Scheibe ist die bandeigene Hymne ‚Helldriver’. Textlich und musikalisch kann man sich hier eine Fahrt in genau dem Van vorstellen, der auf dem Cover des Albums prangt.

Wer auf Rock’n’roll und Rockabilly steht muss unbedingt zugreifen, denn Helldriver bringen zum Tanzen, schnell Fahren und sogar zum Headbangen.

Winfried Bulach






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