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Antigone

Label: Century Media (2004)

Bekannte Romanfiguren werden immer wieder gerne verwendet, um der Aussagekraft der Musik den letzten Kick zu geben. Die Deutsche Metalcore/ Death Metal Formation Heaven Shall Burn hat sich die Romanfigur Antigone als Leitbild und Titelträger des neuen Albums ausgesucht. Antigone war Freiheitskämpfer mit vollem Elan, Heaven Shall Burn benutzen sie als Metapher für „[…] Selbstbestimmung und die Freiheit seinen Überzeugungen und seinem Glauben zu folgen […]“ wie Lead-Gitarrist Maik die Figur beschreibt. Ob man dies in der Musik auch wieder erkennen kann?

‚The Weapon They Fear’ heißt der Opener, der mit einem mächtigen Growl das Lebenslicht eingehaucht bekommt und mit enormem Druck die Platte einläutet. Sehr schön eingängige Melodien paaren sich mit mächtig aggressivem Gesang und Killergitarren. Wunderbar hart und auch wie versprochen zwar nichts komplett neues, trotzdem Metalcore aus deutschen Landen, wer kennt das schon? Der Opener aber bleibt keineswegs der einzige Killersong, neben ‚Voices Of The Voiceless’, welches eine supergeile Gitarrenarbeit an den Tag legt sticht besonders ‚Tree Of Freedom’ durch sein cooles Riffing und der Freiheitskämpfergeschichte von Nelson Mandela aus dem dichten Geflecht von starken und aggressiven Songs hervor.

Großes Kompliment an die 5 Jungs, denn mit „Antigone“ haben sie eine in Deutschland mehr oder weniger verwaiste Musikrichtung reanimiert, die in solch einer Klasse viele Fans finden dürfte und somit auch Heaven Shall Burn auf den großen Festivals nicht mehr nur auf den Ausweichbühnen auftreten darf, sondern man ihnen gebührende Zeiten und Bühne anbieten dürfte. Weiter so!

Thomas Schmitt






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