Reviews

Hundred Seventy Split
The Road - Live

Label: H'Art (2015)

Alte Männer machen Musik... ein Bild, an das wir uns hoffentlich gewöhnen werden! Denn nach den Konzerten, die ich in den letzten Jahren erleben durfte zu schließen, machen die älteren Semester meistens eine deutlich bessere Figur als die jüngeren. Als Paradebeispiele seien Uriah Heep genannt, die auf geradezu unfassbare Weise seit vielen Jahren von Tour zu Tour besser werden.

So ähnlich hatte man auch über Ten Years After gedacht, die sich nach dem Ausscheiden vom ehemaligen Mastermind Alvin Lee und dem Einstig des eine Generation jüngeren Flitzefingers Joe Gooch musikalisch ebenfalls auf dem Weg der Genesung befanden. Dann vor gut zwei Jahren der Schock: Besagter Joe Gooch und das Ur-Bass-Monster Leo Lyons kehrten der Band den Rücken, um mit einer neuen, etwas merkwürdig betitelten Band, neu durchzustarten. Seitdem sind zwei Studioscheiben erschienen, die in etwa andeuteten, wohin die Reise gehen sollte. Bluesrock der gehobenen Güteklasse eben. Ich verstehe zwar bis heute nicht, warum sich diese Form von Bluesrock nicht im Format von Ten Years After hätte umsetzen lassen.... aber geschenkt! 

Was eine Band taugt, zeigt sie meistens erst auf Tour. Und da haben Hundrer Seventy Split ihrer Feuertaufe längst mit Auszeichnung bestanden. Das kann man jetzt auch auf diesem doppelten Silberteller nachhören. Mit dem Löwenanteil neuer Songs, aber auch einigen Ten Years After Klassikern fegen die Jungs über die Bühne und zeigen allen jugendlichen Titelaspiranten, wo der bluesrockige Hammer hängt. Da kann man nur jedem empfehlen, sich die Gelegenheit nicht entgehen zu lassen, die Band auf Tour selbst zu erleben, zumal Leo Lyons auch schon auf die 70 zugeht... Coole Grooves, geile Soli, gefühlvolle Vocals - Herz, was begehrst Du mehr?

Frank Scheuermann

8/10






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