Reviews

Harsh Toke
Light Up And Live

Label: Tee Pee Records (2013)

Nein, trotz der lediglich drei Lieder handelt es sich hierbei keineswegs um eine EP! Harsh Toke aus dem kalifornischen San Diego, nahe der mexikanischen Grenze, frönen einer psychedelisch eingefärbten Spielweise des Jamrock mit massenweise Wahwah- und Fuzzeffekten, wie man sie seit den frühen 70er Jahren für ausgestorben gehalten hätte. Mit "Light Up And Live" steht meines Wissens nach nun ihre dritte Scheibe insgesamt und die erste für das rührige Tee Pee Label in den Läden. Im direkten Vergleich mit den rein instrumental gehaltenen Vorgängern "Jam 2012" und "Jam" gibt es hier sogar einmal kurz einen recht guten Gesang zu hören.

Neben indianischen Flöten, polyrhythmischen Percussionteppichen und psychedelischen Orgeleinwürfen, steht jedoch das stets druckvolle Gitarrenspiel im Vordergrund. Oftmals scheinen sich die Jams ins Nirgendwo zu verlaufen, um dann aber doch wieder durch eine interessante Wendung an Fahrt aufzunehmen. Zum gechillten hören nach einem Entspannungsbad oder ähnlich wirkenden Dingen, hilft "Light Up And Live" bei der abendlichen Erholung nach einem anstrengenden Tag. Die Produktion ist nicht immer rund, das liegt aber wohl in der Musikrichtung begründet. Solche Tracks entstehen spontan im Studio durch das Zusammenspiel der daran beteiligten Musiker. Daher können die Frequenzen auch niemals komplett voneinander abgeschirmt werden.

Abgesehen vom Cover, das an einen Malwettbewerb im örtlichen Kindergarten erinnert, bietet die Band einen erfrischenden Cocktail an Gitarrensoli jedweder Prägung, vorausgesetzt sie sind nur lange genug. Das hier erstmals eingesetzte Bandlogo soll vermutlich an die ebenfalls kalifornische Heavyrock-Legende Blue Cheer erinnern, deren Bassist und Sänger Dickie Peterson vor kurzem von uns gegangen ist.

Fazit: Wenn man auf Jamrock steht, dann sollte man unbedingt einmal reinhören!

Frank Scheuermann

8/10






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