Reviews

Screamworks: Love In Theory And Practice

Label: Warner Music (2010)

Willkommen bei der fröhlichen Sentimentalität! Nachdem die letzte Scheibe ungemein hart und düster ausgefallen ist, kann man in kommerzieller Hinsicht bei "Screamworks: Love In Theory And Practice" Entwarnung geben. Ville Valo und seine schwermütigen Finnen haben es geschafft, an die Klasse der ersten drei Scheiben mit neuen Akzenten anzuknüpfen.

Die allumfassende Ausweglosigkeit der letzten Jahre ist vorbei und die Melodien kommen quirlig aus den Boxen. Das ist eigentlich keine Herbstmusik, das erinnert eher an Frühling. Alleine die Titelauswahl eines so fröhlichen Songs wie 'Scared To Death' will nicht so recht als gelungen erscheinen. Aber wen stört das, wenn eine Scheibe durchgängig auf solch hohem Niveau angesiedelt ist.

Auch das dem Veröffentlichungstermin (Mitte Februar 2010) angemessene 'Like St. Valentine' möchte die Depression nicht wachsen lassen. Ganz im Gegenteil hören sich die traurigsten Stücke eher nach Sentimentalität denn nach Depression an. Und das ist gut so! Auch ein Johann Wolfgang von Goethe konnte nicht ein Leben lang bei den Leiden des jungen Werther stehen bleiben. Weltschmerz ist eben eine Sache, der sich Backfische auf dem Weg zum Erwachsensein eine Weile hingeben  können. Aber Erwachsene müssen eben auch einmal Verantwortung übernehmen. Da bleibt dann nicht mehr so viel Zeit für das Suhlen im Selbstmitleid. So gesehen ist "Screamworks" die mit weitem Abstand erwachsenste Scheibe der Finnen. Fazit: Pubertät endgültig beendet!

Frank Scheuermann






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