Reviews

Suck And Swallow: 25 Years, 25 Songs

Label: Rookie Records (2009)

Punk kann politisch sein. So habe ich das gelernt. Punk erinnert uns mit sokratischer Disziplin daran, dass wir bei allem Ehrgeiz niemals die Wurzeln aus dem Blick verlieren dürfen. Auch das habe ich so gelernt. Und was ist nun, wenn die Wurzeln eben nicht nur aus bewusster Musikalischer Einfachheit und Minimalismus bestehen, sondern aus nacktem, derbem Sex? Nein, nicht Sex. Eher Ficken, Rammeln und anderen Kleinodien der Lautbildung, welche die deutsche Sprache für diesen Akt des Austauschs genetischer Information bereithält. Nun, wenn das so ist, dann kommen eben die Hard-Ons ins Spiel.

Ich bin mir nicht sicher, ob sie jemals ein anderes Thema als menschliche Fortpflanzungsneigungen und - praktiken beackert haben (dabei spielt meines Wissens nach IVF eher eine untergeordnete Rolle!), aber dieser Sampler, der (wie der Titel schon sagt) 25 Leckerbissen aus dem letzten ¼ Jahrhundert der Bandgeschichte bereithält. Das Ganze ist natürlich in absolutem Lo-Fi produziert, so dass man sich mitten im Monokassettenrekorder während der Aufnahme wähnt. Nun, in diesen Kreisen ist es keine schlechte Produktion, sondern lediglich ein unverfälschtes, authentisches Klangbild.

Witzig ist auch das bei Kiss "Rock And Roll Over" geklaute Cover. Wem es schon immer zu teuer war, sich alle Geschmacklosigkeiten, äh, Geniestreiche der Ozzis zu kaufen, der  kommt mit diesem Jubiläumssampler eigentlich recht gut weg.

Frank Scheuermann






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