Reviews

Traveler

Label: AOR Heaven (2008)

Aus Ungarn kommt auch in musikalischer Hinsicht deutlich mehr als Gulasch und Paprika. Und meistens ist diese musikalische Kost gar nicht so derb, wenngleich auch gut gewürzt. In Deutschland weiß man das spätestens seit den Progressive Veteranen von Omega, die in den 70er Jahren in unseren Breiten so populär waren, dass sie trotz des Eisernen Vorhangs sogar hier touren durften. Locomotive GT waren sogar jenseits des Atlantiks recht populär. An diese Erfolge konnten spätere Bands aus diesem wunderschönen Land leider nicht mehr ganz anknüpfen, auch wenn sie – so wie Karthago, die Hobo Blues Band oder Edda Müvek- die Anerkennung und den Respekt westlicher Musikgrößen genossen.

Nun schickt sich mit H.A.R.D. eine neue Formation aus dem Land der Magyaren an, an diesem Zustand etwas zu ändern. Mit "Traveler" hat man gerade sein Erstlingswerk an den Start gebracht und erfreut sich erster positiver Reaktionen. Und diese sind durchaus angebracht. Die Band spielt einen sehr melodischen Hardrock, der durchaus in der Tradition von Bands wie Foreigner, Journey oder Boston steht, sich aber auch darin gefällt, eigene Akzente zu setzen. So habe ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, mit dem tausendsten Aufguss der exakt gleichen Songs konfrontiert zu werden, wie mir das in der letzten Zeit des Öfteren mit ähnlich gelagerten Veröffentlichungen ergangen ist. Die Chorgesänge schulden einiges an Eleganz den britischen Urgesteinen von Uriah Heep (an die auch der schwere Orgeleinsatz gemahnt). Allerdings ist die Melodieführung eher amerikanisch zu nennen.

Einer meiner Favoriten ist 'The Voices', eine Hommage an die Gesangsgötter der 70er Jahre, wie z.B. Ian Gillan, Robert Plant, Steven Tyler, Freddie Mercury, Sammy Hagar, Paul Stanley, Glenn Hughes oder David Coverdale. Aber auch der Titelsong und das absolut westkurventaugliche 'Rock Is My Name' lassen nichts anbrennen. Hier sitzt jedes Riff und jede Hookline. Für Freunde des melodischen Hardrocks eine sinnvolle Anschaffung, zumal auch balladeske Momente durchaus zum Zuge kommen ('Stay').

Frank Scheuermann






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