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The Call

Label: Metal Heaven (2006)

Melodic Metal ist irgendwie wie Pizza-Essen. Manchmal überkommt einen die Lust auf eine richtig gute beim besten Italiener, ab und an darf's dann aber auch mal eine aus der Kühltruhe sein. Manchmal hat man aber auch mal die Schnauze voll und weicht die nächsten Wochen auf andere leckere Gerichte aus. Was das jetzt mit Musik zu tun hat, fragt ihr euch? Auf den ersten Blick eigentlich nicht besonders viel. Geht man aber etwas mehr in die Tiefe, wird das ganze offensichtlicher: Wie viele Bands gibt es heutzutage, die melodischen Metal spielen? Ich würde mal auf 182749 Stück tippen. Davon sind viele einfach "so la la" (quasi das Tiefkühlbeispiel) und einige sind der totale Hammer (wo wir schon beim "guten Italiener" wären). Und ab und an hat man von dem ganzen Melodic-Zeug gewaltig auch mal genug.

Unter welcher Kategorie ordnen wir aber nun die Schweden von Heed ein? So auf den ersten Hör würde ich behaupten, es mit einer verdammt guten Tiefkühlpizza zu tun zu haben, die vielleicht auch mal in einer guten Pizzeria auf den Tisch geknallt werden könnte. Die Zutaten schmecken alle frisch und wurden scheinbar auch handwerklich exquisit zubereitet. Also nix Dr. Oetker (falls Schleichwerbung erlaubt ist), und Fließbandproduktion, sondern echte Handarbeit. Angefaulte Zwiebelstücke kann man getrost mit der Lupe suchen. Manchmal erinnert der Fladen gar an Klasse-Restaurants der Marke Symphony X (wo bekanntlich ja 3-Sterneköche die Gerichte zubereiten) und Dream Theater (als die alte für den Normal-Gourmet verständliche Speisekarte noch auf den Tischen lag).

Auch hier kann man sich einmal quer durch die Speisekarte essen, ohne dass man enttäuscht wird. Moderate Gerichte wechseln sich mit etwas schärfer gewürztem ('The Permanent End Celebration') ab, und Leuten mit sensiblem Magen kann das liebliche 'Nothing' empfohlen werden. Halten wir also fest: Für alle, die sich einen Besuch in oben erwähnten Speisetempeln nicht jeden Tag erlauben können, dürfte sich der Besuch bei Heed lohnen. Natürlich merkt hin und wieder etwas den preislichen Unterschied, aber davon sollte man sich keineswegs stören lassen! Und jetzt heiz ich erst mal den Backofen vor...

Michael Meyer 






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