Reviews

Edge Of Tomorrow

Label: Shark Records (2001)

Wenn ich in letzter Zeit in den Plattenladen gegangen bin, um mir die neuesten CDs und Bands anzuschauen, bzw. anzuhören, fiel mir vermehrt auf, dass immer mehr teutonische Melodic Metal Bands auf den Markt kommen, die versuchen, Fans mit beeindruckenden, klischeehaften Coverartworks und kraftvollen Liedtiteln und Bandnamen zu beeindrucken. Mit ihrem Debüt-Album „Edge Of Tomorrow“ haben die fünf Norweger von Guardians Of Time aber eine CD veröffentlicht, die sich klar von diesen anderen Newcomern abhebt: 12 Songs mit insgesamt knapp 52 Minuten bei denen sich sowohl Power Metal als auch Melodic Metal Passagen wiederfinden ereilen den Hörer und klingen für ein Debüt-Album sehr anspruchsvoll und vielversprechend. Bei Songs wie ‚As The Morning Rise’ oder ‚Guardians Of Time’ wird schnell klar, dass keine neue Musikrichtung erfunden oder zwanghaft etwas neues ausprobiert wurde, man wollte einfach die Hammerfall-Idee weiterführen und eine breite Fanmasse ansprechen. Dies wird den Norwegern auch sicherlich gelingen, da beispielsweise die Songs ‚High Octane’ (der Name trifft auf den Song zu!) oder der Titeltrack ‚Edge Of Tomorrow’ jeden Hammerfall Fan sofort ansprechen dürften und ihn an beste Zeiten der schwedischen Tempelhüter zurückerinnern sollte! Im Ganzen betrachtet ist am Ende eine interessante Mischung herausgekommen aus Stratovarius Melodien gepaart mit Hammerfall und Gamma Ray Sound. Erstaunlich ist bei „Edge Of Tomorrow“ einfach die Tatsache, dass es eine Band schafft, ein Gebiet neu zu betreten, dass im Prinzip keine Möglichkeit mehr lässt etwas innovatives zu veröffentlichen. Umso besser gefällt es mir aber, dass es diese Jungs trotzdem schaffen, einfallsreiche Melodien mit knackigen Gitarrenriffs und schnellem Drumming zu verkoppeln, ohne dabei tief ins Klischee abzufallen oder zu kopieren, alle Achtung dafür!

Thomas Schmitt