Reviews

(N)Utopia

Label: Nuclear Blast (2005)

Wurden die Tiroler Graveworm früher aufgrund ihrer „Dimmu Borgereien“ als nicht gerade sehr eigenständiger Klon der Norweger belächelt, und auch die Musik nicht gerade unbedingt von jedem Black Metaller als Meisterleistung akzeptiert, so dürfte sich mit dem vorliegenden Release „(N)Utopia“ ein Quantensprung vollzogen haben, den niemand der durch ihre ‚Fear Of The Dark’-Coverversion bekannt gewordenen Truppe für möglich gehalten hätte.

Auch ich muss fairerweise zugeben, Graveworm früher immer belächelt zu haben und hab mir mit dem Gedanken, einen deftigen Verriss zu schreiben das vorliegende Album vorgenommen. Aber genau eine Minute später - der Opener (und gleichzeitig als Videoclip ausgekoppelte) Opener ‚I - The Machine’ ist gerade dabei, mir den Schädel von der Schulter zu reißen - hat sich meine Ignoranz in totale Euphorie verwandelt. Was für ein Hammer!!! Natürlich lassen sich die Dimmu Borgir-Einflüsse noch immer nicht verleugnen, was halt auch an den ähnlich gelagerten Keyboard-Parts liegt. Ich gehe sogar so weit, zu behaupten, dass Songs wie der erwähnte Opener, der folgende Titeltrack und das doomig-brachiale ‚Timeless’ keinen Deut schwächer sind als das letzte, von den Norwegern veröffentlichte Material. Und Drummer Martin Innerbichler holzt sich mit der Vehemenz eines ICEs durch die Platte, dass jedem Gothic der Lackrock nach oben rutscht und die Maschen des Netzhemdchens schreiend das Weite suchen!

Als Fazit bleibt auf jeden Fall zu sagen: eine der positivsten schwarzen Überraschungen des noch jungen neuen Jahres heißt definitiv „(N)Utopia“!

Michael Meyer






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