Reviews

Grey & Mofro, JJ
Ol' Glory

Label: Mascot (2015)

Bisher hat man in Europa JJ Grey & Mofro so gut wie gar nicht zur Kenntnis genommen. Wenn es auf dieser Welt auch nur annähernd gerecht zugehen würde, dann müsste sich genau dieser Umstand spätestens mit "Ol' Glory" gründlichst ändern.

Die nicht mehr ganz so jungen Musiker zelebrieren eine sehr urwüchsige Mischung aus Rock, Blues, einer Prise Country, Folk, Gospel und R&B - das klingt wie Blackberry Smoke? Ja, fast. Nur entspannter und mit wesentlich reduziertem Rockanteil. Akustische Gitarren hört man in guten Stückzahlen, dazu gelegentlich Pedal Steel Guitar. Aber so wirklich Country ist das nicht. Auch die R&B Anteile der Truppe aus dem Sonnenstaat Florida, der immerhin schon Bands wie Molly Hatchet oder Lynyrd Skynyrd hervorgebracht hat, klingen eher wie die dezenten Einwürfe, die man auch von den Neville Brothers aus Louisiana kennt. Allesamt keine schlechten Bezugsgrößen, die allerdings erst dadurch richtig aufleuchten und geradezu strahlen können, weil die Songs, die gewöhnliche Geschichten von einfachen Menschen und Situationen erzählen, mit spielerischer Leichtigkeit von den Musikern auf ein hohes songschreiberisches Niveau gehoben werden.

So macht "Ol' Glory", das seinen Namen zurecht trägt, von den ersten Takten an richtig Spaß und lässt uns von Zeiten träumen, in denen großartige Musiker wie Van Morrison auch mit hohen Chartplatzierungen belohnt worden sind. Ein wundervoll konservatives Stück Musik. Klasse!

Frank Scheuermann

8/10






Musicload