Reviews

Sco-Mule

Label: Mascot (2015)

Was einst Bands wie Grateful Dead, die Allman Brothers Band und in anderer Form auch Led Zeppeling ausgezeichnet hat, das führen seit nunmehr zwanzig Jahren Gov't Mule fort.

Eigentlich ist das nicht verwunderlich, da die Band ihren Start als ein Jamrock-Ableger der Allman Brothers begann, bei denen sowohl Gitarrist/ Sänger Warren Haynes als auch Ur-Bassist Allen Woody (RIP) im Sold standen. Nun steht der zweite Teil ihrer Jubiläums-Live-Scheiben an. Der deutet schon einmal auf eine eher jazzig ausgerichtete Schiene, da man keinen geringeren Mitstreiter an Bord geholt hat, als den legendären Jazz- und Fusion-Gitarristen John Scoffield. Und es kommt umgehend, was kommen muss. An Rock-, Blues- und Jazzstandards toben sich vor allem die beiden Gitarristen aus und jagen sich gegenseitig von Höhepunkt zu Höhepunkt. Da wird gejammt und auf Themen improvisiert, dass ein Gitarrenschüler ernsthafte Suizidgedanken bekommt. Dem einen oder anderen mag es vielleicht zuviel des Guten sein, aber man muss den beiden schon Respekt zollen: Es ist wirklich verdammt großes Gitarrenkino. Und die grundsolide Rhythmusfraktion sorgt durch ausreichend Erdung dafür, dass immer die Struktur erkennbar bleibt - und das ist beileibe nicht immer so in Jazzgefilden...


Bestimmt haben Gov't Mule mit "Sco-Mule" nicht ihre Referenzscheibe vorgelegt, aber für Gitarrenfreaks, die auf endlos ineinander verschachtelte Soli stehen, gibt es in diesem Jahr bislang noch nichts besseres.

Frank Scheuermann

9/10






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