Reviews

Genesis
From Genesis To Revelation

Label: Repertoire (1969/2011)

Zu den ganz unbestritten großen Namen der internationalen Rockszene gehören in jedem Fall die mächtigen Genesis. Ob sie dabei kunstvollen, anspruchsvollen Rock mit ihrem Frontmann Peter Gabriel und dem virtuosen Gitarristen Steve Hackett zelebrierten oder einfach strukturierten Poprock in der Ära des Phil Collins, das spielt eigentlich keine Rolle.

Dass es ein Leben von Genesis VOR Phil Collins gab, wissen mittlerweile nur noch die wenigsten. Dabei wurden die ersten beiden Scheiben noch von einem anderen Drummer eingespielt. Und das bringt uns direkt zu "From Genesis To Revelation", dem Erstlingswerk der späteren Superstars. Und von all diesem Glanz ist auf dieser vor allem historisch wertvollen CD noch nichts zu spüren. Kurze psychedelische Popsongs, die teilweise gut ins Ohr gehen, teilweise schon ein wenig sperrig scheinen, leider mit einer Produktion, die sich diese Band später nicht mehr hätte antun lassen. So werden viele gute Ansätze unter schwülstigen und schwülstigsten Streicherarrangements vergraben, wie man sie sonst nur aus Cat Stevens' Decca-Phase kennt (ist das ein Zufall, dass diese Platte ebenfalls bei Decca erschienen ist?).

Die musikalische Brillanz ist bestenfalls zu erahnen, anspruchsvolle Instrumentalpassagen sind weitgehend Mangelware. Nach diesem harmlosen Scheibchen wurde die Band dann auch fallengelassen und konnte dann kurze Zeit später auf dem progressiven Charisma-Label endlich das verwirklichen, was sie sich schon lange vorgestellt hatte.

Die Neuauflage kommt mit den Bonustracks, die man so schon von der billigen Disky-Version kannte, allerdings scheint der Sound ein wenig verbessert zu sein. Für Nostalgiker empfehlenswert!

Frank Scheuermann






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