Reviews

Giant
Promise Land

Label: Frontiers Records (2010)

"The Last Of The Runaways" gehört mit Sicherheit zu den besten AOR/Melodic Rockplatten aller Zewiten. Die Band um die Brüder Huff hat vor etwa 20 Jahren der melodischen Konkurrenz den Weg gewiesen. Der Rest ist Geschichte: Nach einer zweiten, musikalisch ebenfalls überzeugenden Scheibe wurde alles, was auch nur ansatzweise nach Rockmusik der 80er Jahre geklungen hat, von Dilettanten in Holzfällerhemden (bevorzugt aus der Gegend um Seattle) klein gemacht. Die Gebrüder Huff zogen sich wieder auf ihre Hauptjobs als Studiomusiker und Produzenten/Tontechniker in den Studios dieser Welt zurück.

Nach satten neun Jahren erschien dann unter dem Titel "III" eine Resteverwertung mit alten Sessions, besseren Demos und ein paar neuen Songs. Dann noch eine Live/ Unplugged-Kiste und nun das offizielle eigentliche dritte Studiowerk, von den Fans lange sehnsüchtigst erwartet. Und was hält die Scheibe? Nun, zunächst einmal hält sie einen waschechten Schock für alle Anhänger bereit: Dann Huff, Gitarrist und charismatischer Sänger der band, ist nicht mehr aktiv dabei. Zwar hat er noch an einigen Songs mitgewirkt, aber als Produzent (Megadeth, Shania Twain) verdient er augenscheinlich viel zuviel Geld, als dass er noch einmal die Strapazen des Tourlebens auf sich nehmen würde.

Und das hört man den Songs dann leider auch an. Versteht mich nicht falsch: Die Scheibe hat klasse Songs, vor allem im Midtempobereich, auch ein paar äußerst gelungene Blueseinwürfe sind mancherorts zu vernehmen. Aber das, was diese Platte von anderen ähnlich gelagerten Projekten unterscheidbar machen sollte, fehlt fast vollkommen. Der neue Sänger und der Gitarrist machen ihre Sache ordentlich. Aber das ist eben der Unterschied zwischen gutem Handwerk und einer wirklich gelungenen Scheibe: Es fehlt das gewisse Etwas. Und da helfen auch die akrobatischsten Saitenübungen und Stimmvariationen nicht wirklich weiter. Gut, aber nicht mehr!

Frank Scheuermann






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