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Burning Earth

Label: Massacre Records (2003)

Firewind, die Zweite. Nachdem das Debütalbum „Between Heaven And Hell“ einen ordentlichen, aber keinen überragenden Eindruck hinterließ, liegt mir nun mit „Burning Earth“ der Nachfolger vor. Auch wenn das Cover des letzten Albums den Kitschfaktor etwas nach oben trieb, so fand ich es doch sehr ansprechend. In dieser Hinsicht hat man noch mal eine Schippe drauf gelegt: Der Engel als Wächter der brennenden Erde ist super gelungen und lässt epische Ausmaße vermuten, die musikalisch so gut wie gar nicht auftreten. Lediglich zu Beginn führt ein Erzähler kurz in den Opener ,Steal Them Blind’ ein, der nach einer Minute aber wieder in den bekannten Firewind Stil umschlägt: Donnernde Drums und raue Gitarren preschen aus den Boxen hervor, hier und da mal ein Keyboardtöne, die aber insgesamt auf verlorenem Posten stehen. Sänger Stephan Fredrick ist auch auf dieser Scheibe einer der Glanzpunkte und ist schon genauso fester Bestandteil der Band wie Karl Moik im Musikantenstadl. Das er mit seiner rauen Stimme auch Balladen eine Menge Gefühl einhauchen kann, beweist mit dem letzten Stück ,The Longest Day’ eindrucksvoll.

Erfreulicherweise ist das Songwriting für diese Scheibe mindestens eine Klasse besser ausgefallen als beim Debüt. Die Band steigert sich im Verlauf des Albums stetig. Während der bereits erwähnte Titeltrack ,Steal Them Blind’ nicht mehr als solide Ware darstellt und das darauf folgende ,I Am The Anger’ durch den kitschigen Refrain etwas kaputt gemacht, geht es danach nur noch bergauf. Tracks wie das treibende ,Immortal Lives Young’ oder das groovige ,You Have Survived’ lassen die Puppen tanzen. Die Stimme von Fredrick wird zuweilen mit Backgroundvocals gezielt unterstützt, was vor allem beim Titeltrack sehr viel Energie entfacht. Einen hitverdächtigen Eindruck macht auch ,Brother’s Keeper’ mit dem man etwas auf die Hard Rock Schiene abrutscht, was der Scheibe auch ein wenig Abwechslung verleiht. Last But Not Least: ,The Fire And The Fury’. Überflüssige Instrumentale gibt es wie Sand am Meer aber dieses hier ist auf alle Fälle ein Reißer, bestens für das Training der Nackenmuskulatur geeignet und offenbart einmal mehr die außergewöhnlichen Fähigkeiten des griechischen Gitarristen Gus G.

Für alle Heavy Metal Freunde ist „Burning Earth“ eine durchaus empfehlenswerte Scheibe, die gegenüber dem soliden Deübtalbum einiges an Klasse mehr zu bieten hat.

Oliver Bender






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