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Everything Will Work Out Right

Label: Last Resort Music (2006)

Morgan Finlay ist ein Songwriter und kommt aus Kanada, genauer gesagt aus Vancouver. Inzwischen hat er in Kanadas Großstadt Toronto ein neues zu Hause gefunden. Lange hat es gedauert bis der Musiker sein erstes Debüt mit voller Länge im Kasten hatte. Bereits 2002 kam sein erstes Werk "Uppercut" auf den Markt. Letztes Jahr folgte die EP "Splice", mit welcher er weiter auf sich aufmerksam machte. Nun ist er auf dem Sprung und kommt mit seinem Album "Everything Will Work Out Right" nach Europa, genauer gesagt nach Deutschland, Österreich und Großbritannien. Mal hören wie er sich damit schlägt…

Ob man das noch als Songwriterstoff bezeichnen kann, was Morgan Finlay da geschrieben hat klingt mehr nach einer kompletten Band als nach Songwritern, wie Götz Widmann oder anderen. Es steckt wohl einige Arbeit hinter den fertigen Songs, wie beispielsweise ‚Inside', welcher schon einiges an Ohrwurmpotenzial besitzt. Der Titel ist nicht ganz so poppig, wie die Singles seiner Kollegen Daniel Powter oder James Blunt und wirkt dadurch wesentlich authentischer. Hier wurde nicht ewig von einem Produzententeam rumgeschliffen um in den Billboard Charts möglichst hoch zu kommen, sondern Morgan hat hier seine Gedanken in Musik ausgedrückt ohne an Popularität zu denken. Das gilt auch für die übrigen Stücke, die mal schneller (‚Zensong') und auch mal extrem langsam / balladesk (‚The Reason Why') daherkommen. Die Instrumentalisierung beschränkt sich nicht auf die übliche Akustikgitarre, auch wenn sie sehr oft verwendet wird, sondern nutzt auch die sonst üblichen Klangerzeuger wie Schlagzeug, E-Gitarre und Bass. Ein Cello und eine elektrisches Piano fanden ebenfalls ihren Weg in einige der Songs. Nicht alles ist selbst geschrieben, was auf "Everything Will Work Out Right" zu finden ist. Ein Stück, nämlich ‚Why Georgia', ist im Original von John Mayer und wurde von Morgan Finlay und Jake Roeder neu aufgenommen. Die Interpretation der Beiden macht sich nicht schlecht unter den übrigen Tracks und bereichert die Platte um einen Klassiker.

Insgesamt ist die Platte von Morgan Finlay sehr ausgewogen und dürfte einigen Leuten gefallen, vor allem Freunden des leichten Rocks und Songwriterfans. Wer Daniel Powter oder James Blunt konsumiert, sollte sich mal anhören, wie sich ein ungeschliffenes, unaufgepopptes Werk anhört.

Winfried Bulach






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