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Concrete

Label: Roadrunner Records (2002)

Ist das ein neues Album der Amis, die sich doch eigentlich aufgelöst hatten? Nein, nicht ganz. Als letztes Geschenk für die Fans oder als letzte Möglichkeit Geld mit dem Namen Fear Factory zu machen, je nach Position, ist dieses Album zu werten, dass eine Wiederveröffentlichung des eigentlichen Debüts „Concrete“ ist (nicht ‚Soul Of A New Machine’). Dieses war nur in kleiner Auflage erschienen und brachte der Band den Plattenvertrag mit Roadrunner ein.

Auf dem Album stehen 16 Tracks (sind auch darauf), die teilweise auf dem Debüt (8 Songs), teilweise auf späteren Alben in neuen Versionen oder als Fragmente veröffentlicht wurden (4 Songs). 4 Songs sind nun zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Alle sind hier in ihrer ´urigsten´ Version vertreten.

Eine von Ross Robinson (später Produzent von Korn) geschaffene rohe, brachiale Death Metal Produktion, deren einziges Makel ist, dass die Bässe und Höhen zu schnell zerfasern, trägt die Songs, wobei spätere Markenzeichen (Industrialanleihen usw.) bereits in Ansätzen vorhanden sind. Geröchelter Gesang, gestützt von Fear Factory typischem Drumming und Bass, wird im Zusammenspiel mit fast ausschließlich auf Rhythmusarbeit konzentrierten Gitarren geboten. Melodielinien oder Solos sind nur Bruchstückhaft vorhanden, was allerdings kein Nachteil sein muss. Tatsächlich gehen die simplen Death Metal Songs gut ins Ohr und wer Aggression mit Struktur hören will ist hier richtig.

Freunde des 1.Roadrunner Albums von Fear Factory können, wenn sie sich nicht an den Überschneidungen der Songs stören, bedenkenlos zugreifen. Wer allerdings die späteren HipHop-Eskapaden, äh Anleihen, mag, sollte erst einmal rein hören. Meine persönlichen Lieblingssongs sind ‚Dragged Down By The Weight Of Existence’, ‚Self Immolation’ und ‚Big God / Raped Soul’, wenn auch der Stil der späteren Alben noch nicht gefunden ist, so gibt es hier eine Vollbedienung einfachen Death Metals im Amerikanischen Stil.

Kein unbedingtes Muss, aber es ist ganz nett geworden. Somit schließt sich der Kreis um Fear Factory endgültig (?) und die Schlange beißt sich in den Schwanz.

Christian Kremp






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