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Label: Finest Noise (2004)

Facelift machen “Hard-Pop”. Das ist eine Feststellung, die von der Band selbst kommt und den Musikstil besser nicht beschreiben könnte. Früher war man in der Rockszene ansässig und brachte 1998 sein Debüt „SHE“ heraus. Heute besann man sich auf neue Tugenden und wechselte die Musikrichtung um etwas poppigere Klänge zu produzieren, die aber weiterhin von den harten Gitarren unterstützt werden sollte. Andrea Orso, ihres Zeichens Bassistin der Band, kann man für den Gesang verantwortlich machen, der extrem nach Pop klingt, aber irgendwie nicht zum Gesamtbild passt.

Bei ‚Groovy Sound’ hört man, dass etwas nicht mit dem Sound stimmt. Die Zwischenparts sind zu langsam und gitarrenarm. Andreas Stimme ist etwas zu schwach um kraftvoll heraus zu singen, was sie bedrückt. Musiktechnisch klingt Facelift ganz gut, wenn man bei diesem Song von den langsamen und langweiligen Parts ohne Gitarren absieht. Vielleicht sah das in der Vergangenheit besser aus, als man noch richtigen Rock machte. Die Band bringt immer wieder Samples in die Songs ein um den Musikmix etwas aufzulockern. Es klingt allerdings nicht immer so wie es gedacht war. Beim ‚Sofa Song’ kriegt man etwas zuviel davon, denn der Gesang und die Samples lassen sich hier nicht vereinen. Natürlich gibt es auf der Scheibe auch Positivbeispiele, die allerdings mehr oder minder rar gesät sind. ‚Alternative Part 2’ gehört zu den etwas besser gelungenen Werken, wobei immer noch die Kraft der Stimme fehlt. Eine Martha von Die Happy wäre hier besser angebracht statt einem so zarten Stimmchen. Der letzte Song ‚Go Anywhere With You’ ist anfänglich gut gelungen bis die Stimmlage gewechselt wird und das harte Gitarrenriff sein Ende findet. Bis zu diesem Punkt könnte man die Band mit Die Happy oder den Guano Apes vergleichen, aber der Pop wartet auch in diesem Song schon auf seinen Hörer um diesen zu vergraulen.

Die Ansätze von den Österreichern sind gut, aber Pop lässt sich in diesem Fall nicht mit den harten Gitarren vereinigen, was zum Großteil auch am Gesang liegt.

Winfried Bulach






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