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Then Play On

Label: Reprise Records (1969/)

"Then Play On" stellt gleichermaßen den Schlusspunkt der ersten Phase der Band mit ihrem charismatischen Gründer und Frontmann Peter Green, als auch den Beginn ihrer zweiten Phase auf dem Reprise Label, dar. Erstmals hat man den Sprung weg vom reinen Blues geschafft und bedient das Spannungsfeld zwischen frühem Progressive Rock, Hardrock und Jamrock. Damit ist die Platte quasi singulär im Bandkatalog.

Auffällig vor allem die Gitarrenarmee, bestehend aus Peter Green, Jeremy Spencer und erstmalig Danny Kirwan. Vor allem letzterer dürfte für die dramatische Erwseiterung des musikalischen Spektrums verantwortlich gewesen zu sein. Immerhin klingen die drei folgenden Scheiben mit seiner Mitwirkung dann auch recht ähnlich, wie das, was sich hier dem Hörer offenbart.

Das einzige Manko von "Then Play On" war bislang, dass es einen Wust von Veröffentlichungen gegeben hat, die alle jeweils nur einen Teil der Songs enthalten haben. Dieses Versäumnis versucht man hier erfolgreich auszubügeln.

Vor allem das Auslassen eines so wichtigen Songs wie "Oh Well" oder das später von Judas Priest gecoverte "Green Manalishi" war bei manchen Editionenj bislang unverzeihlich. Die erweiterte Setlist sorgt dann auch dafür, dass das schweineteure Vinyl als Doppeldecker daher kommt.

Stellt sich nur die Frage, ob man sich denn die Neuausgabe denn als Solitärwerk in den Schrank stellen möchte, wenn man auch das Reprise-Gesamtwerk als CD-Box für weniger Geld (inklusive Bonus CD und Bonustracks) erwerben kann, als die Schallplatte. Aber diese Frage muss jeder Interessierte mit sich selbst ausmachen. Musikalisch ein Volltreffer - marketingstrategisch, 14 Tage nach der Komplettbox aber eher fragwürdig.

10/10

Frank Scheuermann






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