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The Industrialist

Label: AFM Records (2012)

Eine Maschine als Protagonist. Ein eigentlich toter Gegenstand, der beständig menschliche Charaktereigenschaften entwickelt. Schlussendlich verwandelt es sich in genau dieses Lebewesen - einen Menschen - der das eigene Bewusstsein entdeckt. Ein musikalischer Thriller unserer Zeit und das neue Album von Fear Factory.

Ein Titeltrack der sechs Minuten durchweg überzeugen kann ist wohl als gelungenes Intro zu bezeichnen. Typische Drums gibt es auf's Trommelfell und dem FF-Fan ein Gefühl von "nach Hause kommen". Aggressive Riffs, brutaler Gesang und eine durchziehende Kälte machen diese Schreibe der Angstfabrik aus. Die erste Singleauskopplung stellt 'Recharger' dar: ein schneller Track und geglückte Auswahl zur ersten Singleauskopplung. Mit 'New Messiah' schaffte es sogar ein recht melodisches Stück auf den Silberling. Die Kälte, die durchweg den Silberling einnebelt, wird immer wieder durch sphärische Keyboardparts bestärkt.

Selbstverständlich bleibt auch auf diesem neuen Werk die Maschinenintonation gemischt mit dem prägnanten Gesang, den besagten Riffs und eindrucksvollen Drums der Fear Factory Sound unverkennbar. Extraordinär und charakteristisch zeigt sich 'Depraved Mind Murder'. Ein Beweis dafür, dass die Jungs sich treu geblieben sind, auch wenn es hier und da Veränderungen gibt, die selbstverständlich, in so vielen Jahren Bandgeschichte auftauchen. Der melismische Refrain mit seinem stückweise klarem Gesang hebt diesen Song deutlich hervor. Es freut mich, dass sich auf dem Silberling bombige Instrumentalsongs einen Platz ergattern konnten. 'Religion Is Flawed Because Man Is Flawed' überzeugt mit Klaviermelodie und geht fast unvermittelt in den abschließenden ebenfalls instrumentalen Song 'Human Augmentation' über: zwei Mal hintereinander gehört, zwei Mal als wuchtigen SiFi oder Fantasy Soundtrack ausgemacht.

"The Industrialist" wird zusätzlich in einer Sonderausgabe (Aufstell-Box und zwei Bonustracks) im Laden Eures Vertrauens erhältlich sein. Fazit: Ein starkes Konzeptalbum mit wenig neuer Geschichte, jedoch ein durchaus überzeugendes FF-Werk!

Steffie Bender






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