Reviews

Whom Do You See

Label: Rookie Records (2012)

Facelift gehören mittlerweile zu den etablierten österreichischen Pop-Rock-Größen in der zweiten Reihe. Trotz zum Teil ambitionierter Songs hat man es bislang noch nicht in die erste Liga geschafft. Daran konnten bislang auch viele Besetzungswechsel kaum etwas ändern. Wir "Whom Do You See" das Blatt nun vollends gewendet? Wohl kaum. Ist die Platte denn schlecht? Ebenfalls nicht! Woran liegt es dann?

Nun, "Whom Do You See" ist unglaublich abwechslungsreich und irrlichtert zwischen verschiedenen Polen hin und her. Da wäre zunächst einmal der Gitarrenpop zu nennen, daneben gibt es immer wieder Exkurse hin in Rock- und sogar Punkgefilde, dazwischen die unumgängliche Ballade. Die Songs der Grazer werden durchweg mit Stil und Klasse und einigen netten Arrangementideen vorgetragen. Aber reicht das? Lasst es mich kurz folgendermaßen zusammenfassen: Für Punks sind Facelift zu sehr Mainstream, für echte Rocker zu sanft, fürs Poppublikum zu rockig. Man setzt sich trotz unterhaltsamer Musik zwischen alle Stühle. Das mag gewollt sein (das unterstelle ich den Musikern aus der Steiermark einfach mal), aber es ist zumindest in kommerzieller Hinsicht eine Sackgasse. Künstlerisch finde ich das integer und liebenswert.

Für alle "Über-den-Tellerrand-Gucker" ein klarer Anspieltipp!

Frank Scheuermann






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