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Oh My God

Label: Rocking Ape (2009)

Was waren das noch für Zeiten! Vor guten zwanzig Jahren tauchten aus dem Nichts plötzlich Bands auf, die nach Leibeskräften alle erdenklichen Musikrichtungen miteinander verquirlten, am allerliebsten natürlich solche, die niemals miteinander vermischt werden wollten! Diese neu erschaffene Spielweise nannte sich origineller Weise "Crossover", was soviel bedeutet wie vermischt und enthielt zumeist einen hohen Heavy Metal Anteil und verschiedene Ansatzpunkte zumeist "schwarzer" Musik wie Funk, Soul, Hiphop, Dub oder Reggae.

Diese Richtung kam sogar verschiedentlich in die Charts, u.a. mit Dan Reed, Red Hot Chili Peppers oder Run DMC. Eine weitere wichtige Band dieser Epoche hörte auf den vielversprechenden Namen Freaky Fukin' Weirdoz und verquirlte auch sehr gerne einen hohen Dub/Reggae-Anteil. Nach relativ großen kommerziellen Erfolgen löste sich die Truppe dann vor einigen Jahren sang- und klanglos auf.

Nun sind die Musiker mit neuen Songs und dem grundsätzlich alten Ansatz zurück. Fette Riffmonster stoßen auf luftige und bekiffte Jamaika-Elemente. Ein grooviger Funkbass trifft auf  Metalgesänge. Und inmitten des glänzend organisierten Chaos tummelt sich dann eine Coverversion: Ausgerechnet die Ur-Crossoverkapelle schlechthin, Led Zeppelin (wie, Ihr glaubt mir nicht, dass die Crossover gemacht haben? Dann sagt mir doch bitte, wer sonst in seinem Angebot noch Blues, Heavy Metal, Jazz, Folk, Weltmusik, Reggae, Funk, Soul und Boogie hatte!) werden mit ihrem 1973er Song 'The Ocean' gewürdigt.

Die Platte und die ihr zugrunde liegende Reunion machen Sinn und dürften der seit Jahren wartenden Fangemeinde und auch neuen Fans in großem Maße vergnügliche Stunden bereiten! Dass fast alle Songs sich um nicht jugendfreie Themen drehen tut dem Hörvergnügen keinen Abbruch!

Frank Scheuermann






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