Reviews

Farren, Mick
Mona The Carnivorous Circus

Label: Esoteric Recordings (1970/2009)

Ende der 60er Jahre ging es in good old England ziemlich rund. Und Rock'n'Roll-technisch waren die Deviants an der vordersten Front des Underground, zusammen mit Bands wie Syd Barretts Pink Floyd und ähnlichen Kalibern. Leider gingen bei dieser großartigen Truppe schon nach drei genialen Scheiben die Lichter aus. Der Großteil der Musiker vertrat dann zusammen mit den legendären Pink Fairies einen ähnlichen musikalischen Ansatz und deren Gitarrist Larry Wallis schrieb dann als erster Motörhead-Klampfer noch einmal weitere Rock'n'Roll Geschichte.

In der Zwischenzeit nahm sich deren ehemaliger Frontmann Mick Farren einige Musiker seiner alten Band (und der künftigen Pink Fairies, dazu Leute der damals noch total freakigen Tyrannosaurus Rex und den Bassisten von Quatermass (später auch in der Ian Gillan Band) und trümmerte eine Platte ein, die bis heute zurecht Kultcharakter genießt. "Mona The Carnivorous Circus" schimpfte sich diese Platte, die offen mit dem Logo und dem Namen der Hell's Angels warb und fünf zum Teil überlange Stücke bot. Genau genommen sind es eigentlich nur die Stücke Mona (in zwei Teilen), das Stück The Carnivorous Circus (ebenfalls in zwei sehr langen Teilen) und eine Coverversion von Eddie Cochranes 'Summertime Blues'. Dabei werden Zitate des klassischen Garagesounds genauso integriert wie Klangcollagen der feineren Art. Dadurch bekommt das Werk seinen einzigartigen Reiz inmitten einer der kreativsten Perioden musikalischen Schaffens innerhalb der letzten fünfzig Jahre. Nicht nur als Zeitzeugnis unverzichtbar. Leider dauerte es eine halbe Ewigkeit, bis Mick Farren wieder einmal mit einer relevanten Veröffentlichung aus dem Quark kam. Aber das ist schließlich eine andere Geschichte.

Frank Scheuermann






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