Reviews

Eloy
Visionary

Label: Soulfood Music (2009)

Schon im Vorfeld, als ich zum ersten Mal hörte, dass Frank Bornemann entgegen seiner bisherigen Absichten wieder eine Eloy CD zu veröffentlichen gedenkt, war mir klar, was dabei herauskommen würde: Eine unglaubliche journalistische Schlammschlacht, quasi die Fortsetzung der Diskussionen der 70er Jahre, ob man denn Eloy, diesen hoch ambitionierten Pink Floydabklatsch denn überhaupt anhören dürfe. Nun, meine Position zu dieser Thematik war immer dadurch geprägt, dass ich zwar die Kritik an der Band nachvollziehen konnte (auch die an Herrn Bornemanns Schulenglisch...), die Band aber trotzdem immer mochte. Es waren in der klassischen Phase dieser Band ja gerade diese absoluten over the top Arrangements und Texte, die geminsam mit dem grottenschlechten "th" des Sängers den besonderen Reiz ausgemacht haben. Und die Musik gefiel mir schlicht und ergreifend  schon immer. Dazu stehe ich.

Was bietet nun "Visionary"? Ich habe schon davon gehört, dass eine junge Band mit diesen Songs als Demoband keinen Plattenvertrag bekommen würde. Aber sind wir mal ganz ehrlich: Das trifft auch auf millionenfach verkaufte Alben von AC/DC oder Bon Jovi zu. Und die Musik, die uns Frank Bornemann auf "Visionary" anbietet, reiht sich nahtlos in das Gesamtwerk ein: Große Arrangements, Pathos in den Texten, und ein leicht verbessertes Englisch. Gut, es befindet sich auf der Scheibe auch ein Remake, das zwar schön ist aber ebenso verzichtbar gewesen wäre, wenn wir dafür einen brandneuen Song bekommen hätten.

Unterm Strich ein Album für Fans, denen die Jahre seit "The Tides..." zu lange gedauert haben. Eloy-Jünger bekommen eine Scheibe mit allen Sounds, für die diese Band spätestens seit "Dawn" schon immer gestanden hat. Und das sind immerhin Trademarks mit sehr hohem Wiedererkennungswert.

Frank Scheuermann






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