Reviews

New Testament

Label: Osmose Productions (2004)

Diese Band sollte nun wirklich jeder schon einmal gehört haben, sind die Kanadier doch nach der Meinung vieler zusammen mit ihren Landsmännern Anvil, die Begründer des Speed Metals. Ihr Album „Heavy Metal Maniac“ gilt als Klassiker dieses heute allzu oft vergewaltigten Genres. Wie der Albumtitel bereits andeutet hat sich die Band nun zu einer Neuverteilung des Nachlasses entschieden, die sie nun in Form eines Best Of Albums zugänglich macht.

„New Testament, cover of re-recorded classic re-recorded versions of classic Tracks.“ Soviel zu den Inhalten des Promopapiers. Alles klar, oder? Auf jeden Fall sind die Songs neu eingespielt mit Sänger Jaques Belanger, der auf „The Dark Command“ Ende der Neunziger sein Debüt gab. Seltsamerweise ist der Sound allerdings als eher mäßig zu bezeichnen, höhenlastig, unsauber, ohne den rechten Druck, um wirklich zeitgemäß zu klingen. Unsinnig also. Weniger dämlich ist die Songauswahl, die bis auf „Unveiling The Wicked“, alle Studioalben der Kanadier miteinbezieht und gute Songs konnten sie schon immer schreiben. ‚Heavy Metal Maniac‘, ‚Pounding Metal‘, ‚Long Live The Loud‘, ‚Ritual Death‘ oder ‚Brutal Warning‘ sind einfach musikalisch perfekter, harter Speed Metal, nach denen man wieder weiß, warum Metal einfach geil ist. Mein persönliches Problem ist allerdings der Sänger dieser Band, der mir zu hoch singt, da fehlen Eier, ja, ja. Das ist jedoch Geschmackssache, wer Halford, Owen (gerade auch Iced Earth) und Co. mag, sollte auch hier keine Probleme haben, Thrash Fans schon eher. Ein Album, das wirklich musikalisch Freude bereitet, da es trotz willkürlicher Reihenfolge sehr kompakt klingt, den Stil der Band bezeichnend, daher also tatsächlich als Testament durchgehen kann. Nur der Sound, gerade ein nervendes Hintergrundrauschen, macht der guten Veröffentlichung einen Strich durch die Rechnung. Es gilt wie immer: im Zweifel für das Studioalbum.

Christian Kremp






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