Reviews

Criticize The Truth

Label: Point Music (2002)

Und ehe man sich versieht, wird aus einem Soloprojekt eine neue Band.

Ursprünglich wollte Robby Boebel, seines Zeichens Mastermind von Frontline, ein Soloalbum herausbringen. Daraus wurde nix, weil Domain Frontmann Carsten Schulz davon Wind bekam und die beiden zusammen anfingen, Songs zu schreiben. Dabei kristallisierte sich sehr schnell heraus, dass die Arbeit über ein Soloprojekt hinausgeht. Also holte man noch Robby’s Bandkollegen Thomas Bauer (b) und Shakra Drummer Roger Tanner mit ins Boot, und schon war der Startschuss für Evidence One gefallen. „Criticize The Truth“ nennt sich das erste Werk der Hard Rock Combo, dass im Gegensatz zu manch anderen Projekten sofort zu überzeugen weiß. Hier wird weder Weichspülerrock noch nerviges Keyboardgeklimper dargeboten, sondern raue Gitarren und schöne Melodien. Der Opener ‚Critize The Truth’ brettert gleich ordentlich los und gehört zu den wenigen schnelleren Tracks, der von Anfang bis Ende Vollgas gibt, in die gleiche Kerbe schlägt auch ‚Like Never Before’. Die restlichen Stücke haben allesamt Midtempo Charakter und überzeugen durch starke Riffs und stampfende Rhythmuspassagen, vor allem Songs wie ‚Trust vs. Heart’ oder ‚Frozen In Time’ die beide etwas ruhiger beginnen, um dann ordentlich abzurocken, erinnern teilweise an die dänischen Rockdinos von den Pretty Maids. Sehr geil kommt auch ‚In The Beginning There Was Fire’ daher, dass mit einem eher untypischen Riff startet, um danach in einen 1A Headbangerpart überzugehen. Überraschenderweise gibt es auf dieser Platte keine reinrassige Ballade, die ja bei einigen Hard Rock Fans zur Pflicht gehört. Das Album bietet aber auch so genug Abwechslung, so dass man darüber getrost hinweg sehen kann.

Evidence One gehören auf jeden Fall zu den besseren Hard Rock Combos. Wer auf die Home Bands der Mitglieder steht (Frontline, Domain, Shakra), dürfte auch hier goldrichtig sein.

Oliver Bender






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