Reviews

The Phantom Agony

Label: Transmission Records (2003)

Epica, Epica… das kennen wir doch irgendwoher…?

Na klar, die Band Kamelot hatte ein Album mit dem Titel „Epica“. Interessanterweise mischt Epica’s Produzent Sascha Paeth auch bei eben genannten Powermetallern mit, anscheinend hat ihm da der Name so gut gefallen, dass gleich mal eine Band danach benannte wird.

Stilistisch halten sich die Holländer Epica – in Person Singwunder und Schönheit Simone Simons und Bandkopf Mark Jansen (da klingelts doch schon wieder?) sehr an ungeschriebene Gothic Erfolgs Rezepte der letzten Zeit: Opernhafter Gesang, ein grunzender Sänger und bombastische bis orchestrale Melodien. Mark Jansen dürfte dies nicht grade schwer fallen, hatte er doch zusammen mit After Forever eine absolute Ausnahmeband auf den Markt geführt und will dies nun mit Epica wiederholen oder gar noch toppen!?

Was mich von vornherein überzeugt ist die stimmliche Gewalt von Sängerin Simone, die durch ihr in die Stimme gelegtes Gefühl den Hörer schon mit den ersten Tönen verzaubert. Dieses Gefühl kommt besonders gut bei den sehr schönen Balladen ‚Feint’ und ‚Run For A Fall’ zum Ausdruck, da hier die metallischen Klänge sich bei Simones Stimme hinten anstellen müssen. „The Phantom Agony“ aber umfasst nicht nur langsame Stücke, auch schnelle, durch das Growlen schon fast harte Stücke wie beispielsweise ‚Facade Of Reality’ (wieder einmal wird das Thema 11. September verarbeitet…) oder das meiner Meinung nach stärkste Stück der CD ‚Cry For The Moon’. Leider sind die dunklen Einsätze von Mark Jansen etwas zu schmal gehalten und der Gute hätte ohne Probleme mehr Zeit zum Grunzen verdient gehabt. Trotzdem ist Epica mit „The Phantom Agony“ ein starkes Stück gelungen, dass sich in den Plattenläden neben After Forever, Nightwish und wie sie alle heißen einreihen wird. Mal schauen, bei wem öfter zugegriffen wird, die Chancen von Epica stehen nicht schlecht!

Thomas Schmitt






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