Reviews

Diversity

Label: Century Media (2004)

Manchem Insider oder Underground-Fan dürfte dieser Name etwas sagen. So Mitte der Neunziger, klingelt’s? Richtig, diese Jungs machten durch einen klassischen skandinavischen Death-Sound ihre ersten Schritte in Sachen Mucke. Doch von mal zu mal änderte sich das Gesicht von Entwine, genauso wie das Line-up. Am Ende, sprich jetzt, hat sich die Kombo gefunden und auch der Stil hat sich manifestiert. Zum einen wirken mit: Tauriainen (v), Mikkola (g), Kähkönen (g), Miettinen (b), Hanttu (d) und Heikkonen (keys). Stilistisch findet man nun diese Gemeinschaft bei den Gothic-Rockern angesiedelt, aber mit einem wesentlichen Unterschied: Im Gegensatz zu einem Großteil des Genres wird hier bewusst bei den Lyrics auf das „Die böse, böse Welt. Das Leben ist scheiße und ich kann nichts tun, sondern nur dahin vegetieren“ verzichtet. Es werden Probleme angesprochen aber auch die ein oder andere Alternative aufgezeigt. Auch wenn es ihr und auch die Band nicht sehr gerne hören werdet, einen gewissen HIM-Faktor lässt sich nicht leugnen, dieser aber nur sporadisch und auch nur in musikalischer Hinsicht. Die Vocals werden mit kräftiger Stimme und beherzten Stimmvolumen vorgetragen ohne Gequäke. Es wird bewusst auf die Genre übliche Weinerlichkeit verzichtet. „diVersity“ muss man schon als eine Schönheit bezeichnen, der geneigte Zuhörer wird von Gefühlsmoment zu Gefühlsmoment getragen und das wichtigste: Es ist hart. So hart, dass die Fangemeinde nicht nur aus Gothics bestehen dürfte, sondern auch den ein oder anderen Metalhead ansprechen dürfte, wenn nicht sogar muss. Sowohl Midtemposongs als auch Uptemposongs werden dargeboten, sogar Ohrwurm verdächtige Tracks sind zu finden. Die Mucke rockt schamlose 43 Minuten lang. Lauschproben gebe ich nur unter Protest und dem Hinweis an, dass jedes einzelne Lied seine ureigenen Reize hat. Deshalb stellen meine Vorschläge auch nur eine Auswahl dar: ‚Bitter Sweet’, ‚Six Feet Down Below’ oder auch der Balladen ähnliche Midtempo-Track ‚Everything For You’. Mein Tipp: Reinhören, einstecken und einlegen!

Carsten Rothe






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