Reviews

Time Of Dispair

Label: Century Media (2002)

Jaja, unsere Finnen: Ein Großteil der im Moment im Metalsektor angesagtesten Bands kommen aus dem hohen Norden. Ob es an der Kälte dort liegt, dass sich so viele Menschen in Plattenstudios einfinden, um sich sozusagen ´warm´-spielen?

Mit ihrem Vorgängeralbum „Gone“ hatten die 6 Finnen von Entwine bereits einen Longplayer am Start, der fast überall überragende Bewertungen bekam, unter anderem zum Album des Monats im Magazin Hammer gewählt wurde und den finnischen Top 10 mal eben einen Besuch abstattete. Nun liegt die neue CD „Time Of Despair“ vor, an die von der Öffentlichkeit große Erwartungen gestellt werden. Mit dem ersten Eindruck beim durchklicken werden diese Erwartungen auch erfüllt, Kraft und Ausdrucksstärke der Songs haben sogar noch zugenommen, die angebrachte düstere Atmosphäre ist immer präsent. Einen kleinen Schock bekam ich zwar, als ‚The Pit’ und ‚Falling Apart’ durch Club-Music eingeleitet wurden, die Lieder aber ein sehr musikalisches Ende nehmen. Egal ob das in höherer Stimmlage und somit tragischer klingende ‚Burden’, das zweistimmig mit Unterstützung einer weiblichen Backgroundsängerin vorgetragene ‚Until The End’ (sehr ruhig und schleppend) oder dem etwas abgehobenen Traumstück ‚Time Of Despair’, alle Stücke besitzen Charakter und Ausdrucksstärke. Die Musik bei Songs wie ‚Nothing Left To Say’ (sehr schönes Lied mit viel Melancholie) oder ‚Safe In A Dream’ (balladeskes Meisterstück!) erinnert zwar sehr an die Kollegen von HIM, dies soll die Qualität der Truppe und ihrer Musik nicht schmälern, da das Gerüst der Gruppe Entwine schon 1995 unter anderem Namen und mit etwas veränderter Musik stand. Auf Tour können die Finnen in Europa in diesem Jahr mit Ram-Zet und Theatre Of Tragedy bewundert werden, was sich auf jeden Fall lohnt.

Wieder haben wir eine finnische Gothic-Band aber wiederum eine Bereicherung für die Musik!

Thomas Schmitt






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